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Berlin goes vegan – vom Ernährungs- zum Lifestyle-Trend

© Tanja Bertele© Tanja Bertele

Berlin ist die Stadt der Vielfalt: Die bunte Millionenmetropole bietet Vertretern der verschiedensten Lebensentwürfe und Subkulturen Raum zur freien Entfaltung und friedlichen Koexistenz. In Sachen Trends hat die deutsche Hauptstadt dabei die Nase immer ganz vorn, sei es in der Mode, im Kulturbereich oder der Clubszene. Kein Wunder also, dass auch die vegane Lebensweise in Berlin floriert wie in keiner anderen europäischen Hauptstadt.

Aber fangen wir ganz von vorne an. Was genau bedeutet das eigentlich, vegan sein? Nein, es ist keine alternative Bezeichnung für „vegetarisch“. Der Veganer verzichtet neben Fleisch und Fisch zusätzlich auf alle tierischen Derivate wie Eier oder auch Milch. Der vegane Lebensstil ist nach der vegetarischen Ernährung der neuste Trend, der immer mehr Anhänger findet. Die Gründe, warum Menschen sich für eine vegane Ernährung entscheiden, sind vielfältig. Für viele stehen ethische Motive im Vordergrund; sie verzichten auf tierische Nahrungsmittel, um unnötiges Leid bei der Produktion der Lebensmittel zu vermeiden. Seit der Trend die Massen erreicht hat, rücken aber auch gesundheitliche Aspekte immer stärker in den Vordergrund.

© Tanja BerteleDie verschiedenen Intentionen, die hinter der veganen Lebensweise stehen können, führen dazu, dass sich auch die konkrete Umsetzung von Veganer zu Veganer stark unterscheidet. Während ein Teil der Veganer lediglich darauf achtet, dass das Essen auf ihrem Teller frei von tierischen Produkten ist, ist es anderen wichtig, dass alle von ihnen erworbenen Lebensmittel und Konsumgüter nicht nur vegan sind, sondern auch unter ethisch vertretbaren Bedingungen hergestellt wurden. Dieses Kriterium reicht von veganen, nicht an Tieren getesteten, Hygieneartikeln wie Zahnpasta und Gesichtscreme über vegane Kleidung und Schuhe bis hin zu solchen Gebrauchsartikeln, über deren ethische Vertretbarkeit sich der Normalverbraucher wahrscheinlich nur selten Gedanken macht, wie zum Beispiel vegane Spülmaschinen-Tabs und veganes Waschmittel.

Was in der Theorie erst mal kompliziert klingt, ist in der Praxis in einer vegan-freundlichen Stadt wie Berlin kein Problem: Neben zahlreichen Restaurants und Imbissen, die sich auf vegane Speisen spezialisiert haben oder zumindest vegane Optionen anbieten, gibt es hier nämlich auch jede Menge andere Dienstleister, die das vegane Leben überraschend einfach machen. So gehört in den Szenebezirken Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlauer Berg ein komplett veganer Supermarkt, wie beispielsweise das Veganz an der Warschauer Straße, quasi schon zur Grundausstattung. Hier können alltägliche vegane Einkäufe ohne einen langen Blick auf das Kleingedruckte der Etiketten getätigt werden, Daneben gibt es zahlreiche Bekleidungsgeschäfte, in denen hochwertige Schuhe frei von Leder und vegane, unter fairen Bedingungen produzierte Klamotten und Accessoires erworben werden können. Für stilbewusste Veganer hält die Stadt außerdem vegane Friseur- und Kosmetiksalons bereit, die nur mir veganen Farben und Stylingprodukten arbeiten.Sogar ein paar vegane Tattoostudios haben schon eröffnet!

© Tanja BerteleDarüber hinaus bestehen innerhalb der veganen Szene in Berlin zahlreiche Angebote aller Art zur Vernetzung zwischen Veganerinnen und Veganern: Geboten werden vegane Kochkurse, ein zweimal im Monat stattfindender veganer Stammtisch sowie ein veganes Sommerfest, bei dem auch Nicht-Veganer in diesen Lebensstil hineinschnuppern können. Selbst eine eigene Laufgruppe, die Vegan Runners, hat sich in den letzten Jahren formiert und zeigt, dass die vegane Lebensweise nicht nur das Leid von Tieren mindern, sondern auch die eigene körperliche Fitness fördern kann.

Wen die vielen veganen Möglichkeiten in Berlin jetzt neugierig gemacht haben, der kann bei einem Besuch in der Hauptstadt übrigens auch gleich in einem der Hotels absteigen, die sich auf die Bedürfnisse von Veganern spezialisiert haben. Zum Beispiel im Bio-Hotel Almodóvar in Friedrichshain, dessen Angebot auch ein vegan-vegetarisches Restaurant umfasst!
Tanja Bertele
kommt ursprünglich aus dem schönen Süden Deutschlands und studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Linguistik in Berlin. Nach ihrem Studium arbeitete sie im Lektorat eines Verlags und schrieb 2014 als Ghostwriterin ihr erstes Buch. Momentan ist sie als freie Autorin und Lektorin tätig.

Copyright: Tudo Alemão
April 2015
Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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