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Meine vier Lieblingsorte in Berlin

© Birke Resch© Birke Carolin ReschEs lässt sich nicht schönreden: Der Sommer ist vorbei und war dieses Jahr in Berlin sowieso ganz schön verregnet. Der Herbst dagegen kann noch werden, und am besten genießen kann man ihn im Freien. Hier sind meine vier Berliner Lieblingsorte, die auch im Herbst noch schön sind.

Aktiv sein auf dem Tempelhofer Feld

Um der Enge und Hektik zu entfliehen ohne die Stadt zu verlassen, gibt es nur einen Ort in Berlin: das Tempelhofer Feld. Vom Columbiadamm kommend führt ein kleiner unscheinbarer Waldweg von der Straße weg und nach einer halben Minute öffnet sich der Blick auf das weitläufige Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof: Eine riesige Grünfläche mit freier Sicht bis fast an den Horizont. Seit 2010 dürfen Berliner und Touristen das 300 Hektar große Feld zum Abhängen und Sport machen nutzen, und tun dies gern und oft: Die Start- und Landebahnen sind perfekt zum Radfahren, Skaten, Kiten und Joggen, auf der Wiese kann man im Gras liegen und träumen oder mit Freunden grillen. Für kulturell Interessierte gibt es außerdem Freiluftkino, Festivals und Führungen wie zum Beispiel den „Intercultural Walk with Refugees“.

Ruhe finden auf der Pfaueninsel

© Birke Carolin ReschDie Pfaueninsel hieß früher einmal wenig romantisch „Kaninchenwerder“, weil König Friedrich Wilhelm I dort Kaninchen züchtete. Zum Glück ließ Friedrich Wilhelm II später Pfaue ansiedeln, deren Nachkommen noch heute frei herumspazieren und der Insel ihren Namen gaben. Um die märchenhafte Exotik zu vervollkommnen, baute er ein Lustschlösschen und eine Meierei im romantischen Ruinenstil. Wer die Insel in der Havel besuchen möchte, muss mit Fahrrad, Auto oder Bus bis zur Anlegestelle „Pfaueninsel“ fahren und von dort mit der Fähre (4 Euro, ermäßigt 3 Euro) übersetzen. Den etwas längeren Anfahrtsweg nehme ich in Kauf, wenn ich viel Zeit habe und tatsächlich nur Ruhe möchte: In den verwunschenen Gärten und Parkanlagen kann man stundenlang spazieren gehen, lesen und entspannen.

Feierabendbier auf der Insel der Jugend

Auch eine Insel, auch ein poetischer Name, aber leichter zugänglich: Vom Treptower Park führt eine Brücke über die Spree direkt auf die Insel der Jugend. Vor 1860 war sie nicht mehr als eine kleine, mit Röhricht bewachsene Erhebung. Der Rixdorfer Bürger Emil Heinicke ließ den Hügel mit Schutt und Erde auffüllen, bis eine Insel entstand. Heute ist die mit alten Bäumen bewachsene, romantisch-wilde Insel der perfekte Ort, um die Abendstimmung bei einem Feierabendbier zu genießen. Später am Abend gibt es oft Kino oder Konzerte. Und wer aufs Wasser raus möchte, kann im Bootsverleih „Kanuliebe“ Tretboote aus den 50er- und 60er-Jahren und selbstbemalte Kanus mieten.

Sonnenuntergang im Klunkerkranich

© Birke Carolin ReschEtwas mehr Großstadtfeeling bietet dagegen der Klunkerkranich. Den Weg dorthin muss man kennen, denn die Neukölln Arcaden, ein Einkaufszentrum mit vielen Fastfoodläden und Billiggeschäften, lassen einen solch idyllischen Ort nicht erwarten. Lasst euch davon nicht beirren und fahrt einfach mit dem Fahrstuhl in den fünften Stock. Übers Parkdeck gelangt ihr bis aufs Dach und schon steht ihr mitten in einer Art Urban Garden über den Dächern von Berlin: Strandbar, Restaurant, Club und Veranstaltungsort in einem. Nicht nur die Aussicht ist genial, es gibt auch leckere und erschwingliche Frühstückskreationen ab 10 Uhr oder professionell gemixte Cocktails und Konzerte ab 16 Uhr (drei bis fünf Euro Eintritt, wenn ihr nicht schon vorher da seid). Perfekt, um den Sonnenuntergang über Berlin zu betrachten und den Sommer (mit einem leicht wehmütigen Gefühl) ziehen zu lassen.
Birke Carolin Resch
hat in Hamburg, Kopenhagen und Amsterdam Ethnologie mit Schwerpunkt Migration studiert. Sie ist in Berlin geboren, hat die deutsche Hauptstadt aber erst in den vergangenen vier Jahren kennen und lieben gelernt. Nun hat es sie nach Lissabon verschlagen, wo sie als freiberufliche Deutschlehrerin arbeitet, in jeder freien Minute zeichnet und in ihrem Blog (ZwischenLissabonundBerlin) über Lissabon und Berlin berichtet.

Copyright: Tudo Alemão
November 2017

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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