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Was bietet der Zoo?
Entdeckungsreise im winterlichen Berlin

© Lucas Galindo© Lucas GalindoDer Berliner Zoo ist bekannt durch den Namen der berühmten U-Bahnstation und wird in jedem Reiseführer empfohlen. Für Berlin-Touristen stehen neben Partys jedoch meistens die historischen Orte an erster Stelle, von Checkpoint Charlie bis zum Mauerverlauf. Und auch ich war das letzte Mal als Zehnjähriger dort. Ist der Zoo nur für Familien anziehend oder lohnt sich ein Besuch? Das wollte ich herausfinden und dabei den sonnigen Wintertag nutzen, um einige Fotos zu schießen.
Man muss schon sagen, dass der Zoo mit seinen Reliefs und den exotischen Toren von außen sehr einladend wirkt. Die Dinosaurier an den Außenmauern ließen mich als Kind denken, man könne hier wirklich Saurier beobachten. Immerhin gibt es Krokodile und Warane. Zootickets gibt es entweder als Kombi-Ticket für das Aquarium oder separat. Ich entscheide mich für beides. Ob bei der Kälte einige Tiere in die Außengehege gekommen sind, um Sonne zu tanken? Die meisten Huftiere sind sichtbar und hocken in der Sonne. Antilopen, Dromedare, Zebras, Giraffen. Es scheint hier wirklich alles zu geben. Leider sind die Tiere zu weit weg für Nahaufnahmen. Besser sieht es bei den Elefanten aus, hier ist man ganz nah am Tier und kann sich den riesigen Schädel genau anschauen. Auch die Paviane in ihrer künstlichen Felslandschaft sind bei dem Wetter aktiv. Wirklich niedlich sind sie mit ihren Reißzähnen und riesigen Hintern eigentlich nicht. Die Menschenaffen kriegt man bei der Kälte leider nicht zu sehen, ihre Gehege sind leer. Schade, unsere nächsten Verwandten in der Tierwelt hätte ich schon gerne fotografiert.

Wahrscheinlich ist bei den Innengehegen mehr los

Im Zoopark gibt es zahlreiche Bauten, zum Beispiel das Nilpferdhaus, Vogelhaus und einen Bau für Nashörner und Tapire. Die Temperatur ist angenehm warm. Trotz der riesigen, hochmodernen Anlage mit Glaskuppel wirken die enormen Nilpferde etwas eingeengt. Aber nicht unzufrieden, und es gibt sogar Nachwuchs. Auch das Vogelhaus ist hochmodern und bietet in einem Rundgang eine wirklich große Zahl von Vogelarten. Neben den vielen Arten, die ich zuvor gar nicht kannte, gibt es auch bekannte Gesichter wie Papageien, Aras und Tukane. © Lucas GalindoErgänzt wird das Angebot durch Bildschirme mit interaktiven Anwendungen für Kinder oder Wandbildern, die alle sehr gut gestaltet sind. Man kann beispielsweise einen eigenen Vogel aus verschiedenen Vogelteilen zusammensetzen oder erfährt mehr über den anatomischen Aufbau der Tierart. Fotos lassen sich durch die Käfige hindurch schlecht schießen, dafür gibt es viel zu beobachten – und zu hören. Nicht ganz so modern haben es die Nashörner, dafür kommt man ihnen erstaunlich nahe. Neben den Elefanten ist es für mich bisher das am meisten beeindruckende Tier und ein gutes Foto-Motiv. Ich komme rechtzeitig, um sein tägliches Baderitual zu beobachten. Im Außenbereich stehen noch weitere Vogelkäfige. Verschiedene Hühnerarten sitzen in der Sonne, auch ein Adler, von dem ich ein gutes Foto erwische.

Der berühmteste Eisbär Berlins

Ein Hingucker ist außerdem das Denkmal für den berühmten Eisbären Knut. Das Tier wurde zum Medienstar und passte gut zur Stadt Berlin mit ihrem Bärenwappen. Leider starb das empfindliche Jungtier, bevor es ausgewachsen war. Nun legen Fans hier Blumen und Fotos zu seinem Gedenken ab. Im Sommer hätte nun ein Eis gut gepasst, im Winter verzichte ich darauf aber gerne. Dafür zieht es mich ins Aquarium – das nicht nur Fische, sondern auf mehreren Stockwerken Reptilien, Amphibien und Insekten beherbergt. Bei der ganzen Bewegung Fotos zu schießen ist nicht so einfach. Ich entscheide mich für meine analoge Lomo-Kamera, mit der bunte und schrille Effekte erzeugt werden und die Motive verwackeln dürfen. Das Ergebnis erhalte ich erst nach zwei Wochen, doch die Fotos gefallen mir fast besser als die digitale Variante. Hier kann man gerne länger sitzen und die hypnotische Stimmung auf sich wirken lassen. Auch für Liebespaare scheint es ein beliebter Ausflugsort zu sein.

In den weiteren Etagen kann ich noch Reptilien und Amphibien vieler Arten beschauen; Alligatoren, riesige Taranteln oder Vogelspinnen sind dabei genauso vorhanden wie Skorpione und eine Ameisenkolonie, die sich bei der Arbeit beobachten lässt. Die vielen seltsamen und bunten Käfer hätte ich sicher länger beobachtet, inzwischen sind es aber fast zu viele Eindrücke.

© Lucas GalindoIm Großen und Ganzen hat sich der Besuch für mich gelohnt und ich würde den Zoo weiterempfehlen, auch für sonnige Wintertage. 15,50 Euro für Studierende ist nicht gerade billig, aber der Berliner Zoo wird hochprofessionell gehalten und die große Artenvielfalt kann ich bestätigen. Jeder Berliner sollte ihn einmal gesehen haben und auch internationalen Besuchern kann er einiges bieten. Das Aquarium mit seiner hypnotischen Wirkung hat mir insgesamt am besten gefallen. Es gibt außerdem eine kostenlose Zoo-App mit interaktivem Zooplan und ergänzenden Informationen zu den Tieren.

Wer etwas tiefer in die Tasche greifen kann, hat außerdem die Option, an verschiedenen thematischen Führungen teilzunehmen. Beispielsweise mit einem Fokus auf Asien oder Afrika, aber auch auf die Architektur der Zooanlage oder den Artenschutz, für den sich die Institution engagiert. Die meisten Touren finden im Sommer statt, darunter auch Fototouren, bei denen die Grundlagen der Tierfotografie vermittelt werden. Ich glaube, das probiere ich mal aus. Und du?
Lucas Galindo
studiert Kunstgeschichte in Berlin und entdeckt gerne neue Orte in der Stadt.

Copyright: Tudo Alemão
April 2018

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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