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Ökologisch, vegan, nachhaltig. Grüner Lifestyle in Berlin

© Lucas Galindo© Lucas GalindoDie Deutschen sind dafür bekannt, dass sie auf den Umweltschutz achten. Im ganzen Land gibt es Pfandflaschen und Altglas wird sogar in Braunglas, Grünglas und Weißglas unterteilt. Das chaotische Berlin ist beim Thema Recycling leider nicht so erfolgreich wie der Rest Deutschlands. Doch die Stadt bietet viele Möglichkeiten für ökologisches und veganes Leben, die ich hier vorstellen möchte.
2014 eröffnete in Berlin einer der ersten plastikfreien Supermärkte des Landes: Original Unverpackt (siehe auch: „Original Unverpackt“: Einkaufen ohne Müll). Er wurde von zwei jungen Frauen gegründet und trug dazu bei, den Zero Waste Lifestyle beliebter zu machen. Dort gibt es zum Beispiel Bambuszahnbürsten und man bedient sich an großen Lebensmittelspendern, um lose Lebensmittel wie Nudeln oder Haferflocken in mitgebrachten Behälter oder Papiertüten abzufüllen. Auch flüssige Kosmetikprodukte und Waschmittel kann man hier in der gewünschten Menge kaufen. Toll sind auch die Stoffnetze, mit denen man auf die Plastiktüten beim Kauf von Gemüse und Obst verzichten kann. Der Laden bietet sogar Kondome aus Naturkautschuk an. Ich gehe dort gerne ab und zu hin, man zahlt aber schon etwas mehr, als in normalen Supermärkten.

Lösungen für den kleinen Geldbeutel und kostenlose Lebensmittel durch Food-Sharing

Aber auch wer einen kleineren Geldbeutel hat, kann in Berlin nachhaltig leben. Denn Restaurants und Supermärkte, aber auch Privatleute werfen täglich große Mengen Lebensmittel in den Müll. In der deutschen Hautpstadt gibt es viele Initiativen, die versuchen, etwas davon zu retten. Auf der Webseite foodsharing.de oder ihrer App kann man Angebote für kostenlose Lebensmittel finden (siehe auch: Matschige Tomaten retten). Zum Beispiel werden an einem Treffpunkt bei mir in der Gegend jede Woche Reste aus Bäckereien verteilt. Auch sogenannte „Fairteiler“ sind online aufgelistet, in denen Leute Nahrungsmittel abgeben. Einer bei mir in der Nähe besteht aus mehreren Kühlschränken, die durch ein Zahlenschloss gesichert sind. Das Passwort erfährt man auf der Webseite und kann sich dann bei den Lebensmitteln bedienen oder welche dazu legen. Ich habe dort schon öfter Biogemüse gratis bekommen.

© Lucas GalindoZum Thema Essensrettung gibt es noch weitere Apps, zum Beispiel Too Good To Go. Dort können Restaurants und Cafés überproduzierte Gerichte für einen reduzierten Preis anbieten, anstatt sie wegzuwerfen. Diese Initiativen können leider nur einen kleinen Beitrag leisten. Besonders Supermärkte entsorgen große Mengen an Produkten, die man eigentlich noch essen könnte. Beim sogenannten Containern suchen Leute nachts heimlich in Mülltonnen von Supermärkten nach diesen Lebensmitteln. Dafür benutzen sie Taschenlampen und Handschuhe und müssen sich beeilen, um nicht entdeckt zu werden. Eine legale Alternative dazu hat der Supermarkt Sir Plus entwickelt. Er verkauft nur Produkte, die andere Läden loswerden wollten zu einem reduzierten Preis. Besonders Bioläden nutzen diese Möglichkeit, sodass man dort Bioprodukte bis zu 80% günstiger erhält.

Besonders innovativ ist die Berliner Stadtfarm mit ihren AquaTerraPonik-Anlagen, die in der Stadt die Produktion von Fisch, Gemüse und Tropenfrüchten ermöglichen. Seit 2017 werden hier durch ein Kreislauf-System die angebauten Pflanzen mit den Ausscheidungen der Fische gedüngt. Die Pflanzen und Regenwürmer reinigen das Wasser und es wird wieder für die Fische eingesetzt. Der Afrikanische Wels eignet sich besonders für diese Art der Haltung in Tanks. Dank dieser Methode spart man im Vergleich zu normaler Aquakultur 80% Wasser, Platz und CO². Den Fisch habe ich schon probiert. Er kostet nicht mehr als man sonst in Deutschland dafür ausgibt, ist aber noch ein Geheimtipp. Allerdings würden Veganer auch diese Art der Tiernutzung kritisieren.

Vegan leben leicht gemacht: Berlin bietet vegane Supermärkte, Restaurants und Kleidung

© Lucas GalindoBerlin ist wohl die beste Stadt in Deutschland für Veganer, wenn nicht sogar in ganz Europa. Nirgendwo wird so viel Rücksicht auf Leute genommen, die keine Tierprodukte konsumieren und Fleischesser werden hier schon öfter sogar mal angemeckert. Vegane Gerichte gibt es in fast allen Restaurants und vielen Cafés und auch rein vegane Lokale gibt es zuhauf. Sogar das typische Gericht Berlins, der Döner Kebap, ist im Stadtteil Friedrichshain als „Vöner“ erhätlich, wobei das „V“ für vegan steht. In Berlin eröffnete auch der erste komplett vegane Supermarkt überhaupt, das Veganz (siehe auch: Berlin goes vegan – vom Ernährungs- zum Lifestyle-Trend). Inzwischen hat er schon drei Filialen. Auch Drogerien nahmen einige Veganz-Produkte ins Sortiment auf. Allerdings sind auch sie recht teuer. Für Fleischesser klingen Dinge wie Käseersatz, Fish-Style-Filets und fleischloser Aufschnitt sicher erst einmal seltsam, doch viele andere Produkte wirken normal und haben bloß pflanzliche Zutaten. Auch die Themen Sport und Mode sind in Berlin für Veganer abgedeckt: Das Fitnessstudio Berlin Strength ist komplett lederfrei eingerichtet und das Kleidergeschäft Avesu führt nur lederfreie Kleidung, Schuhe und Accessoires im Sortiment.

Berlin bietet also es eine Menge interessante Angebote und Ideen für den nachhaltigen oder veganen Lifestyle. Ich hoffe, dass sich andere Städte und Länder davon inspirieren lassen!
Lucas Galindo
studiert Kunstgeschichte in Berlin und entdeckt gerne neue Orte in der Stadt.

Copyright: Tudo Alemão
November 2018

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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