Berlin aLive

Silvester in Berlin – ein explosives Spektakel

© Lucas GalindoFoto: Marcel Beckmann: https://www.flickr.com/photos/marcelberkmann/5494725231Silvester in Berlin ist berühmt-berüchtigt – die Stadt füllt sich mit Menschen und explodiert quasi in Feuerwerken, Partys und Events. Für jeden ist etwas dabei, vielleicht feierst du dieses Jahr mit?
Als ich bei Freunden und Bekannten herumfragte, wie sie Silvester in Berlin beschreiben würden, sagten fast alle Dinge wie: „Schlachtfeld“, „dritter Weltkrieg“, „Straßenkrieg“ oder „du kannst draußen kaum noch atmen“. - Das Neujahrsfest in der Hauptstadt ist also ganz schön verrückt und für manche sogar zu viel. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Es gibt bestimmt keine andere deutsche Stadt, in der so viele Böller gezündet werden und Feuerwerke aufsteigen. Es fängt schon mittags an, man hört das erste Knallen von draußen, und bis spät in die Nacht wird es nicht mehr aufhören. Im Laufe des Abends spürt man langsam eine Steigerung: Die ersten Feuerwerke zünden schon gegen 18 Uhr. Um 0 Uhr dreht die Stadt schließlich völlig durch, man hat das Gefühl, dass der Himmel explodiert. Rekordverdächtige Mengen an Feuerwerken beleuchten ihn und erzeugen gleichzeitig eine unglaubliche Soundkulisse. Am Ende zieht dichter Rauch durch die Straßen und steigt langsam auf. Zurück bleibt eine ganze Menge Müll, doch die Reinigungskräfte leisten am Morgen des 1. Januars jedes Jahr eine unglaubliche Arbeit.
Ungewöhnlich ist für mich immer die U-Bahnfahrt nach den Partys: Bierflaschen rollen durch die Züge und betrunkene Leute singen und torkeln herum.

Ausgefallene Clubnacht oder günstige „Houseparty“?

Um 0 Uhr zieht es die meisten auf die Straßen und Balkons, doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Orte, um den Feiertag bis dahin zu verbringen. Für Studierende wie mich sind meist WG-Partys oder sogenannte Housepartys die erste Wahl. Jeder Gast bringt etwas zu Essen oder zu Trinken mit und über einen Laptop und Boxen läuft ständig wechselnde Musik, jeder sucht mal etwas aus. Schließlich zündet man draußen selber einige Böller und Co oder beobachtet das Spektakel sicher und warm vom Fenster oder Balkon aus. Diese Art zu feiern ist natürlich eine der günstigsten Möglichkeiten, denn für die offiziellen Neujahrspartys in den Clubs muss man tief in die Tasche greifen...

Foto: stachelbeer: https://www.flickr.com/photos/mario_storch/5316448911/Bei den vielen Angeboten der Clubs fällt die Entscheidung schwer. Vielversprechend klingt zum Beispiel die Hommage an das Berliner Nachtleben der 20er Jahre im Wintergarten Varieté. Die Kleiderordnung muss hier dem Stil der 1920-40er Jahre entsprechen und getanzt wird Charleston und Swing, Tango und Stepptanz. Dazu gibt es Livemusik und Burlesquetanz. Das Konzept ist wirklich toll, doch für Studierende ist das Komplettpaket mit 146 Euro zu teuer.
Für Unentschlossene eignet sich das Party-Hopping mit der VIP-Karte Silvester-Party-Berlin (89 Euro), durch die man acht Clubs mit einem Shuttle-Service erleben kann. Eine andere Idee ist der berühmte KitKat Club. Touristen reden gerne über diesen Ort. Doch die lasziven Partys sind nicht für jeden geeignet: Den sogenannten Silvester Bizarre darf man nur mit extravaganten oder erotischen Outfits betreten. Eine Möglichkeit für junge Leuten ist das angesagte und relativ neue Haubentaucher, eigentlich ein Freibad, das für die Neujahrsfeier überdacht und beheizt wird. Angeblich werden auch Whirlpools aufgestellt und die Preise sollen fair sein. Allerdings muss man in allen Clubs damit rechnen, dass es sehr, sehr voll wird.

Die Partymeile am Brandenburger Tor zieht jedes Jahr Menschenmassen an

Die Partymeile am Brandenburger Tor ist besonders bei Touristen beliebt, doch viele Berliner halten sich fern von ihr. Auch ich würde es nicht empfehlen, denn der Ort zieht riesige Menschenmassen an. Der Eintritt kostet nichts, doch das Gedränge ist so dicht, dass umdrehen unmöglich wird. Fast jeder wird auf gefährliche Objekte kontrolliert. Nach Spaß klingt das für mich nicht. Das Programm ist allerdings toll: Auf der Bühne treten bekannte MusikerInnen und DJs auf, es gibt eine Lasershow und eines der zentralen Feuerwerke wird hier gezündet.

Wem das alles zu viel ist, kann auch gemütlich vor dem Fernseher das Geschehen in Berlin beobachten. Die Party am Brandenburger Tor wird im live im ZDF übertragen. Unter anderem soll Conchita Wurst auftreten und das Feuerwerk ist auf dem Bildschirm wahrscheinlich auch besser zu erkennen, als von der Straße aus...
Lucas Galindo
studiert Kunstgeschichte in Berlin und entdeckt gerne neue Orte in der Stadt.

Copyright: Tudo Alemão
Dezember 2018

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

    Migration und Integration

    Migration verändert Kulturen   

    rumbo @lemania

    © rumbo @lemania
    Auf nach Deutschland!

    FuturePerfect

    © Future Perfect
    Geschichten für morgen - schon heute, für überall.

    Goethe-Institut Portugal

    Willkommen
    auf unserer
    Homepage!