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Berlin für Filmfans – Kinos, Filmbars und Festivals

Foto: Lucas GalindoIm Sommer sitzen die Leute in Berlin gerne in Parks und grillen oder erfrischen sich in Badeseen. Aber auch für die Wintermonate bietet die Stadt viele interessante Indoor-Aktivitäten. Dazu gehört das tolle Angebot an Kinos, Filmbars und Festivals, über das ich hier berichten möchte.
Berlin besitzt deutschlandweit die meisten Kinos: 91 Stück mit insgesamt 266 Sälen. Große Ketten wie Cinestar, Cinemaxx oder UCI zeigen vor allem Blockbuster und Unterhaltungsfilme aus Hollywood und Deutschland. Sehr beliebt ist unter ihnen das Cinestar im Sony-Center am Potsdamer Platz. Auf der größten Leinwand Deutschlands laufen dort auch Filme im IMAX-Format. Neben Spielfilmen gehört dazu ein dauerhaftes Programm aus Naturdokumentationen. Als Kind schaute ich dort gerne Dinosaurier-Dokus mit 3D-Effekten, aktuell kann man mit Walen tauchen gehen oder in die Savanne Kenias reisen. Auch für das internationale Filmfestival Berlinale ist das Kino am Potsdamer Platz zentral, hier finden die wichtigsten Premieren statt und Stars laufen über den roten Teppich.

Die Berlinale: Weltweit eines der größten Filmereignisse

Foto: Lucas GalindoDie Berlinale gilt neben den Oscars oder den Festivals von Cannes und Venedig als einer der wichtigsten und größten Flimwettbewerbe. Im Gegensatz zu den anderen Events ist sie jedoch ein öffentliches Festival und neben dem Wettbewerb läuft ein breites, internationales Programm. Jeden Februar ist die Berlinale mit ca. 400 Beiträgen für Filmfans in der Stadt das wichtigste Ereignis des Jahres. Auch unbekannte und experimentelle FilmemacherInnen erhalten hier die Möglichkeit, ihre Werke auf großer Leinwand zu zeigen. Besonders gut gefällt mir die Sektion Forum, welche dem jungen und experimentellen Film, insbesondere aus nicht-westlichen Ländern, eine Plattform bietet. Zum Beispiel gibt es immer eine schöne Auswahl aus Lateinamerika. Schön sind auch die Interviews im Anschluss, bei denen man zum Beispiel den RegisseurInnen Fragen stellen kann.

Im Sony-Center befindet sich außerdem die Deutsche Kinemathek, genannt Arsenal Kino und ein dazugehöriges Filmmuseum. Das Arsenal zeigt immer eine interessante Auswahl alter Filme. Es gibt für jeden Monat neue thematische Schwerpunkte. Das Filmmuseum fokussiert sich auf die Deutsche Filmgeschichte, von der Entstehung des Mediums (an dieser waren übrigens auch die deutschen Brüder Skladanowsky beteiligt) bis hin zum Nazi-Film. Daneben gibt es eine wechselnde Ausstellung.

Sehenswert finde ich auch die zahlreichen kleinen Festivals, die über das ganze Jahr so laufen. Zum Beispiel British Shorts, oder das Festival Down Under Berlin für Filme aus Neuseeland und Australien. Seit 2006 läuft in Berlin außerdem jährlich das Pornfilm Festival, in dem erotische Filme neu gedeutet werden sollen. Der Portugiese Antonio da Silva gewann dort schon zwei Mal den Hauptpreis.

Berlins Filmbars und ein Geheimkino

Foto: Lucas GalindoDoch neben den berühmten Orten bietet Berlin auch zahlreiche Geheimtipps und kleinere Kinos. Das Zukunft am Ostkreuz ist eine Bar mit winzigem Kinosaal, in den ca. 40 Leute passen. Ich sitze dort gerne und schaue bei einem Bier Independent-Filme an. Andere Filmbars (z.B. die Kunstbar in Neukölln oder die Dschungel Bar) besitzen keinen getrennten Raum, sondern zeigen die Werke einfach auf einer Leinwand. Nur über Mundpropaganda erfährt man vom geheimen und eigentlich illegalen Kino in einer Privatwohnung, in die man übers Fenster einsteigt. Das Programm erhält man nur per E-Mail nach der persönlichen Anmeldung bei den Organisatoren. Interessant ist auch Videoart at Midnight. Einmal im Monat laufen hier Werke aus der bildenden Kunst auf großer Leinwand. Bei meinem letzten Besuch bin ich allerdings früh gegangen, da 4 Stunden lang nur wechselnde Farben zu sehen waren. Die meisten Leute schliefen ein.

Da ist noch viel mehr, das man erwähnen könnte, Berlin bietet wirklich viel Auswahl. Allein in meiner Wohngegend liegen vier Kinos. Ich empfehle auf jeden Fall, die kalte Jahreszeit zu nutzen, um auch diese Seite der Hauptstadt zu entdecken!
Lucas Galindo
studiert Kunstgeschichte in Berlin und entdeckt gerne neue Orte in der Stadt.

Copyright: Tudo Alemão
Januar 2019

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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