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Helden soweit das Auge reicht – das vierte Schülertheater-Festival in Almada

© Jutta Gerber© Jutta GerberEin Held ist vorbildlich, freigiebig, kampfbereit und bescheiden. Dies war zumindest die Definition eines Helden der Theatergruppe „Al-Madan“ aus Almada, die ihr Stück „Heroisches Casting“ beim bereits vierten Schülertheater-Festival des Goethe-Instituts Portugal vom 14. bis zum 17. Mai in Almada aufführte. Dieses Jahr waren aber nicht nur Gruppen aus Portugal, sondern auch aus Malta, Spanien, Italien und Frankreich dabei. Sie verliehen mit ihrer Präsenz dem Schülertheater einen Hauch von den strahlenden Theaterfestivals der Profis.

Schon am Tag der Anreise konnte man die Internationalität des diesjährigen Festivals spüren. Neben den portugiesischen Gruppen, die aus allen Teilen Portugals mit dem Bus anreisten, wurden die anderen Truppen am Flughafen in Empfang genommen. Bei der Fahrt über die Brücke des 25. April Richtung Jugendherberge in Almada konnte man das ein oder andere „Oh“ und „Ah“ hören und die Kameras der Smartphones waren fleißig im Einsatz. Nach Generalproben und einer kurzen Begrüßung durch das top motivierte Team des Goethe-Instituts gingen Schüler, Lehrer und Betreuer erwartungsvoll ins Bett.

© Jutta GerberDas eigentliche Festival begann dann am folgenden Morgen mit vier verschiedenen Workshops zu den Themen Musik, Tanz und Theater. Unter spezieller Geheimhaltung stand dabei der Lehrerworkshop, in dem die Lehrkräfte zusammen mit dem Theaterpädagogen Carlos Melo ein eigenes Theaterstück einstudierten. Besonders laut ging es im Workshop „Dein eigener Song“ mit den Sängern Alex Knolle und Young RoDDie zu. Die beiden Absolventen der Mannheimer Popakademie diskutierten mit den Teilnehmern über die verschiedenen Eigenschaften eines Helden und schrieben mit den Schülern einen Song über böse und gute Helden. In den beiden anderen Workshops beschäftigten sich die Schüler auf die verschiedensten Arten mit Bewegungen, Ausdruck und Tanz. Stühle wurden zu Landschaften und die Körper der Teilnehmer zu Wellen des Meeres.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen begannen die Aufführungen im Forum. Die Herangehensweise an das Thema „Helden“ war dabei sehr unterschiedlich. Gleich die erste Gruppe, „Die kleinen Riesen“ aus Marinha Grande, zeigte in ihrem Stück „Lukas der Held“ beispielsweise, dass man keine Superkräfte haben muss, um ein Held zu werden, sondern dass man durch kleine Heldentaten im Alltag den Menschen direkt helfen kann. Die Gruppe „Die Feuerwehrleute“ aus Mafra thematisierte die Heldentaten der portugiesischen Feuerwehrleute während der Waldbrände im vergangenen Sommer. In dem Stück „Die beste aller möglichen Welten“ entführte die Gruppe aus Rom die Zuschauer im Forum Romeu Correia hingegen in eine utopische Welt, in der eine Heldin nötig war, um die Menschen davon zu überzeugen, dass jeder Mensch einzigartig ist.

© Jutta Gerber Nach weiteren Aufführungen hatten die Teilnehmer dann frei. Wer die Schüler in ihrer Freizeit beobachtete, dem fiel vor allem die Vielsprachigkeit unter den Schülern auf. Nicht nur Deutsch als gemeinsame Fremdsprache war zu hören. Es wurde auch der ein oder andere Satz auf Maltesisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch gelernt und weitergegeben.

Tanz, Rap und Gesang und ein überraschender Lehrerauftritt

Am Freitagmorgen ging es für die Schüler und Lehrer dann weiter in den Workshops. Egal ob Rap, Tanz oder mimische Akrobatik, alle Teilnehmer konnten sich in den drei Stunden weitere Inspirationen für den Theateralltag holen, die sie dann später auf der Bühne präsentieren konnten.

Den Aufforderungen der ersten Gruppe zum allgemeinen Tanz auf der Bühne konnten sich auch die Mitarbeiter des Goethe-Instituts nicht entziehen und feierten gemeinsam mit Schülern und Lehrern. Nach einer imposanten Performance der zweiten Tanzgruppe bildeten die Rapper und Rapperinnen mit ihren zwei Songs den Abschluss… allerdings nicht ganz. Denn Alex Knolle und Young RoDDie ließen sich nach „Zugabe“-Rufen nicht lange bitten und stimmten zusammen mit einigen Schülern den Song „Lila Wolken“ an. Der stürmische Applaus und das gemeinsame Gruppenfoto aller Teilnehmer rundeten die sehr gelungenen Aufführungen ab.

© Jutta GerberEin kleines Leckerli hielt das Programm jedoch noch parat: Der Lehrerworkshop präsentierte am Abend in der Jugendherberge sein Stück, in dem Cristiano Ronaldo und José Mourinho nach Fátima pilgern. Ob die Lehrer bei der Aufführung, oder die Schüler beim Zusehen mehr Spaß hatten war sehr schwer zu sagen.

Zum Abschluss des offiziellen Teils erhielt jeder Teilnehmer noch eine Urkunde und einige Geschenke des Goethe-Instituts. Gitarrenklänge, Diskussionen und Getuschel waren aber noch bis weit in die Nacht hin zu vernehmen.

Bei strahlendem Sonnenschein setzten am nächsten Morgen alle zusammen mit der Fähre nach Lissabon über. Dort spazierte man gemeinsam Richtung Goethe-Institut, wo heiße Spaghetti und kalte Getränke warteten.

Müde, aber sichtlich zufrieden mit dem eigenen Auftritt, den gewonnenen Erfahrungen und Freunden stiegen die Schüler und Lehrer nach und nach in die abfahrenden Busse. Manch einer konnte dann doch nicht mehr cool wirken, als die neu gewonnene Freundin und der neue beste Freund in einen anderen Bus stiegen. Alle waren sich am Ende jedoch einig, dass die großen Helden nicht Supermann, Batman oder großspurige Angeber sind, sondern jeder von uns ein Held sein kann. Und genau so heldenhaft waren die Präsentationen der Schüler auf der Bühne.

Auf ein Neues im kommenden Jahr!

© Jutta Gerber
Jonas Zink

Copyright: Tudo Alemão
Juni 2014

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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