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Deutsches Theaterfestival in Almada

(c) www.pelcor.pt/pt/e-shop/Foto: Carlos Pedrosa

Alemão em Cena – Deutsch auf der Bühne – so heißt das Theaterfestival, das das Goethe-Institut Lissabon gemeinsam mit portugiesischen Schulen seit sieben Jahren auf die Beine stellt. Etliche Wochen der Vorbereitung, in denen die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern die selbst erdachten Stücke in deutscher Sprache mit Unterstützung des Theaterpädagogen Carlos Melo einüben. Der Höhepunkt: Ein gemeinsam mit den „Konkurrenten“ verbrachtes Wochenende in Almada voller Workshops rund um Tanz, Bewegung, Musik und Sprache und dann, endlich, die Aufführung der Stücke.


Seit sieben Jahren überlegen sich Schülertheatergruppen aus dem ganzen Land, wie sie das Motto des Jahres szenisch am besten umsetzen können. Die Aufgaben dabei sind vielfältig: Es gibt Drehbuchautoren, Schauspieler, Maskenbildner... Das Ganze ist ein Spektakel, das nicht nur für Lehrer und Mitschüler interessant ist; der Wettbewerb richtet sich an alle Theaterinteressierte mit Deutschkenntnissen. Tudo Alemão hat der Lehrerin Lurdes Cruz, die von Anfang an dabei war und das Festival entscheidend mit geprägt hat, dazu ein paar Fragen gestellt.

Wer wählt jedes Jahr das Thema, unter dem das Festival steht?

Das Team von AeC nimmt normalerweise Themenvorschläge der mitmachenden Schülergruppen entgegen und wählt dann den Vorschlag, der am besten passt.

Schreiben die Schüler und Schülerinnen die Theaterstücke immer selbst oder haben sie Hilfe dabei?

Wenn die Schüler das erste Mal dabei sind, müssen sie natürlich erstmal verstehen, wie das Ganze funktioniert, und methodisch begleitet werden. In den folgenden Jahren ist es dann spontaner. Nach dem Brainstorming zum Thema wird ein roter Faden ausgearbeitet. Dabei sind die Schüler die Hauptverantwortlichen für die Entscheidungen, der Lehrer ist nur die helfende Hand. Um die Kreativität nicht einzuschränken, findet diese erste Phase auf Portugiesisch statt. Sobald es geht, kommt dann die deutsche Sprache hinzu. Die Lehrerin hilft den Schülern schließlich dabei, das Stück auf Deutsch zu schreiben, der Theaterpädagoge bei der szenischen Umsetzung. Foto: Carlos Pedrosa

Können Sie uns etwas zur Entwicklung des Festivals seit der ersten Ausgabe sagen?

Was wir feststellen können, ist, dass die Stücke im Laufe der Jahre immer besser geworden sind. Das haben wir sicherlich zum großen Teil dem Dramaturgen und Theaterpädagogen Carlos Melo zu verdanken. Durch ihn sind die Proben mehr als ein In-Szene-Setzen des Textes; die Schüler haben gelernt, was es heißt, auf der Bühne zu stehen. Wir haben bewiesen, dass man an jeder Schule Theater machen kann. Ich denke, die Tatsache, dass Schülergruppen, die einmal dabei waren, immer wieder mitmachen wollen, spricht für sich!

Was macht die Faszination dieses Projekts ihrer Meinung nach aus?

Ich denke, da gibt es verschiedene Punkte:
1. Die Schüler schreiben ihr eigenes Theaterstück.
2. Sie haben die Möglichkeit, ihre Arbeit mit der anderer Gruppen zu vergleichen.
3. Das Stück wird einem größeren Publikum vorgeführt als nur der eigenen Schule oder Familie.
4. Die Schüler verlassen ihre Schule und nehmen an etwas Größerem, an einem richtigen Festival, teil.
5. Ihr Einsatz wird anerkannt.

Das Thema dieses Jahres ist Andere - Os Outros. Welche Art der Theaterstücke können wir dort ihrer Meinung nach erwarten?

Die Kreativität kennt keine Grenzen! Generell gilt: Das Ergebnis ist jedes Mal überwältigend – die Vielschichtigkeit der Resultate überragt immer wieder alle Erwartungen.

Sehen Sie aus pädagogischer Sicht einen Mehrwert in dieser Art des Unterrichts?

Natürlich. Theater im Unterricht zu nutzen bricht die Monotonie des Sprachunterrichts und ermutigt zur individuellen und kollektiven Kreativität. Außerdem lernen die Schüler, sich besser zu konzentrieren und auch die Stille für sich zu nutzen (ein problematisches Thema, vor Allem bei jungen Schülergruppen). Außerdem werden Selbstbewusstsein und Respekt für das „künstlerische Ziel“ gefördert.
Schüler lernen sich selbst und ihre Fähigkeiten besser kennen und nutzen; sie lernen mit Unerwartetem/Unbekanntem umzugehen, erlangen Techniken, um dem Publikum zu begegnen, zuzuhören und sich Gehör zu verschaffen. Das alles geschieht in jeder Probe, und das ist ein unglaublicher Mehrwert für die Schüler und ihren weiteren Lebensweg.

Hat das euer Interesse geweckt? Der Eintritt zu den Aufführungen, die am Nachmittag des 4. und 5. Mai im Fórum Municipal Romeu Correia in Almada stattfinden, ist frei, bei größeren Gruppen ist aber eine Anmeldung per E-Mail erwünscht. Genauere Informationen findet ihr hier oder auch bei Facebook.
Veronika Faust

Copyright: Tudo Alemão
April 2017

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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