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Jugend am Drücker

Jugendfotos = Fotos der Jugend? Dass hier hauptsächlich Jugendliche den Auslöser drücken, möchte man angesichts der Fülle an professionellen und ausdrucksstarken Bildern, die unter www.jugendfotos.de präsentiert werden, fast nicht meinen. Todo Alemán wollte wissen, was sich hinter dem Konzept mit dem einprägsamen Namen verbirgt und hat Andi Weiland (26), einen der Macher, dazu befragt.

Was ist Jugendfotos genau?

Jugendfotos ist eine Plattform, auf der junge Fotografen anderen Medienmachern, wie zum Beispiel Schülerzeitungen, Jugendmagazinen oder Blogs, ihre Fotos zu nicht kommerziellen Zwecken zur Verfügung stellen.

Wenn ich also einen Artikel zum Waldsterben mit Bäumen bebildern möchte, kann ich mir das entsprechende Bild bei Jugendfotos kostenlos herunterladen. Werden die Fotografen auch namentlich genannt, wenn ihr Foto veröffentlicht wird? 

Ja natürlich. Das klappt sehr gut. Man kann als Fotograf auch immer noch mal bei der Redaktion nachhaken, ob das Foto schließlich verwendet wurde oder nicht.

Wie seid ihr auf die Idee zu Jugendfotos gekommen?

Die Idee ist 2005 entstanden, weil es bis dato nicht möglich war, kostenlos Bilder in journalistischer Qualität aus dem Netz herunter zu laden. Nach einem Jahr hatte die Community ein paar hundert User, sprich junge Fotografen, die ihre Bilder auf unserer Seite hochgeladen haben. Heute sind es deutschlandweit fast 12.600.


Dann seid ihr also relativ schnell gewachsen. Wie habt ihr das geschafft?

Einen spürbaren Bekanntheitsschub erhielten wir durch unsere Fotowettbewerbe, insbesondere den Wettbewerb „Gesinnungslos“ gegen rechte Gewalt. Da der Wettbewerb von studiVZ (Anm.der Red.: bekannteste Plattform für studentischen Informationsaustausch) auf der Startseite beworben wurde, stieg infolgedessen auch die Zahl unserer Mitglieder merklich an.

Wer kann bei Jugendfotos mitmachen?

Alle, die gerne fotografieren und unter 27 Jahre alt sind.

Wie sichert ihr die Qualität der bei Jugendfotos präsentierten Bilder?

Es gibt sogenannte Moderatoren, die den Fotografen konstruktive Kritik zu ihren Aufnahmen geben. Wenn beispielsweise die technischen Voraussetzungen nicht gegeben sind, das Bild etwa einen Rahmen hat, falsch belichtet oder Text im Bild ist, dann bekommt der jeweilige Fotograf vom Moderator eine Benachrichtigung im Sinne von: „Das Foto finde ich gut, aber …“

Wie wichtig findest du dieses Feedback?

Sehr. Dadurch kann man regelrecht sehen, wie manche der Fotografen mit uns gewachsen sind und sich weiterentwickelt haben.

Was tut ihr darüber hinaus, um junge Fotografen zu fördern?

Wir bieten auf unserer Seite auch Tutorials zu bestimmten Themen wie etwa „Panorama-Fotografie“ an. Diesen Bereich wollen wir künftig noch stärker ausbauen.

Setzt Jugendfotos Trends in der Fotografie?

Das wäre zu hoch gegriffen. Es ist eher so, dass man bei uns ganz gut ablesen kann, was gerade angesagt ist – momentan gibt es beispielsweise einen Trend zur Retrofotografie, das heißt, die Bilder werden so bearbeitet, als seien sie in den 70er Jahren oder durch eine Analogkamera entstanden.

Seid ihr auch mit anderen Anbietern vernetzt?

Ja, über das Netzwerk der Jugendpresse Deutschland oder Youthmedia.eu gibt es auch europäische Plattformen, die nach demselben Prinzip wie Jugendfotos arbeiten. Dank eines Übersetzungstools ist es somit auch möglich, Bilder zu finden, die beispielsweise von Polen oder Franzosen hochgeladen wurden.

Was wünschst du dir für die Zukunft eurer Foto-Community?

Ich würde mir wünschen, noch mehr Fotowettbewerbe organisieren zu können, weil das immer sehr viele interessante Bilder zu einem Thema hervorbringt und die Kreativität fördert. Außerdem fände ich es schön, wenn die Community selbst aktiver würde und es noch mehr Austausch und Kommunikation untereinander gäbe. Die Plattform lebt schließlich davon, dass sich die Leute gegenseitig Anregungen geben.

Franziska Gerlach
arbeitet als freie Autorin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache in München.

Copyright: Todo Alemán
Februar 2012

Originalsprache: Deutsch

     

     
     

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