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Wind- und Kitesurfen rund um Lissabon

(c) Corinna Lawrenz© Corinna Lawrenz
Lissabon ist eine windige Stadt. Wenn die Nortada an der Küste bläst, weht in der portugiesischen Hauptstadt eine meist leichte, manchmal aber auch kräftige Meeresbrise. In den Straßen und Gassen tanzt dann die bunte Wäsche vor den Fenstern im Wind und die angenehme Erfrischung sorgt dafür, dass auch im Sommer Städtereisende ihren Weg in Europas westlichste Metropole finden.

Doch auch wer auf der Suche nach der perfekten Kombination aus Wind und Wellen ist, findet keine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt ideale Bedingungen. Besonders im Frühjahr und Sommer, wenn in manch einer europäischen Region kein Lüftchen weht, zieht es viele Kite- und Windsurfer nach Portugal. Nachtleben, Sightseeing und Wassersport verbinden – an kaum einem Ort geht das so gut wie hier.

Der Legende nach war es Odysseus, der den Grundstein für die Errichtung Lissabons an der Mündung des Tejo legte. Treu dem Erbe ihres seefahrenden Gründers ist die Stadt auch heute noch dem Meer zugewandt. Dies gilt dabei längst nicht mehr nur für den Fischfang und die allgegenwärtige Erinnerung an die ruhmreichen Entdecker-
fahrten, sondern auch für die steigende Begeisterung aller Arten von Wassersport.

© Corinna LawrenzGerade einmal dreißig Kilometer liegen zwischen dem Stadtzentrum und einem der beliebtesten Surf-
reviere der ganzen Region, dem legendären Strand von Guincho, der schon für Windsurfer der ersten Generation ein populäres Reiseziel war. Viele Wind- und Wellensuchen-
de kommen wegen der konstanten Windbedingungen im Frühjahr und Sommer hierher. Die lokale Thermik schafft zusammen mit der dann zuverlässig wehenden Nortada ideale Voraussetzungen für ausgiebige Surftage. Die reizvolle Landschaft mit der Serra de Sintra und die Strandbar für den Sundowner tun ihr Übriges. Doch Guincho ist nicht nur berühmt für seine konstanten Bedingungen, sondern auch berüchtigt – und mit seinem fast immer heftigen Wellengang keinesfalls ein gut geeignetes Anfängerrevier. Wenn die Wassersport-
ler ihre Bretter aufbauen, wagt sich wegen der heftigen Strömung kaum ein Badegast mehr in die Fluten. Selbst bei scheinbar ruhigen Verhältnissen ist der Sog aufs Meer nicht zu unterschätzen.

Etwas entspannter sieht es südlich der Tejomündung aus. Eine Fahrt über die an San Francisco erinnernde Ponte 25 de Abril führt zum über 15 Kilometer langen Strand der Costa da Caparica, wo sowohl Wind als auch Wellen und Strömung gemäßigter werden. Je weiter man nach Süden kommt, desto einsamer wird es, zumindest in der Nebensaison. In der Hauptsaison sind Parkplätze hingegen knapp und Platz für die Kitesurfer ist sowohl am Strand als auch auf dem Wasser nur begrenzt vorhanden. Die Strände sind dann fest in der Hand der Badegäste, die nicht nur das erfrischende Nass genießen, sondern mit Kühltruhe und Sonnenschirm bewaffnet den breiten Sandstrand in eine Picknickzone verwandeln.

© Corinna LawrenzViele Wassersportler kommen daher vor allem in der Nebensaison hier-
her, um an den südlichen Stränden der Costa da Caparica Wellen abzu-
reiten oder auf der Lagoa de Albufeira, einer Lagune mit stehtie-
fem Wasser, ihre Runden zu drehen. Wer sich nicht selbst aufs Wasser wagt, kann hier von den Dünen aus sowohl das bunte Treiben auf der Lagune als auch den ein oder anderen Sprung in die Wellen der Meerseite beobachten. Wie fast überall ist auch an diesem Strand für den kulinarischen Tagesabschluss bei Sonnenuntergang gesorgt und schließlich belohnt die Rückfahrt über die Ponte 25 de Abril mit einem der schönsten Ausblicke auf die Lichter der Stadt.

Sollte doch einmal ein windstiller Tag dabei sein, gibt es hier vielleicht ein paar Wellen, ein bisschen Sightseeing oder ganz einfach einen Galão im Schatten einer Palme. Und wenn die bunte Wäsche dann wieder anfängt zu tanzen, sieht man die Autos mit dem Surfgepäck in Windeseile in Richtung Küste düsen.
Corinna Lawrenz,
geboren und aufgewachsen in Nürnberg, liebt es schon immer mit Notizbuch und Kamera die Welt zu erkunden. Nach dem Abitur ging sie für ein halbes Jahr nach Paraguay und studierte dann in Düsseldorf Medien- und Kulturwissenschaft. Danach zog es sie wieder in den Süden; in Lissabon setzt sie ihr Studium mit einem Master in Estudos de Cultura fort und berichtet für tudo alemão von dem, was sie an ihrem neuen Wohnort fasziniert.

Copyright: Tudo Alemão
August 2013

Originalsprache: Deutsch

     

     
     

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