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Tudo biológico - Bio Läden in Lissabon

© Eva Gür© Eva Gür
Der Bio-Hype in Deutschland ist schon seit einiger Zeit groß und das Geschäft mit dem Biosiegel boomt. An fast jeder Ecke findet man mittlerweile einen Bio-Supermarkt. Alnatura, Basic, denn’s oder LPG heißen sie und bieten eine enorme Auswahl an Pro-
dukten aus kontrolliert biologischem Anbau. Aber wie schaut’s damit in Portugal aus?


Das Thema „Bio” ist hier eher noch ein Geheimtipp, der Gedanke noch nicht weit verbreitet. In Lissabon muss man schon gezielt suchen, wenn man sich ökologisch ernähren will, aber es gibt durchaus verschiedene Möglichkeiten und die Nachfrage wächst!

Ich bin als „Bio-Kind” aufgewachsen, das heißt mir wurden die Werte gesunder Ernährung und bewussten Einkaufens schon früh ans Herz gelegt. Als ich vor einem Jahr nach Lissabon gezogen bin, habe ich mich also ganz selbstverständlich auf die Suche gemacht und lade auch euch jetzt auf eine kleine „Öko-Reise” durch die portugiesische Haupt-
stadt ein.
Zuerst will ich aber erklären, was ich hier unter Bio verstehe: ganz einfach: Gemüse und Obst, das ökologisch angebaut wird, also ohne giftige und unnatürliche Dünger, Tiere, die nicht in Massenhaltung gemästet werden, sondern ein natürliches und gesundes Leben führen, sowie Produkte ohne chemische Zusatzstoffe. Klingt gut? Dann los, gehen wir einkaufen!

Biosupermärkte

© Eva GürAktuell gibt es sechs verschiedene Biosupermärkte in Lissabon. Der älteste und größte Laden heißt Biocoop und wurde 1993 eröffnet, gefolgt von Miosótis (2007) und dem ersten von vier Brio Märkten (2008). Auf einer Fläche von 500 qm wird bei Biocoop alles angeboten, was das Bio-Herz begehrt. Allerdings ist er ohne Auto ein bisschen schwer zu erreichen, denn er befindet sich etwas außerhalb, im Bezirk Prior Velho.

Zentraler und mit den Öffentlichen gut zu erreichen ist hingegen der Supermarkt Miosótis in São Sebastião (blaue Metro Linie). Miosótis hat ein sehr ausgewogenes Sortiment an kontrolliert biologischen Produk-
ten. Familiäres Ambiente lädt den Kunden ein, in einem überschauba-
ren Laden einzukaufen. Links neben dem Eingang befindet sich außer-
dem eine kleine Sitzecke, wo man täglich frisch zubereitete Mittags-
menüs genießen kann.
Viele Produkte im Supermarkt werden aus Deutschland oder Frank-
reich geliefert, aber es wird auch sehr darauf geachtet, nationale Produkte im Sortiment zu haben, erzählt mir der Inhaber Ângelo Rocha.
Besonders bei Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch wird auf nationale Her-
kunft und direkte Handelswege geachtet. „Es stimmt, in Lissabon ist der Öko-Gedanke noch nicht so weit verbreitet wie zum Beispiel in Deutschland. Ich wünsche mir, dass es auch bald mehr portugiesische Bio-Produkte geben wird!” fügt Ângelo Rocha hinzu. Insgesamt scheint er aber sehr zufrieden zu sein, denn der Laden läuft gut.

Das kann wohl auch der Inhaber der Bio-Kette Brio behaupten, denn im Großraum Lissabon konnte dieser bereits vier verschiedene Läden eröffnen, die alle ähnlich gut ausgestattet sind wie Miosótis.

© Eva GürWas in Deutschland landesweit üblich mit dem Begriff „Reformhaus” benannt wird, ist in Portugal unter dem Namen Celeiro-Dieta zu finden. Seit mehr als dreißig Jahren stehen die Celeiro-Geschäfte für gesunde Ernährung und sind mit neunzehn Filialen im Großraum Lissabon vertre-
ten. Einige der Geschäfte führen auch eine angeschlossene Kantine, in der man besonders mittags gut und günstig essen kann. Celeiro-Dieta bietet, neben Lebensmitteln, auch Produkte wie pflanzliche Medizin und Nahrungsergänzung an.

Die Biokiste

Wer sich sein Gemüse und Obst auf einem öffentlichen Markt, direkt vom Bauern kaufen will, hat auch dazu in Lissabon die Möglichkeit. Die portugiesische Organisation PROVE hat ein Netzwerk zu Bauern in ganz Portugal aufgebaut. Man kann sich online für verschiedene Regionen des Landes registrieren und wöchentlich auf einem Markt in der Nähe eine Kiste für 10 Euro mit individuell zusammengestellten Produkten kaufen. In Lissabon geschieht dies immer donnerstags von 17:30 Uhr - 19:30 Uhr im Mercado de Santa Clara (Metro Sta. Apolonia, blaue Linie). Der Mercado de Santa Clara bietet übrigens auch täglich Feinkost wie Honig, Gewürze, Öl, Kaffee oder Tee aus verschiedenen Regionen des Landes an.

So, nun aber genug eingekauft! Wo gehen wir essen?

Bio Restaurants

Auswärts essen gehen steht in Portugal an der Tagesordnung. Mittagessen mit den Kollegen, Lunchen mit Freunden oder Abendessen mit der Familie. Wer sich dann auch mit Lebensmitteln aus biologisch-
em Anbau bekochen lassen möchte, dem kann ich folgende Restaurants empfehlen:

© Eva GürDas BIO Restaurante Vegetariano in der Rua Francisco Sanches 39 (Arroios, grüne Metro-Linie) bietet täglich verschiedene Gerichte, zwi-
schen 5,50 und 8 Euro, an. Dazu gibt es frisch gepresste Frucht- und -Gemüse -Säfte. Das Restaurant ist relativ klein, aber dafür sehr gemüt-
lich. Wer keinen Platz mehr findet, aufgepasst: Kürzlich hat ein zweiter Laden am Praça de Alegria 40a aufgemacht. Gleiche Küche, gleiche Preise! Für mich ist es eine tolle Alternative zum Selberkochen.
Denn es schmeckt so gut wie bei Mama!
Eva Gür
hat in Deutschland Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Multimedia-und Musikjournalismus studiert. Sie hat für diverse Rundfunk- und Kultureinrichtungen gearbeitet. Aus Liebe zu Sprache und Kultur lebt sie seit einem Jahr in Lissabon und beschäftigt sich mit der portugiesischen Kulturszene.

Copyright: Tudo Alemão
Februar 2014

Originalsprache: Deutsch.
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