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Spaziergänge durch Lissabon - Immer der Nase nach

© Jana Hermsen© Jana HermsenWenn man durch eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten läuft, achtet man meistens eher auf historische Gebäude, Museen und auf die landestypischen Köstlichkeiten. Alles sehr schöne Dinge, doch ich habe Lissabon einmal anders auf mich wirken lassen...

Eine Vielfalt von Gerüchen ist während meiner Zeit in der portugiesischen Hauptstadt ein ständiger Begleiter. Während man in einer Großstadt eigentlich eher mit unangenehmen Gerüchen rechnet, werde ich in Lissabon von verschiedenen sehr guten Duftnoten überrascht: Auf den gewohnten Wegen begegnet mir so mancher Esskastanienverkäufer, der bei jedem Wetter, umhüllt von einer Rauchwolke, seine heißen, in Kohle gegarten Kastanien anpreist. Ein Geruchsgemisch aus Rauch und dem Nussaroma lässt nach einer Weile ein behagliches Gefühl von Vertrautheit in mir aufkommen, auch wenn die Rauchwolken einem manchmal tatsächlich „die Sicht vernebeln“.

© Jana HermsenIst mir eher nach etwas Süßem, reicht ein Gang in eine der größeren U-Bahn Stationen, denn hier lockt der Geruch von frischem Popcorn schon von weitem. Ein Geruch, den ich sonst nur aus dem Kino kenne, regt hier nicht nur den Appetit an, sondern führt mich auch sicher zum richtigen Metroausgang – steht doch die Popcornverkäuferin immer an derselben Stelle.

Häufig weht mir auch der Geruch von gegrillten Hühnchen um die Nase: An der Ecke auf dem Heimweg von der Arbeit oder aus verschiedenen kleineren Restaurants, die die Türen geöffnet lassen und so schon zum fertig gebratenen Mittagessen einladen.

Doch nicht nur die Gerüche von Leckereien liegen in der Luft. Typischerweise wird die Wäsche in Lissabon draußen getrocknet. An den Häusern sind vor den Fenstern Wäscheleinen angebracht, die auch meistens vollgehängt sind. Anfangs habe ich mich gewundert, woher denn der frische Waschmittel-Geruch auf den Straßen kommen mag. Schütten die Leute vielleicht ihre Putzeimer auf dem Gehweg aus? Nein, es ist die Wäsche, die draußen im Wind flattert und während des Trocknens einen angenehmen Duft verbreitet.

© Jana Hermsen Überrascht bin ich auch bei einem Spaziergang am Rio Tejo, in der Nähe des Platzes Praça do Comércio. Am Fluss erwartete ich eigentlich eher einen leichten Fischgeruch, als mich der Duft von Nadelholz aufblicken lässt. Hier steht doch weit und breit kein Baum! Aber es riecht eindeutig nach Nadelholz. Ein lärmendes Geräusch von einem Auto, dass über die Brücke fährt, lenkt meinen Blick auf die Straße: Ja! Die Brücke ist aus Holz.

Wenn sie nach einem Regenschauer trocknet, gibt sie tatsächlich diesen wunderbaren Duft ab. Beim nächsten Windhauch ist dieser allerdings auch schon wieder verschwunden und der Fluss riecht wieder, wie er riechen soll...

Selbstverständlich heißt es leider auch in Lissabon an manchen Orten „Nase zu und durch“ – aber die nächste Popcornverkäuferin ist ja nicht zum Glück nicht mehr weit!
Jana Hermsen

Copyright: Tudo Alemão
Januar 2015

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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