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Maria Wurst
Wie die Currywurst nach Portugal kam...

© Maria Wurst© Maria Wurst
Stammt sie aus Berlin oder aus Hamburg? Selbst im Heimatland der Currywurst ist man sich nicht einig. Fakt ist, dass die Currywurst ein fester Bestandteil der deutschen Küche ist. Sie ist im ganzen Land bekannt und gilt als beliebter Schnellimbiss. Mit Brötchen oder alternativ mit Pommes Frites wird die Wurst mit einer Soße aus Tomaten, Curry und Paprikapulver serviert.


Und was macht die Currywurst in Portugal?

Auf einer Esplanada in Belém, neben vielen verschiedenen Street-Food-Trucks, stolpere ich eines Tages über die Imbissbude von Maria Wurst. Es riecht nach Heimat. Sofort erinnere ich mich an meine Studienzeit, in der ich meinen Lebensunterhalt in der Münchner Curry-
wurstbude Alles Wurscht verdient habe. Dort habe ich nicht nur alles rund um die Currywurst gelernt, sondern auch eine zweite Familie gefunden. Als waschechte „Currywurst-Expertin“ beginne ich deshalb sofort kritisch das in Portugal so exotische Grillgeschäft zu begutachten.

© Maria WurstDas Design des Imbisswagens von Maria Wurst stimmt schon mal. Außen rustikales Holzmuster, eine weiß-rot-karierte Markise schmückt die Theke und auf dem Dach pran-
gert das Label: Eine große rote Wurst mit dem Schriftzug des Geschäfts. Auf dem Gas-Grill brutzeln verschie-
denen Würste, die ein überschau-
liches und gut gewähltes Angebot liefern: Thüringer, Merguez, rote Bratwurst und natürlich die weiße Currywurst. Alles lässt sich mit Brötchen, Sauerkraut und gerösteten Zwiebeln kombinieren. Bierbänke stehen vor dem Wagen und zur Erfrischung gibt es deutsches oder portugiesisches Bier. Das Ambiente ist perfekt!

Ich werde auch direkt auf Deutsch und Portugiesisch begrüßt, denn Maria Wurst ist ein bi-nationales Projekt. Ideengeber sind Ina aus Freiburg und Francisca aus Lissabon. „Maria ist der populärste Mäd-
chenname in Portugal. Wurst das beliebteste Essen der Deutschen.“ So heißt es auf ihrer Facebook-Seite. Ina und Francisca. Eine Blonde und eine Brünette. Eine Deutsche und eine Portugiesin und beide haben Unternehmergeist und guten Geschmack zusammengebracht. Stolz sind sie auf ihre Würste, die von einem deutschen Metzger hergestellt werden. Das PDO-Fleisch, das er verwendet, kommt aus dem portu-
giesischen Alentejo. (PDO = geschützte Ursprungsbezeichnung, die besagt, dass Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Produkts in einem bestimmten geographischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgen)

Und wie läuft das Wurstgeschäft?

© Maria WurstIn den vergangenen Monaten haben Francisca und Ina den Festival-
sommer Portugals genutzt und sich mit ihrem Food-Truck auf den großen Festen im ganzen Land platziert. Jetzt ist es Zeit, sich einen festen Standort zu suchen. Außerdem pla-
nen sie im Bereich Catering, Events, Hochzeiten und Firmenfeiern Fuß zu fassen. Dafür wollen sie ihre Web-
seite und die Speisekarte etwas ausbauen. Für die Zukunft wünschen sie sich ein kleines Lokal, am Besten mit Biergarten. Es sieht so aus, als wäre die Currywurst in Portugal angekommen.

Ach ja, und für alle, die der deutschen Kochkunst im Ausland kritisch gegenüber stehen: Die Wurst schmeckt! Sie schmeckt tatsächlich auch in Portugal.
Eva Gür
hat in Deutschland Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Multimedia-und Musikjournalismus studiert. Sie hat für diverse Rundfunk- und Kultureinrichtungen gearbeitet. Seit Anfang 2013 lebt sie in Lissabon und beschäftigt sich mit der portugiesischen Kulturszene.

Copyright: Tudo Alemão
Oktober 2015

Originalsprache: Deutsch.
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