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Web Summit 2016 in Lissabon - Die Zukunft gehört den Startups

© Eva Gür© Eva GürVom 7. bis 10. November fand zum ersten Mal Europas größte Tech-Konferenz in Lissabon statt. Nie zuvor hatte der Web Summit seine Heimat Dublin verlassen. Mit offenen Armen empfing Lissabon über 53.000 Menschen aus aller Welt.

Kleine und große Startups, billionenschwere Investoren, internationale Presse und Generationen von Tech-Geeks versammeln sich auf dem ehemaligen EXPO-Gelände in Lissabon. Was eine Veranstaltung in dieser Größenordnung und Wichtigkeit für Auswirkungen auf die Stadt hat, wollte Eva Gür für uns herausfinden und hat sich dazu viele Talks angehört und mit Menschen vor Ort gesprochen.

Lissabon: Das Silicon Valley Europas. Dieser Vergleich wurde in den Medien schon gezogen, bevor der Web Summit in die Stadt kam. Aber eine Veranstaltung dieser Dimension unterstreicht einen solchen Vergleich natürlich deutlich. Auch wenn er von den Portugiesen selbst nicht sehr gerne gehört wird, präsentiert sich die Stadt immer wieder gerne als die perfekte Startup City Europas. Sonne, Surfen und im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen noch relativ erschwingliche Preise - all das macht die Stadt attraktiv für Jungunternehmer aus aller Welt. Natürlich nur, wenn diese nicht vom portugiesischen Mindestlohn leben müssen oder ähnlich schlecht bezahlt werden. Daher heißt die Devise: Selber machen und auf Investoren hoffen!

200 Millionen für portugiesische Startups

© Eva GürPremierminister Antonio Costa verkündete einen öffentlichen Fond von 200 Millionen Euro, um portugiesische Startups zu unterstützen und nahm die Eröffnungsfeier der Web Summit als Gelegenheit, sein Land zu promoten: „Ich will, dass sich alle Teilnehmer an Portugal als ein dynamisches und offenes Land für Unternehmertum erinnern. Ich möchte, dass sie nach diesen Tagen gerne zurückkommen und in Portugal investieren. Sie sind immer herzlich willkommen!“. Tosender Applaus, eine spektakuläre Lichtershow und sehr viel Glitzerkonfetti. So wurde der Web Summit eröffnet.

Große Show und viele Superlative - so verliefen auch die nächsten Tage. Auf den Bühnen wurde „getalked“ und sich präsentiert was das Zeug hält, zwischen den drei Kongresshallen des FIL (Feira International de Lisboa) und der MEO-Arena wurden schnellen Schrittes und immer aufs Smartphone starrend gleichzeitig neue Kontakte geknüpft und auf den großen Investor gehofft. Der wurde dann vielleicht auf der Night Summit im Bairro Alto oder auf der Pink Street im Cais do Sodré gefunden. Bei ein paar Bier lässt es sich bekanntlich am Besten verhandeln. Jedenfalls lautet so die allgemeine Einstellung in der Startup-Szene.

Wie Lissabon von der Web Summit profitiert

So investierten die Web Summit-Teilnehmer zumindest schon einmal in die Gastronomie Lissabons. Den wirtschaftlichen Einfluss auf die Stadt, wenn mehr als 50.000 Menschen aus allen Ecken der Welt für einen Kurztrip kommen, kann man sich ungefähr vorstellen. Dublin hat aus diesem Sektor im Vorjahr um die 100 Millionen Euro eingenommen. Alles richtig gemacht, Lissabon?

© Eva Gür„Auf jeden Fall“, findet João Vasconcelos, Staatssekretär für portugiesische Industrie und Gründervater von Startup Lisboa, dem Inkubator Lissabons (Lissabon startet durch - Wie die Stadt zum Startup-Hub wurde). So sagt er in einem Interview bei SIC Notícias, dass der Web Summit eine Marke sein will, die hilft, der Welt dieses neue, innovative Portugal zu zeigen und dass das Auswirkungen für die Zukunft des Landes haben wird. Ihm zufolge wächst eine Generation heran, die Portugal und sich selbst wieder Hoffnung für eine erfolgreiche Zukunft gibt. So kehren momentan auch viele Portugiesen, die zum Höhepunkt der Wirtschaftskrise ausgewandert sind, in die Heimat zurück, um Teil der Startup-Szene zu werden. Keine Generation war je so gut ausgebildet und so global vernetzt wie die heutige. Und sie ist dabei, etwas im Land zu verändern. Der Web Summit mag ein funkelnder Diamant sein, der die internationale Aufmerksamkeit auf das Land zieht. Verändern wird es sich so oder so.
Eva Gür
hat in Deutschland Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Multimedia-und Musikjournalismus studiert. Sie hat für diverse Rundfunk- und Kultureinrichtungen gearbeitet. Seit Anfang 2013 lebt sie in Lissabon und beschäftigt sich mit der portugiesischen Kulturszene.

Copyright: Tudo Alemão
Dezember 2016

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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