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Fünf Tipps für Wintertage in Lissabon

© Birke Resch© Jonathan DateNach einem langen und heißen Sommer hatten wir fast vergessen, dass es Regen und graue Wolken auch in Lissabon gibt. Winter, was war das nochmal? Doch die dunkle Jahreszeit kommt, und mit ihr verregnete Wochenenden und kalte Füße. Fünf Tipps, um den Winter in Lissabon trotzdem zu genießen.
1. Stundenlang im Café lesen

Auch nach einem Jahr in Lissabon entdecke ich bei meinen Spaziergängen immer wieder neue, gemütliche Cafés. Nur macht es bei 30 Grad im Schatten keinen Spaß, drinnen zu sitzen. Jetzt steht endlich der Winter bevor und dem Café-Besuch nichts mehr im Weg. Meine Empfehlungen: Das Kaffeehaus in Chiado, ein Wiener Café mitten in Lissabon mit Apfelstrudel, Käsekuchen, heißer Schokolade und einer Auswahl internationaler Zeitungen. Das Tease am Praça das Flores, ein Hipster-Café wie aus dem Bilderbuch mit kitschigen Kronleuchtern über der Theke und einer großen Auswahl an liebevoll verzierten Cupcakes. Und das Café Vertigo, ebenfalls im Chiado, mit einer ganz besonderen Inneneinrichtung: Die Decke besteht aus farbigem Glas und taucht die alten Fotografien an den Wänden und die antiken Möbel aus dunklem Holz in ein milchiges Licht. Bei einem Tee und einem Stück glutenfreier Schokoladentorte könnt ihr hier Stunden verbringen, während es draußen in Strömen regnet.

2. Ein Museum besuchen, das ihr noch nicht kennt

© Jonathan DateDie Museen haben das gleiche Problem wie die Lissabonner Cafés: In einer Stadt mit so vielen Sonnenstunden fällt es leicht, sie zu vernachlässigen. Das aber wäre mehr als schade, deswegen widme ich die kommenden verregneten Wochenenden der vielfältigen Museenlandschaft in der portugiesischen Hauptstadt. Der Eintritt in viele Museen ist am ersten Sonntag jeden Monats sogar kostenlos, darunter das Museu Nacional de Arte Contemporânea, das Museu Nacional de Arte Antiga, das Museu Nacional do Azulejo und das Museu Calouste Gulbenkian, die alle sehenswert sind. Auch ein Besuch im Museu Coleção Berardo im Centro Cultural de Belém lohnt sich: Die Kollektion umfasst Kunst aus Epochen des 20. und 21. Jahrhundert wie Surrealismus, Minimalismus und Pop Art und legt dabei den Schwerpunkt auf moderne portugiesische Kunst.

3. Stürmisches Wetter am Strand erleben

An den Strand fahren ist die Lieblingswochenendbeschäftigung der meisten Portugiesen in Küstennähe. Doch sobald die Temperaturen unter 25 Grad sinken, ist es den Einheimischen zu kalt. In den Wintermonaten sind die Strände in Lissabons Umgebung deshalb oft fast menschenleer. Das kommt mir gerade recht, denn, wie ich als Norddeutsche bezeugen kann, haben Strände im Winter ihren ganz eigenen Charme: dramatische Wolkenhimmel, aufgepeitschte See, Wind und kühler Nieselregen im Gesicht... Also, warm anziehen und ausprobieren! Praia de Carcavelos, Praia do Guincho und Costa da Caparica sind besonders schön. Wenn das Wetter mitspielt ebenfalls toll: Auf der Linie nach Cascais in São João do Estoril aussteigen und am Strand entlang bis nach Cascais laufen.

4. Auf Märkten shoppen – aber überdacht!

© Jonathan DateIm Regen über den Flohmarkt schlendern macht wenig Spaß. Zum Glück hat Lissabon Alternativen für Regentage: Auf überdachten Märkten könnt ihr nach Herzenslust shoppen und schlemmen, ohne nass zu werden. Ein Favorit von mir ist Anjos70, ein Flohmarkt mit viel Kunst, Illustration und Selbstgemachtem, der jeden ersten Samstag im Monat stattfindet. Auch in den Räumlichkeiten des Espaço Amoreiras nahe der Metrostation Rato finden hin und wieder Märkte statt. Zum Beispiel veranstaltet hier The Spot Market am 3. und 4. Dezember eine spezielle Weihnachts-Edition. Überdachte Street-Food-Märkte sind zum Beispiel der Mercado da Ribeira (Time Out Market) am Cais do Sodré und der Mercado de Campo de Ourique.

5. Den Ausblick auf Lissabon genießen und warm bleiben

Auch im Winter könnt ihr den atemberaubenden Ausblick auf Lissabon und den Tejo genießen, ohne euch die Füße abzufrieren, zum Beispiel im Le Chat. Das Café/Restaurant direkt neben dem Museu Nacional de Arte hat Wände aus Glas und eine Terrasse mit Blick auf den Tejo. Im Winter sorgen Heizpilze und warme Decken auf der Terrasse für genügend Wärme. Auch auf der überdachten Terrasse des Chapitô könnt ihr die Dächer Lissabons bewundern und dank Heizstrahlern bleibt es schön warm. Die Park Bar auf dem Dach eines Parkhauses in Bairro Alto baut im Winter ein transparentes Zelt auf. Auch bei Regen könnt ihr hier mit einem Cocktail in der Hand den Sonnenuntergang über dem Tejo beobachten. So schlimm kann der Winter also gar nicht werden!
Birke Carolin Resch
hat in Hamburg, Kopenhagen und Amsterdam Ethnologie mit Schwerpunkt Migration studiert. Sie ist in Berlin geboren, hat die deutsche Hauptstadt aber erst in den vergangenen vier Jahren kennen und lieben gelernt. Nun hat es sie nach Lissabon verschlagen, wo sie als freiberufliche Deutschlehrerin arbeitet, in jeder freien Minute zeichnet und in ihrem Blog (ZwischenLissabonundBerlin) über Lissabon und Berlin berichtet.

Copyright: Tudo Alemão
November 2017

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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