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1001 Ideen in Lissabon

© Eda Kizilkaya© Derya KizilkayaIn der Mouraria, einem der ältesten Viertel Lissabons, bringt das „Centro de Inovação Mouraria“ auch an den heißesten Tagen frischen Wind in kreative Köpfe.
Vom Problem- zum Kultviertel

Im Herzen Lissabons befindet sich die „Mouraria“. Diesen Namen verdankt es seiner Geschichte: Nach der Eroberung Lissabons 1147 bekam das „Ghetto dos Mouros“ (dt. Ghetto der Araber) mit den Jahren den Namen Mouraria. Bis vor wenigen Jahren galt diese Wohngegend als Problembezirk mit überwiegend finanziell benachteiligten oder älteren Bevölkerungsschichten und Migranten.

Das änderte sich, als die Stadt im Jahre 2010 begann, stärker in die Mouraria zu investieren. Wenn man sich das Viertel heute anschaut, ist es fast nicht mehr wieder zu erkennen. Aber die Veränderungen sind nicht nur äußerlich, sondern brachten auch neues Leben und Innovation in den Bezirk.

Brutkasten für kreative Köpfe - Das Centro de Inovação Mouraria (CIM)

Der Mix aus Kultur, Geschichte und Moderne dieses Viertels bietet einen perfekten Nährboden für Kreativität. Das weiß das „Centro de Inovação Mouraria“ (dt. Zentrum für Innovation Mouraria), welches finanzielle Mittel und tatkräftige Hilfe zur Verwirklichung und Vermarktung kreativer Projekte zur Verfügung stellt.
Mitten in der Mouraria, in einem passend historisch wertvollen Gebäude befindet sich ihr Zentrum. Wo früher Olivenöl hergestellt wurde, werden seit seiner Eröffnung 2015 Ideen und Projekte im Bereich Musik, Kunst, Mode, Design und Gastronomie gestaltet.

Aber wer steckt hinter diesem Projekt?

© Derya KizilkayaBernardo Gaeiras, der Vorsitzende des CIM und FabLab Lisboa (Mouseover: Das FabLab Lisboa ist eine kleine Werkstatt, indem die Ideen/Prototypen kreiert und produziert werden können.) klärt mich auf: „Das Projekt begann vor circa 2 Jahren. Es gewann einen Ideenwettbewerb der Stadt Lissabon und wurde so mit finanzieller Unterstützung der Stadt aufgebaut. Das CIM, das sich nur aus Eigeneinnahmen und staatlichen Mitteln finanziert, hat als oberstes Ziel, einen Raum zu schaffen, der vor allem unternehmerische Projekte im kreativen Bereich fordert und fördert. Wir versuchen hier die besten kreativen Vorhaben und Köpfe zu unterstützen und so eine Anlaufstelle für neue Ideen zu sein. Gleichzeitig erhoffen wir uns, mit unserer Arbeit auch eine positive Auswirkung auf unser Umfeld und das Viertel zu haben. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, aus der Mouraria ein aktives Kultviertel zu machen, das voller Leben und Bewegung ist.“

In dem Gebäude ist Platz für 60 Projekte, jedes Projekt zahlt monatlich einen kleinen Betrag für die Räumlichkeiten und bekommt im Gegenzug gezielte Unterstützung von professionellen Mentoren mit jahrelanger Arbeitserfahrung im kreativen und unternehmerischen Bereich. Somit bietet das CIM kreativen Köpfen mit dem richtigen Coaching die perfekte Möglichkeit, in den wirtschaftlichen Sektor einzusteigen. Alles was man dafür braucht, ist eine gute Idee. Und dabei ist es nicht nur eine Anlaufstelle für Unternehmer, sondern öffnet regelmäßig mit Vorträgen und Workshops über Kunst, Design, Musik und Mode allen Interessierten seine Türen.

Und die Ergebnisse?

© Derya Kizilkaya„Wir haben einige erfolgreich laufende Projekte“, erzählt Bernardo Gaeiras stolz, „eines davon ist „Videolotion“. Das Team startete 2016 mit zwei Angestellten und arbeitet jetzt schon zu viert. Es handelt sich dabei um ein Start-Up, welches hauptsächlich Dienstleistungen im Bereich Videoproduktion anbietet und schon nach kurzer Zeit eine große Nachfrage erzielt hat. Ein anderes Beispiel ist der PopUp-Shop „ Lupa“ von Sara Ventura, ein Laden, der sich in der Nähe des CIM befindet und selbst designte Rucksäcke verkauft.“

Das CIM ist zwar das erste seiner Art, jedoch findet man in Lissabon noch mehr ähnlich geartete Projekte, welche durch die Stadt gefördert werden. Unter ihnen z.B, „Second Home“(ein Großraumbüro der anderen Art, gefüllt mit unzähligen Pflanzen) oder „Todos“ (ein innovatives und kreatives Zentrum, welches im audiovisuellen Bereich arbeitet).

„Wir wissen natürlich nicht, was die Zeit bringt, aber wir arbeiten hart, um immer besser zu werden. Wir möchten eine professionelle Anlaufstelle für kreative Projekte und StartUps werden und unsere wachsenden Leistungen, unser Mentoring und unsere Hilfe immer besser auf die Bedürfnisse der Projekte abstimmen. Ich wünsche mir außerdem, dass das CIM weiter wächst und noch aktiver wird“, sagt mir der Vorsitzende des CIM beim Abschied.

In diesem Sinne: Schau doch mal vorbei und lass deiner Inspiration freien Lauf! Ich werde es tun.
Derya Kizilkaya
ist geboren und aufgewachsen in der Nähe von München. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Porto, studiert sie derzeit Kommunikationswissenschaften an der Nova Universität Lissabon und parallel auch Sprachen, Literaturen und Kulturen an der Universität Lissabon. Als Deutsche mit türkisch-kurdischen Migrationshintergrund, Leidenschaft und Leben in Portugal, ist sie Weltbürgerin zwischen den Kulturen.

Copyright: Tudo Alemão
Januar 2018

Orignalsprache: Deutsch

     

     
     

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