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Mystik, Masken und Mee(h)r –
das Festival Internacional da Máscara Ibérica kehrt spektakulär zurück.

© Sophie FichtnerEin Schamane und seine Trommler © Marco Franco

Ungläubig bewege ich mich durch ein buntes Fahnenmeer und schlängele mich vorbei an einer dicht gedrängten und laut jubelnden Menschenmenge, um einen Blick auf feuerrote Drachen, hölzerne Waldgeister und einen gehörnten Teufel zu erhaschen. Doch es ist kein Traum, sondern die spektakuläre Realität des "Festival Internacional da Máscara Ibérica“ (kurz FIMI), das dieses Jahr bereits zum 14. Mal stattfindet. Wenn es am 16. Mai endlich losgeht, wird der Jardim da Praça do Império in Lissabons Stadtteil Belém für vier Tage wieder die zentrale Anlaufstelle von Maskenbegeisterten aus der ganzen Welt sein, die dort ihre eigene, ganz spezielle Version des Karnevals feiern.

„Das Programm wird immer reicher, intensiver und vielfältiger“

Das Festival hat in seinem 14-jährigen Bestehen eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht, wie mir Hélder Ferreira, Präsident des Kulturvereins Progestur erzählt. Progestur ist neben der zur Stadt Lissabon gehörenden EGEAC und der in diesem Jahr erstmalig vertretenen Stiftung INATEL einer der Hauptorganisatoren des Festivals. Alles fing mit einem kleinen Masken-Umzug an. Mittlerweile hat sich das Festival zu einem kulturellen Groß-Event entwickelt, das seinen festen Platz im Kalender der Lissabonner und der Maskenliebhaber auf der ganzen Welt hat.

„Jedes Jahr versuchen wir einen weiteren Schritt in der Entwicklung des Festivals zu machen. Das Programm wird immer reicher, intensiver und vielfältiger“, so Ferreira. Man ist stolz darauf, dieses Jahr die Rekordzahl von 41 Gruppen mit insgesamt 650 Teilnehmern präsentieren zu können. Die Gruppen stammen dabei nicht nur von der iberischen Halbinsel, sondern auch aus Ungarn, Italien, Irland, Macao und Kolumbien. Denn obwohl das Festival explizit die iberische Kultur im Namen trägt, nehmen jedes Jahr Gruppen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Erde teil. „Die Maske ist ein großes Kulturerbe von transversalem und universellem Charakter“, berichtet Carla Raposeira, die Direktorin der Kulturabteilung von INATEL. Das Festival fördere den kulturellen Austausch zwischen den Ländern und erweitere damit die kulturellen, institutionellen und sozioökonomischen Beziehungen.
Und den Zuschauern gefällt das - je bunter und vielfältiger, desto aufregender und spektakulärer wird es, so die einfache Gleichung.

Staunen, tanzen oder debattieren - vieles ist möglich

Der Umzug vor altehrwürdiger Kulisse in Belém © ProgesturDer unbestrittene Höhepunkt jedes Festivals ist der Maskenumzug. Darin sind sich auch Ferreira und Raposeira einig. „Keine Frage: den Umzug“, so letztere auf die Frage, was man auf keinen Fall verpassen sollte. Diesjährig findet dieser am Samstag, den 18.05.2019 ab 16:30 statt. Dann versammeln sich alle teilnehmenden Gruppen und verwandeln die Straßen rund um den Praça do Império in ein beeindruckendes Tollhaus.

Aber auch über den Umzug hinaus gibt es ein breites Rahmenprogramm, das kaum Wünsche offen lässt. Abends lädt der„Palco Ibérico“ zum Zuhören und Tanzen ein, wenn sich portugiesische und spanische Bands mit mittelalterlich anmutender Musik dem Publikum präsentieren. Dazu gibt es einen Fotowettbewerb, öffentliche Debatten, diverse Ausstellungen, den Verkauf von Kunsthandwerk und regionalen Produkten und vieles mehr.

Das komplette Programm kannst du dir hier angucken.

„Mehr Interaktion mit dem Publikum“

Angesprochen auf die Besonderheiten der diesjährigen Ausgabe sagt Raposeira, dass sich die Zuschauer allgemein auf mehr Aktivitäten bei Musik, Tanz und Theater freuen können. Darüber hinaus sei das wichtigste Ziel dieses Jahres die „verstärkte Interaktion zwischen teilnehmenden Gruppen und dem Publikum“. Wenn ich mir die Masken so ansehe, klingt das schon fast wie eine Drohung. Wen das jedoch nicht abschreckt, der sollte sich die Tage vom 15. bis zum 19. Mai dick in seinem Kalender anstreichen, wenn sich dort, wo der Tejo sich öffnet und langsam in die großen Weiten des Atlantiks übergeht, wieder Drachen und Teufel begegnen. Nur in echt eben. Palco Ibérico lockt mit freiem Eintritt und einzigartiger Musik © Progestur
Mattis Weber

Copyright: Tudo Alemão
Mai 2019

Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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