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Mein Lissabon

Stürzenbecher© Stürzenbecher

Lissabon – die Stadt des Lichts, des Fado und Pessoas. Aus aller Welt kommen Menschen in die portugiesische Hauptstadt, um sie für kurze oder längere Zeit zu erleben. „Tudo alemão“ fragt bei deutschsprachigen Stadtbewohnern nach, was das Leben in Lissabon für sie attraktiv macht.

Mein Name ist Lena, ich komme aus Graz in Österreich.
Von Ende Februar bis Mitte Juni 2012 habe ich in Lissabon gelebt, in einem Hostel gearbeitet und einen Portugiesischkurs gemacht. Dreieinhalb Monate – mir persönlich war das viel zu kurz. Letzten August habe ich mich in die Stadt verliebt und liebe sie noch immer. Ich finde es einzigartig, dass überall kleine grüne Oasen
versteckt sind. © Stürzenbecher Man biegt einmal „falsch“ um die Ecke und schon stolpert man über ein neues liebstes Parkbänkchen zum Träumen. Ganz oft hat man von dort aus eine atemberaubende Aussicht. Manchmal leisten freilaufende Pfauen beim Verweilen Gesellschaft. Für mich sind das Momente wie aus den schönsten Gedichtbänden. Am meisten wird mir aber wohl die portugiesische Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft fehlen: Da bietet dir jemand einen Platz neben sich auf der Bierbank an, inklusive seiner letzten Sardine und einem Bier. Das ist für mich kaum zu übertreffen. Portugiesisch habe ich auch „um poquinho“ gelernt - mehr aber dank der kostenlosen Unterrichtsstunden, die portugiesische Burschen nachts gern mal österreichischen Mädels geben. Mein Kurs war zwar super, aber das Bairro Alto am Vorabend einfach zu verlockend, um wirklich ausgeschlafen hinzugehen. Mittlerweile bin ich wieder in Österreich und kann etwas genießen, das ich definitiv vermisst habe: Schlaf!

Ich bin Berit. Meine Heimat ist Stralsund – ich bin ein Kind von der Küste.
Portugal und seine Kultur haben mich schon lange Zeit interessiert. Im Februar 2012 bin ich nach Lissabon gekommen und für ein halbes Jahr geblieben. Wirklich einmalig finde ich die Lage von Lissabon, seine Atmosphäre, das Licht, das Auf und Ab der Straßen.
© StürzenbecherIn dieser Stadt hatte ich ein Lebensgefühl, das ich ganz einfach „Leichtigkeit“ nennen würde. Wieder zurück in Deutschland vermisse ich dieses Gefühl, meine neuen Freunde und die wunderschönen Ausblicke am meisten. Während meiner Zeit in Portugal habe ich als Erzieherin im Nachmittagsprogramm vom Kindergarten der Deutschen Schule Lissabon gearbeitet.
Portugiesisch kann ich leider nicht. Ich verstehe viel, traue mich aber nicht zu sprechen. Vor meiner Abreise hatte ich in Berlin einen Intensivkurs gemacht. In Lissabon habe ich später noch einen weiteren Kurs begonnen. Allerdings war dieser schon ziemlich weit fortgeschritten und ich kam nicht richtig mit. Ich finde es schade, nicht sprechen zu können. Aber ich war einfach nicht zielstrebig genug und habe meine Prioritäten woanders gelegt. Erst am Ende ist mir klar geworden, was ich dadurch nicht erlebt habe und was möglich gewesen wäre. Es ist wichtig, die Landessprache zu sprechen, um sich wirklich integrieren und mit dem Leben in einem anderen Land identifizieren zu können. Naja, immerhin konnte ich mein Englisch aufbessern...

Mein Name ist Kira Henrike Hedy. Aufgewachsen bin ich in Much, einem Ort im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen.
Gerade studiere ich aber Kostümdesign und Szenografie in Hannover. Irgendwann habe ich mich beim Internationalen Büro meiner Uni erkundigt, welche Möglichkeiten und Stipendien es gibt, wenn man andere Länder kennenlernen möchte. Meiner Meinung nach ist es etwas Besonderes, im Ausland leben und studieren oder arbeiten zu können. Man sammelt viel Lebenserfahrung, wenn man auf sich selbst gestellt ist. Ich glaube, durch einen Auslandsaufenthalt wird man viel selbstständiger, offener und toleranter – gegenüber
anderen und sich selbst. © Stürzenbecher
Anfang Februar bin ich nach Portugal gekommen. Im ersten Monat habe ich in Covilhã einen Sprachkurs gemacht. Anschließend bin ich nach Lissabon gezogen und war für ein Semester Erasmusstudentin an der “Escola Superior de Teatro e Cinema” in Amadora. Portugiesisch habe ich in dieser Zeit aber nicht gelernt. Oh weh, das war sehr schwer für mich. Ich glaube, ich bin einfach nicht so sprachbegabt. Vor meinem Auslandsaufenthalt hätte ich viel, viel üben müssen, um direkt Kontakt auf Portugiesisch aufnehmen zu können. Ende August bin ich nach Deutschland zurückgekehrt und lebe jetzt mein wahres Leben weiter. Was ich an Portugal am meisten vermisse? Das Gefühl von Freiheit und Problemlosigkeit und, natürlich, den portugiesischen Café. Für mich war meine Zeit in Lissabon so besonders, weil ich mich wirklich zu Hause gefühlt habe. Man lebt in Lissabon wie in einer Schwerelosigkeit, man schwebt so vor sich hin. In Deutschland läuft die Zeit irgendwie viel schneller. Der Arbeitsdruck ist außerdem viel größer. Aber eines weiß ich auch: Ich werde Lissabon nie mehr so sehen, wie während meines Austauschsemesters.
Copyright: tudo alemão
August 2012

Originalsprache: Deutsch

     

     
     

    „Mais alemão“

    Werbekampagne des Goethe-Instituts zur Förderung des Deutschunterrichts an portugiesischen Schulen

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