Alltag

Vegan in Leipzig

© Nastasia Herold© Nastasia HeroldVor gut einem Jahr, ich lebte bereits seit vier Jahren in Leipzig, fragte mich ein Freund: „Kommste mit ins Deli?“ „Wohin?“ „Ins Deli, das is so’n veganer Burgerladen.“ Das machte mich neugierig, also sagte ich: „Ja.“

Dies war der Beginn einer neuen Liebe: Veganes Essen. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich zwar weder Veganerin noch Vegetarierin bin, aber Burger von McDonald’s und Co schon seit einer ganzen Weile mied. Das Deli liegt am Connewitzer Kreuz, also am Ende der Karl-Liebknecht-Straße (in Leipzig eigentlich nur die „Karli“ genannt). Es ist klein und gemütlich, und im Sommer sitzen die Gäste draußen nicht nur auf der Holzbank vorm Laden, sondern auch auf dem Bürgersteig.

© Nastasia HeroldAuf die Frage, was ich auf den Burger möchte, schaute ich meinen Kumpel fragend an. Begriffe wie Seitan und Tampeh waren mir als Vegan-Anfängerin bis dahin gänzlich unbekannt. Immerhin kannte ich Tofu und Sojasteak, wählte dann noch zwei der sehr lecker klingenden Soßen (mein Favorit: Petersilien-Hanf-Pesto), und dann hieß es: An einer Bio-Limo schlürfend gespannt warten. Lange dauerte es nicht, bis ich meinen ersten veganen Burger endlich in der Hand halten konnte. Die positive Überraschung: Der Burger ist größer als die, die ich von Kings oder Mc’s kenne; vegan, gesund und groß für nicht mal 4€ - jetzt musste es nur noch schmecken! Nach dem ersten Bissen schloss ich vor Genuss die Augen und brachte nur noch ein genießerisches „Hmmmmmm“ heraus. Die Burger im Deli schmecken besser als alle Fleischburger, die ich kenne – und das will was heißen, denn ich esse gern Fleisch!

Von diesem Tag an gehe ich nun fast jede Woche ins Deli, und wenn ich für längere Zeit nicht in der sächsischen Metropole bin, dann vermisse ich Leipzig vor allem Teil wegen der veganen Burger. Natürlich gibt es im Deli auch andere leckere Sachen, wie Bio-Pommes, Sandwichs, Suppen, Süßigkeiten, „Stars der Woche“ (besondere vegane Suppen und Desserts) und vieles mehr.

© Nastasia HeroldMittlerweile habe ich natürlich auch noch andere vegane Läden in Leipzig ausprobiert, welche hier wie auch in anderen deutschen Großstädten zahlreich vorhanden sind. Es sei an dieser Stelle zum Beispiel die Vleischerei in Plagwitz empfohlen, bekannt vor allem für ihre „Vöner“ (vegane Döner), die lecker schmecken und Fleischdönern in nichts nachstehen. Auch hier ist die Bedienung sehr sympathisch.
Für Restaurant-Verabredungen kann veganes und vegetarisches Essen im Symbiose auf der Karli oder im Zest in Connewitz genossen werden. Das Symbiose befindet sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Eden. Mit ausschließlich biologischen Lebensmitteln (größtenteils aus der Region) und Osmosewasser werden hier leckere Verführungen kreiert. Sonntags gibt es auch Brunch.

Es gibt noch viel zu entdecken auf den Spuren veganer Kochkunst in Leipzig, wie zum Beispiel montagabends die vegane Küche im Atari, einem Veranstaltungsladen in Reudnitz, auf dessen Internetseite ihr u.a. viele leckere, vegane Rezepte findet.
Ich für meinen Teil habe meinen Fleischkonsum mittlerweile stark reduziert und bin damit dank des guten Ausgeh-Angebots in Leipzig und vielen Rezeptideen im Internet sehr zufrieden!
Nastasia Herold
‪ studiert Lusitanistik und Französistik in Leipzig. Zu Studienzwecken verbrachte sie einige Monate in Portugal (Universidade de Lisboa) und Québec. Im Oktober 2012, noch während des Masterstudiums, gründete sie die Firma "Culture Mondial". Mit dem Unternehmen hat sich Nastasia auf weltweite interkulturelle Informationsarbeit spezialisiert.
Mehr unter www.culture-mondial.com

Copyright: Tudo Alemão
März 2014

Originalsprache: Deutsch
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