FOKUS AUF

Fremdsprachen durch Spiele lernen

 
Kurz vor Mittag. Ich spaziere auf Calea Victoriei entlang, um ein paar Stunden in schönem Garten des Filipescu Cesianu Hauses zu genießen. Es ist “der Europäische Tag der Sprachen” und seit Wochen möchte ich daran teilnehmen.

Es ist Ende September, die Sonne scheint und der Garten füllt sich mit Menschen. Ich gehe auch hinein, und entdecke auf einem der Gässchen einen französischen Workshop. Die Kinder schauen fasziniert einem kleinen Theaterspiel zu, das eine Lehrerin spielt. Ich höre aus der Ferne “le fin”, denke “quel dommage!” und drehe mich zu einem anderen Messestand um. Ich erkenne das Symbol von Institut Cervantes und freue mich, mehr und mehr Jugendliche da zu sehen. Sie sind alle Anfänger und lernen durch ein Spiel sich vorzustellen. “Hola, soy Mihai y esa es mi hermano... aaa, mi hermana, Elena”, sagt ein 13-jähriger Junge und richtet das Wort an eine Kollegin. Sie lernen ganz schnell und sie korrigieren sich selbst durchgehend.
Überall ist alles wie ein Spiel organisiert, merke ich schnell. Deshalb sind die Kinder so begeistert! Die Atmosphäre zieht mich an und ich fühle mich wie ein Mädchen, das mit Fremdsprachen spielen möchte.

Das Rumänische Kulturinstitut bietet den Besuchern Zettel mit Sprachspielen. Ich nehme einen, der mich plötzlich in die Mitte der 80er bringt. Erinnert ihr euch noch an die Vogelsprache? Es war die beste Art ein Wort in Silben zu trennen! “Tre-pe-ce-pe le-pe-ba-pa-da-pa pe-pe a-pe-pe-pe” beginne ich schnell auf meinem Blattpapier zu schreiben.

Das Tschechische Institut fordert uns zu einem Buchstabenrätsel heraus, das so toll ist. Man kann auf der Stelle ein Lexikon mit ähnlichen Wörtern der beiden Sprachen gewinnen, deshalb sind viele Leute da, das Wörterpuzzle zusammenzusetzen.

Nach links “FOKUS pe GERMANĂ” bietet jedem kleinen oder großen Besucher Postkarten mit deutschen Redewendungen an. Sie sind bunt und lustig, deshalb gucken die Leute sie lange an. Die Postkarte mit der Erklärung des Ausdruckes “einen Kater haben” ist der Star. Ich weiß nicht, ob das eine Katze- oder Schnaps-Obsession zeigt!
Ich nehme die, die den Begriff “blau machen” erklärt, und schreibe einen kurzen Text für jemanden, der nicht mitkommen könnte.

Daneben befindet sich das Österreichische Kultur Forum. Ich sehe die Bluse an, die die Vertreterin trägt, und sehe den Kopf einer Katze. Das ist ansteckend, denke ich und bevor ich verschwunden könnte, bekomme ich ein Stück köstlichen Gugelhupf. Alles vergeben! Wir machen ein Selfie zusammen und wir verabreden uns in einer Stunde, für eine Lesung der Schauspielerin Edith Alibec.

Ich verbringe meine Freizeit im Gartenpavillion. Man kann sich hier mit Muttersprachlern unterhalten. Einige wählen den deutschen, andere den schwedischen Stand. Ich bleibe vor der Deutschsprecherin stehen und begrüße sie. Sie ist vor kurzem aus Berlin gekommen, also sprechen wir über diese Stadt. Für mich ist dieses Thema toller als die klassischen Fußballspiele, Autos oder Oktoberfest!

Der Garten ist wie ein Bienenschwarm. Die Kinder und Jugendlichen laufen von links nach rechts, rund herum um Stempel zu verdienen. Ja, genau! Es gibt auch Preise, nicht nur Fremdsprachkenntnisse.

Vorne zeigen die Türken die Technik der Wassermalerei. Die Kinder verlieren das Interesse für die Geschichte auf Deutsch wegen diesen Nachbarn, die so viele Leute angezogen haben. Wir, die großen Kinder, lassen uns leichter von Pippi Langstrumpfs Geschichte überzeugen.

Edith Alibec liest stimmungsvoll vor und plötzlich habe ich dieses Gefühl, dass das Mädchen mit den roten Haaren und Sommersprossen uns in ihr Abenteuer mitnimmt.

„Jetzt könnt ihr nach Hause gehen“, sagte Pippi, „damit ihr morgen wiederkommen könnt. Wenn ihr nicht nach Hause geht, könnt ihr ja nicht wiederkommen. Und das wäre schade“, beendet Edith die Lesung. Ich tausche den morgigen Tag mit nächstem Jahr aus, bevor der Zauber zerrissen wird und der Europäische Tag der Sprachen 2017 zu Ende geht.

Tschüss, #EDLangs! Bis zum nächsten Mal!
Florina Andronache

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