Über das Projekt


 

Alternative KunsTräume in der Republik Moldau und in der Ukraine

„Alternative KunsTräume“ unterstützt junge Kreative in der Republik Moldau und in der Ukraine beim Aufbau nichtstaatlicher Kulturprojekte und bei der Professionalisierung der Kulturmanager.

Die Republik Moldau und die Ukraine blicken auf eine reiche Tradition kulturellen Schaffens zurück. Zahlreiche Theater, Kinos und Kulturhäuser zeugen von einer – auch 25 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion – noch immer staatlich reglementierten Kulturförderung.

Gleichsam werden neue Kunst, alternative Formate und Kulturprojekte mit gesellschaftlicher Relevanz so gut wie nicht unterstützt. Es mangelt an finanziellen Mitteln, innovativen Konzepten sowie an Transparenz. Unter prekären Bedingungen arbeiten Künstlerinnen und Künstler sowie andere Kulturschaffende mit großem kreativen Potenzial am Aufbau neuer Strukturen. Dennoch entscheiden sich viele für die Abwanderung. Es sind vor allem die Menschen, die den demokratischen Dialog in der Gesellschaft durch ihre Arbeiten stimulieren würden.

Um die lokale Kunst- und Kulturszene zu stärken und den Mangel an Räumen für Kulturaktivitäten zu mindern, initiierte das Goethe-Institut Bukarest mit Sondermitteln des Auswärtigen Amtes 2014 das Projekt „Alternative KunsTräume“.


Zwei Länder – 16 Räume – unzählige Ideen

In zwei öffentlichen Ausschreibungen wurden 2014 und 2015 jeweils acht kulturelle Initiativen ausgewählt, die vom Goethe-Institut in den Bereichen Infrastruktur, Vernetzung und Qualifizierung gefördert wurden. Mit einer bescheidenen Anschubfinanzierung wurden lokale Kulturinstitutionen und engagierte Einzelpersonen befähigt, bislang nicht nutzbare Keller, Dächer, Fabrikhallen und Parks in Kunsträume zu verwandeln, die nun dem künstlerischen und zivilgesellschaftlichen Austausch Raum bieten. Mit einem enormen persönlichen Einsatz entstanden neue Galerien, Freiluftkinos, Kunstinstallationen und Veranstaltungsräume für Kunst- und Kulturprojekte, die in der öffentlichen Kulturförderung keinen Platz bekommen.

Die Alternativen KunsTräume befinden sich in der moldawischen Hauptstadt Chişinău, aber auch in wenig urban geprägten Orten, zum Beispiel in Bardar, Cahul und Tohatin bei Chişinău. Weitere KunsTräume finden sich im transnistrischen Tiraspol sowie in den ukrainischen Städten Czernowitz, Odessa und Krementschuk. Der Leitgedanke des Projektes war die Förderung außerhalb von Metropolen, da Transformationsprozesse in der Breite unterstützt werden müssen.


Entwicklung des Projektes im Jahr 2015

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus dem Vorjahr wurde das Projekt 2015 deutlich erweitert. Gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort bespielten eigens aus Deutschland angereiste Künstlerinnen und Künstler im Rahmen der Veranstaltungsreihe KulTour die neuen und alten KunsTräume. Im Rahmen von Konzerten, Workshops und bei Installationen kooperierten die deutschen Klangkünstler, Musiker, VJs, Street Art-Künstler und Filmemacher mit ihren ukrainischen und moldawischen Partnern. Sie schufen gemeinsam ein beeindruckendes Kulturprogramm. Mehr als 2.500 Kulturinteressierte besuchten die 18 Veranstaltungen. Die partnerschaftliche Vernetzung zwischen den deutschen Künstlern und den lokalen Kulturschaffenden besteht auch nach Abschluss der Veranstaltungsreihe fort.

Darüber hinaus fand im Dezember 2015 ein achttägiges Seminar in Chişinău statt, um die Initiatoren der KunsTräume auch nachhaltig im Bereich des Kulturmanagements zu qualifizieren. Die Künstler und Kulturschaffenden wurden unter anderem in den Bereichen Projektmanagement, Presse und Öffentlichkeitsarbeit sowie Fundraising weitergebildet. Viele Teilnehmer sahen das Seminar als Anstoß, ihr kreatives Schaffen langfristig zu professionalisieren. Dem Wunsch, sich und die KunsTräume untereinander zu vernetzen, wurde im Rahmen der Weiterbildung ebenso Rechnung getragen wie der Möglichkeit, Anstöße für die Weiterentwicklung der KunsTräume zu sammeln. Die Zukunft kann kommen.

Mit Hilfe und Förderung des Goethe-Instituts und des Auswärtigen Amtes, der großen Motivation kleiner lokaler Initiativen und mit viel Kreativität wurde in den vergangenen zwei Jahren ein neues Netzwerk von Räumen, Akteuren und Initiativen in der Republik Moldau und in der Ukraine geschaffen. Diese länderübergreifenden zivilgesellschaftlichen Strukturen bieten Raum für den kritischen, demokratischen Dialog und vor allem ermöglichen sie den Kulturschaffenden, ihr enormes Potential im eigenen Land – ihrer Heimat – einzubringen.

Projektkonzept: Beate Köhler, Fabian Mühltahler, Dr. Evelin Hust - Goethe-Institut
Projektbetreuung: Lilia Dragneva - Center for Contemporary Art [ksa:k]