Videoaufzeichnung der Diskussion: Remixkultur – wem gehört das Wissen? 

Das 21. Jahrhundert wird keine Größen wie Goethe oder Dostojewski hervorbringen, weil das allgegenwärtige Kopieren dem entgegensteht. Die ungehinderte Verbreitung von Wissen „ist in Ihrer Region nicht verfügbar“. Creative-Commons-Lizenzen, Crowdfunding und Kultur-Flatrate fallen künftig den Urhebergesellschaften zum Opfer. Oder tritt das genaue Gegenteil ein? Am Samstag, den 27. Oktober 2012, veranstaltete das Goethe-Institut eine Podiumsdiskussion zum Thema „Remixkultur – wem gehört das Wissen?“ Experten aus Deutschland und Russland diskutierten aktuelle Perspektiven und Probleme der Wissensfreiheit, der Aneignung, Kompilation und Weitergabe von Wissen und Kultur und beantworteten Fragen aus dem Publikum.
Videoaufzeichnung der Diskussion:
Diskussionsteilnehmer:
Cornelia Sollfrank, Medienkünstlerin, lehrt Theorie und Praxis der zeitgenössischen Kunst an der Universität Dundee (Schottland); Matthias Spielkamp, iRights.info, größte deutsche Plattform zu Fragen des Urheberrechts im digitalen Zeitalter; Stanislaw Koslowski, geschäftsführender Direktor von Wikimedia RU; Jelena Woinikanis, Dr. phil, Mitglied des UNESCO-Lehrstuhls für Urheberrecht, Expertin der Vereinigung der Unternehmensjuristen, stellv. Leiterin der Abteilung für die Kooperation mit staatlichen Organen beim Unternehmen Rostelekom
Die Diskussion wurde von Iwan Sassurski moderiert, er ist Leiter des Lehrstuhls für neue Medien und Kommunikationstheorie der Fakultät für Journalistik der Moskauer Lomonossow-Universität und Gründer der Online-Zeitung Tschaskor.
Fragen zum Thema:
Die Kulturpraktik des Kopierens ist sehr alt, wenn nicht sogar jeder Gesellschaft seit jeher inhärent. Im digitalen Zeitalter sind Kopie und Original ununterscheidbar geworden und es kam zu einer Verhärtung der Fronten zwischen der Gesellschaft, Verwertungswirtschaft, Kreativen und dem Nutzer.
Sind durch das Digitalisieren unsere Kulturgüter auf Dauer gefährdet? Verhindert das Kopieren womöglich deren Entstehen? Wie kann sich Wissen dennoch frei verbreiten und allen zugänglich sein? Wir bringen deutsche und russische Experten zusammen, um herauszufinden, wo momentan die größten Verständigungsprobleme liegen, welche tradierten gesellschaftlichen Muster auf die Probe gestellt werden und wo das größte Potenzial der Read-write-Gesellschaft liegt.
Lassen sich gesellschaftliche und wirtschaftliche Interessen harmonisieren? Genügen neue Lizensierungs- und Vergütungsmodelle oder muss ein globales Umdenken, eine Wertdiskussion her, um das Schaffen der Kultur, Vermehrung des Wissens und deren Zugänglichkeit zu sichern?
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Eine Veranstaltung im Rahmen des Deutschlandjahres 2012/13
Online-Magazin „Deutschland und Russland“
Oktober 2012
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