Trompete statt Streicher! – Krisztián Vranik (Krizso) aus Ungarn


Krisztián Vranik (Krizso), Mitbegründer der seit 2001 bestehenden Realistic Crew (RC) komponiert Musik für Spielfilme, Theateraufführungen und Werbespots. In das Projekt Goethe.rmx stieg er mit einer Mischung aus Modern Jazz und Elektrosound ein.
„Das Elektroklavier von Rhodes und der klassische Bass-Synthesizer, wie sie auch Emil Klotzsch bei der Bearbeitung des Königs von Thule benutzt, sind beides Instrumente, die auch mir nahestehen. Ihre Blütezeit hatten sie in den 1960er- und 1970er-Jahren, aber ihr Klang passt auch hervorragend zur zeitgenössischen, modernen Musik“ – teilt uns Vranik seine Eindrücke zu den musikalischen Grundlagen mit. Er meint, Emils Bearbeitung sei aufgrund der zahlreichen Streicher recht romantisch geworden. Vranik bemühte sich eher um Minimalismus, daher strich er aus einigen Hauptthemen Melodiefragmente, behielt aber das Leitmotiv als Ganzes bei. „Dadurch verlor es nicht seine Weichheit, wurde aber insgesamt klarer“, so Vranik, der in seiner Version Elektronik mit modernem Jazz kombinierte und dabei der Trompete (Tamás Tettamanti) eine herausragende Rolle zuteilte. Der Track erhielt so insgesamt mehr Schwung.
Emil Klotzsch - Koenig in Thule (Krizso Remix) by goethe.rmx
Vraniks Band, die Realistic Crew (RC), balanciert zwischen abstraktem und experimentellem Hiphop, verwendet aber auch Elemente aus Jazz und Jungle. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Vocals. Bei der RC zeichnet Vranik für Komposition, Gitarre und Programming verantwortlich. Die Band hat bisher vier Alben herausgebracht. (Growgrow/testlies, 2004, Overcome, 2007, Freedom Eats The Soul, 2009, Blind Musician, 2011) Sie wurde 2008 aufgrund eines anerkennenden Artikels im Guardian auch zur Teilnahme am Glastonbury Festival eingeladen.
Vranik komponiert auch Filmmusik: Remixes für den Spielfilm Macerás ügyek (Sticky matters) von Szabolcs Hajdus und – gemeinsam mit RC-Bassist Csaba Kalotás – Musik zu dem Film Fekete kefe (Schwarze Bürste) von Roland Vranik. Dafür erhielt er auf dem Internationalen Filmfestival im französischen Annonay den Preis für den besten Soundtrack.
Barbara Vincze
arbeitet als Kulturjournalistin bei origo.hu.
Übersetzung: Manuela Esther Kreissl
Goethe-Institut Ungarn, September 2011
arbeitet als Kulturjournalistin bei origo.hu.
Übersetzung: Manuela Esther Kreissl
Goethe-Institut Ungarn, September 2011


















