Baderna aus Brasilien: „Die Tradition respektierend, der Zukunft zugewandt“


Das Duo Baderna – Rafael Soares und Daniel Mendonça – entstand aus der Idee, Emil Klotzschs Version des Gedichts „König in Thule“ für das Projekt Goethe.rmx neu abzumischen. Und das, obwohl die Brüder, die beide DJs sind, bislang noch nie zusammen gearbeitet hatten.
„Trotz unserer Verschiedenheit fanden wir bei dieser Arbeit perfekt zueinander. Rafael kümmert sich mehr um die Tanzfläche und ist ein echter Musikexperte. Es war eine angenehme Erfahrung, die uns sogar inspiriert hat, andere Projekte dieser Art zu starten“, erzählt Daniel, der außer seinen DJ-Sets als Sounddesigner arbeitet und Filmmusik macht.
„Die deutsche Sprache ist etwas ganz anderes. Für uns Brasilianer hat sie fast einen perkussiven Klang, was uns dazu brachte, mit dem Gesang herumzuexperimentieren“, sagt Rafael über die Neubearbeitung des Königs in Thule. Die Idee war, durch Instrumente wie Cuíca, Tamborim, Pandeiro und Surdo etwas von der Flexibilität in die Gesangsstimme und den deutschen Text zu legen, die der brasilianischen Kultur eigen ist“, beschreibt Daniel die Versuche der Brüder, das Ergebnis weniger starr erscheinen zu lassen. „Denn für uns klang der Text am Anfang ziemlich streng“, sagt er.
Emil Klotzsch - Koenig in Thule (Baderna Remix) by goethe.rmx
Um dies zu erreichen, nahmen die beiden den Musiker Eduardo Macedo (Gitarre und Cavaquinho) mit ins Studio, erinnert sich Rafael. Sie wollten vor einem Sound fliehen, der letztlich wie dance music klingen würde. „Unsere Intention“, erklärt Daniel, war, „einen eher trockenen Sound zu machen, mit weniger erkennbaren Referenzen und weit weg von dem Albtraum, zu dem elektronische Musik heute oft verkommt, weil sie zu sehr auf Kommerz setzt und dadurch verarmt“.
Weit weg vom klischeehaften Kommerz ist allerdings der edle Musikgeschmack der beiden DJs, die zusammen die Tanzflächen mit einer guten Mischung aus Traditionellem und Modernem beschallen. „Ich plädiere für Respekt gegenüber der Tradition, aber mit Blick in die Zukunft“, verrät Daniel, ein bekennender Fan von „Musik aus aller Welt und aus allen Epochen, von Einstürzende Neubauten bis Nicolas Jaar, Tune Yards, Nelson Cavaquinho, Tom Zé, James Blake, Alva Noto, Ryuichi Sakamoto, Jards Macalé …“. Eine Aufzählung, die noch bis ins Unendliche von Rafael hätte fortgesetzt werden können, der über seine Tätigkeit als Verleger der Comiczeitschrift Graffiti hinaus, ein großer Kenner der Wurzeln brasilianischer Musik ist.
Goethe-Institut Brasilien, September 2011


















