ION aus Griechenland: „Meinen Lieblingsdichter elektronisch zu vertonen – das hat mich fasziniert“


ION aus Griechenland näherte sich der Ballade „König in Thule“ mit dem Ziel, ein Musikstück zu remixen, das die Melodie der Ballade mit einem klanglichen und monoton rhythmischen Schleier umgibt.
ION, was hat dich gereizt, als einer von neun DJs für Goethe.rmx den „König in Thule“ zu remixen?
Zunächst die Magie, die der Dichter Goethe auf mich ausübt. Die wissenschaftliche Forschung mag zwar der Ansicht sein, dass Mythen und Symbole viel leichter in Religionen von Urvölkern anzutreffen sind. Der Mythos vom Abkommen mit dem Teufel jedoch stellt ein sehr gutes Beispiel dar, wie Aberglaube auch in einer weitaus rationaleren Gesellschaft überleben kann. Die größte geistige Errungenschaft Goethes ist wohl der Faust, ein Werk, das ihn fast 60 Jahre lang beschäftigt hat – es gehört zu meinen Lieblingswerken.
Emil Klotzsch (goethe.rmx - Greece) - Koenig in Thule (ION Remix) by goethe.rmx
ION (MP3, 20,2 MB)
Die Ballade König in Thule, geschrieben von Goethe vor dem Faust-Epos, ist äußerst mythisch und unheimlich. Die Idee, an einem Projekt teilzuhaben, das als Thema einen meiner Lieblingsdichter hat, gefiel mir auf Anhieb. Die Vertonung von Emil Klotzsch, gekennzeichnet von einer träumerischen und zugleich melancholischen Stimmung, berührte mich zutiefst. Ich wollte etwas schaffen, was in seinem Rhythmus viel komplizierter war. Ich kam allerdings nicht von dieser träumerischen Erzählung los und entschied mich für eine Version, welche die Melodie der Ballade mit einem klanglichen und monoton rhythmischen Schleier umgeben sollte.
Kultur und ihre Verbreitung – welche Rolle spielt die Musik dabei?
Meiner Ansicht nach stellt die Musik die größte aller Künste dar. Nicht nur, weil sie in der Lage ist, viele Menschen gleichzeitig zu beeinflussen und mitzureißen, sondern weil sie als Kunst wohl die einzige ist, die versucht, Gefühle auszudrücken, die man eigentlich gar nicht ausdrücken kann.
führte das Gespräch. Der Künstler und Fotograf lebt und arbeitet in Athen und Hamburg.
Übersetzung: Panagiota Balagka
Goethe-Institut Griechenland, September 2011


















