Über das Projekt

1989–2009: Bewegte Welt – Erzählte Zeit
Jule Reuter, Kuratorin

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall ist es plötzlich wieder präsent, das Jahr »1989« – in unzähligen Fernsehsendungen, in wiederkehrenden Bildern von Ereignissen rund um den 9. November, in Ankündigungen von diversen Veranstaltungen zur friedlichen Revolution. So wichtig diese ritualisierte Form des Erinnerns auch für die Vermittlung eines kollektiv geteilten Wissens über die Vergangenheit ist, so notwendig ist neben der langfristigen Aufarbeitung der Zeitdokumente die Deutung der historischen Prozesse aus anderen, unerwarteten Perspektiven. Letzteres ist Anliegen dieser Ausstellung, die sich über den deutschen Rahmen hinaus mit den weitreichenden Folgen dieses epochalen Umbruchs auseinandersetzt und Entwicklungen betrachtet, die sich teilweise weitab von Deutschland vollziehen, in Ländern, die einst zur Sowjetunion gehörten.Mehr ...
Grußwort Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts

Zeitgenössische Fotografie und Videokunst aus Russland, der Ukraine, Belarus, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Deutschland zeigen uns »Bewegte Welten« aus der Zeit danach.Mehr ...
Vorwort von Johannes Ebert, Leiter der Region Osteuropa/Zentralasien des Goethe-Instituts

Der Fall der Berliner Mauer 1989 ist nicht nur das Symptom und zentrale Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands. Weltweit steht er als Zeichen für eine Selbstbefreiung aus engen staatlichen Fesseln, für die Überwindung der Spaltung im Zentrum Europas und für grundlegende geopolitische Veränderungen, die bis heute tief in das Leben der Menschen hineinwirken. Mehr ...
Wider die Sprachlosigkeit oder: Wessen Geschichte zählt?

Wer heute, aus der Perspektive des Jahres 2009, auf das Wendejahr 1989 zurückblickt, der steht zunächst vor einem merkwürdigen Paradox. Damals haben die intellektuellen Deutungseliten das annus mirabilis übereinstimmend zur welthistorisch bedeutsamen Zäsur erklärt. Heute, kaum 20 Jahre später, ist von dem damals vorherrschenden Glauben an Wunder nicht mehr viel zu spüren. Mehr ...