10 Fragen an ...

10 Fragen an Sergej Newski

Der Komponist Sergej Newski pendelt ständig zwischen Moskau und Berlin. In Moskau beendete er die Fachschule am Moskauer Konservatorium und setzte seine Lehre an der Dresdner Hochschule für Musik und der Universität der Künste in Berlin fort. Die Werke Sergej Newskis werden von führenden Ensembles und Solisten auf internationalen Festivals in Westeuropa gespielt. Der Komponist bekommt Aufträge von der Berliner Akademie der Künste, der Berliner Staatsoper und dem deutschen Symphonie-Orchester „Konzerthaus“, in Russland arbeitet er mit dem Fonds „Pro Arte“ und dem Regisseur Kyrill Serebrennikow zusammen. Im Interview erzählte Sergej Newski To4ka-Treff von seinen letzten Opernaufführungen in Berlin und Moskau, aber auch von seiner Ansicht über neue Entwicklungen in der russischen Gesetzgebung.

© Kirill SerebrennikowWomit beschäftigen Sie sich gerade?

In Moskau habe ich als Leiter des Musikprogramms am Zentrum für moderne Kunst „Winsawod“ gearbeitet. In Wien an der Musik für die Aufführung von „Das Opfer“ nach Andrej Tarkowski. Auch gab es Proben und Premieren für neue Versionen meiner Opern „Autland“ und „Franzisk“ in Berlin und Moskau.

Wie entspannen Sie sich nach einem stressigen Tag?

Ich schwimme Langbahn, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?


Vor Kurzem habe ich ich „Die Wohlgesonnten“ von Jonathan Littell angefangen, davor habe ich die Briefe und Erinnerungen der großen Pianistin Maria Judina und ein Büchlein über die Geschichte des Punk-Rocks gelesen.

Was können die Russen und Deutschen voneinander lernen?


Die Russen können bei den Deutschen die langfristige Planung und Aufeinanderfolge bei der Umsetzung von Plänen lernen. Die Deutschen bei den Russen das Wissen darüber, das nicht jedes beliebige organisierte und logische Konzept zu überzeugenden Resultaten führt.

Ohne was / wen könnten Sie nicht leben?

Ohne die Familie.

Haben Sie ein Vorbild?

Freiwillige und Volontäre, die Leuten helfen, welche Opfer von Katastrophen geworden sind und ihr Obdach verloren haben.

Was war das wichtigste Ereignis für Sie im letzten Jahr?


Für mich persönlich die Premiere meiner Oper „Franzisk“ auf der neuen Bühne des Bolschoi-Theaters. Wenn es um die nationale Ebene geht, dann ist das der Zerfall der Gesellschaft, den manche den „kalten Bürgerkrieg“ nennen. Das ist der Ausbruch von Dunkelmännertum und gesetzgeberischem Irrsinn in Russland.

Wenn Sie eine Million hätten, wem würden Sie sie geben?

Geld zu verschenken ist sinnlos. Ich würde die Million auf die Bank bringen und würde mit den Kapitalzinsen irgendein langfristiges Projekt aus der Taufe heben. Zum Beispiel ein Stipendium für junge Komponisten.

Was war ihr Traumberuf als Kind?

Seit dem ich sechs bin, wollte ich Komponist werden. Davor U-Bahn-Lokomotivführer.

An welchem Ort fühlen Sie sich richtig zu Hause?

In Berlin und in Moskau. Und auch, wobei das eher abstrakter ist, in St. Petersburg und in Italien.
Übersetzung: Kaspar Meyer

Copyright: To4ka-Treff
Februar 2013
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