Song des Monats

April 2013: Alles klar

Peter Heppner
Alles klar
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Der Ausnahmekünstler Peter Heppner hat mit unzähligen musikalischen Größen zusammengearbeitet, von NENA bis Paul van Dyk. Mit WOLFSHEIM führte er in 2003 die Spitze der deutschen Album-Charts an. Im April kommt Peter Heppner zur Vorstellung seines zweiten Soloalbums „My Heart of Stone“ nach Russland und ihr habt die Möglichkeit, Karten für seine Konzerte in Moskau und St. Petersburg sowie ein exklusives meet&greet zu gewinnen. Im To4ka-Interview sprach der Sänger über seine Kollaborationswünsche, Arbeitsweisen, sein Wolfsheim-Schicksal und vieles mehr. © Peter Heppner

Peter, 2012 ist Ihr zweites Soloalbum erschienen. Woran arbeiten Sie gerade? Dürfen die Fans schon gespannt auf Ihr neues Projekt sein?

"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Was im Fußball gilt, ist in der Musik auch nicht anders. Außer, dass es vielleicht heißen müsste: "Nach dem Album ist vor dem Album!" Ich sitze bereits seit Anfang des Jahres an einem neuen Album. Neue Möglichkeiten für "Kooperationen" haben sich auch bereits wieder ergeben, allerdings ist davon noch nichts wirklich spruchreif. Ich bin am Arbeiten, wie immer eigentlich!

Gibt es ein Konzept des Albums „My Heart of Stone“ und in welchem Verhältnis steht es zu Ihrer ersten Soloproduktion? Sollte man es so verstehen, dass seitdem Sie als Solokünstler tätig sind, Ihr Herz allmählich am Erstarren ist?

© Peter HeppnerNein! Mein Herz erstarrt nicht, Gottseidank! Nichtsdestotrotz habe ich mir in meinem Leben manchmal gewünscht, ich hätte ein Herz aus Stein... vielleicht hätte manches dann nicht so wehgetan! Mittlerweile unterscheiden sich die Arbeitsweisen eigentlich gar nicht mehr... Bei meinem ersten Solo-Album dachte ich noch, alles anders machen zu müssen. Zu erklären, was das im Einzelnen war, würde jetzt zu weit führen. Aber ich habe mich dabei doch ziemlich aufgerieben. Mit "My Heart of Stone" bin ich wieder zu meiner alten Arbeitsweise zurückgekehrt, das hat letztendlich auch dazu geführt, dass das "My Heart of Stone"-Album stilistisch, wie auch künstlerisch, wieder deutlich näher an meine frühere Arbeit unter dem Namen Wolfsheim, oder bei Schiller etc., herangerückt ist.

Sie werden immer noch des Öfteren mit der Band Wolfsheim identifiziert. Man bezeichnet Sie gerne als Ex-Sänger, Ex-Komponist, Ex-Texter von Wolfsheim. Wie stehen Sie dazu, wollen Sie nicht manchmal einfach Peter Heppner sein?

Ich werde auch mit Schiller, Witt, Van Dyk oder Goethes Erben etc. in Verbindung gebracht...! Das ist nun einmal Teil meiner musikalischen Vergangenheit. Ich muss damit leben, mit diesen Projekten identifiziert zu werden und da ist es mir doch lieber, wahrheitsgemäß als Ex-Sänger, Ex-Komponist, Ex-Texter von Wolfsheim bezeichnet zu werden, anstatt fälschlicherweise als "DER" Sänger von Schiller, als Joachim Witt o.ä. ...das ist auch schon passiert!

Naja, darüber hinaus ist es jedoch schon manchmal etwas ärgerlich, dass ich, als ich noch unter dem Namen Wolfsheim arbeiten konnte, eigentlich ständig auf meine anderen Projekte angesprochen wurde und ich jetzt, seit ich unter meinem Namen auftrete, ebenso ständig nach Wolfsheim gefragt werde. Damals, als ich noch hauptsächlich unter Wolfsheim "firmierte", hätte ich mir solch großes Interesse an diesem Projekt gewünscht!

Inwiefern unterscheidet sich Ihre Solo-Arbeitsweise von der des Duos Wolfsheim? Haben Sie irgendwelche klaren Vorteile entdecken können oder gestaltet sich der Prozess der Kompromissfindung mit sich selbst doch schwieriger als mit einem Partner?

Wer Kompromisse machen möchte, der soll in die Politik gehen, in der Kunst hat das nichts zu suchen! Lediglich die Produktion, sprich: die tatsächliche Ausführung eines Werkes, ist der Ort für Kompromissfindungen. Allerdings auch nur, wenn es darum geht, einen Kompromiss zu finden, zwischen dem, was ein Werk verlangt und dem, was in der gegebenen Produktionssituation möglich ist. Das ist heute nicht anders als zu Wolfsheim-Zeiten. Insofern hat sich für mich sehr wenig verändert! Wie bei Wolfsheim, erarbeite ich mit verschiedenen, auch wechselnden Komponisten musikalische Songideen, zu denen ich dann selber Gesangslinien komponiere, texte, singe und dann produziere ich diese Songs mit einem Produzenten meiner Wahl. Alles wie bei Wolfsheim. Nur, dass jetzt nicht mehr Wolfsheim draufsteht.

Naja, einen Unterschied gibt es schon: Solange ich bei Wolfsheim noch einen "Bandkollegen" hatte, der in erster Linie für die Organisation und den Bürokram zuständig war, musste ich mich damit nicht selber herumschlagen. Das war schon sehr angenehm, jemanden zu haben der dafür zuständig war, mir den Rücken freizuhalten, damit ich mich in Ruhe um die künstlerische Arbeit kümmern kann.

In einem Ihrer älteren Interviews sagten Sie, dass es in der Berufsbeschreibung eines Künstlers liegt, die Menschen wachzurütteln. Stehen Sie immer noch dazu? Sollte man auch jedes Ihrer Konzerte als eine Art „Aufklärungsaktion“ oder „Aufklärungsangebot“ verstehen?

© Peter HeppnerNein, ein Konzert soll in erster Linie Spaß machen! In der Regel ist die "Aufklärung" (wenn man es denn unbedingt so nennen möchte), ja auch schon lange vor einem Konzert passiert, schließlich kennen die Besucher eines Konzertes, meine Werke in der Regel ja auch schon lange vorher. Dass das auch etwas anders aussehen kann, habe ich ja dann auf der USA-Tour mit Wolfsheim erfahren dürfen. Dort war es tatsächlich so, dass die meisten Zuschauer nur 1-2 Lieder von uns kannten, nämlich genau die 1-2 Lieder, die dort in den Clubs gespielt wurden. Das geriet dann tatsächlich manchmal etwas zur "Aufklärungsveranstaltung", allerdings auf eine sehr viel nettere und angenehmere Art, als es das Wort nahelegt. Da die meisten meiner Lieder in englischer Sprache getextet sind, gab es da keine Sprachbarriere und die Leute waren einfach überrascht von der Fülle guter Lieder und sinnvoller Texte.

Gibt es etwas, was Sie in der heutigen Welt auf eine unerträgliche Weise stört?

Gier und Egoismus haben mich schon immer "unerträglich gestört", das hat mit der "heutigen" Welt im Speziellen, nichts zu tun, schließlich sind das auch keine speziell "heutigen" Erscheinungen. In Zeiten in denen die Schere zwischen Arm und Reich allerorts immer weiter auseinander klafft, drängt sich mir nur immer deutlicher die Frage auf, warum wir es als Gesellschaft zulassen, dass sich Einzelne, auf Kosten der Gesamtheit, in unglaublichem Maße bereichern, während es der Mehrheit immer schwerer fällt, jedem auch nur das Nötigste für ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

© Peter Heppner

Gibt es noch etwas was Sie persönlich erreichen wollen? Gibt es jemanden, mit dem Sie gerne kollaboriert hätten?

Meine wirklich persönlichen Ziele sind mir einfach zu privat, um sie in der Öffentlichkeit kundzutun und was Kooperationen angeht, da halte ich es so, wie ich es immer gemacht habe, ich lasse es auf mich zukommen und wenn das richtige Lied "vorbeikommt", dann findet sich auch der richtige Kooperationspartner. Nun ja... mit einer Ausnahme... Ryuichi Sakamoto! Ein echter Pionier der elektronischen Musik und brillanter Komponist und Produzent! Das wäre schon nochmal ein Traum von mir, mit ihm zusammenarbeiten zu können.

Im April werden Sie in Moskau und St. Petersburg auftreten. Sie sind ja bereits in Russland gewesen. Haben Sie vielleicht Eindrücke, die immer noch nachhallen?

Ich durfte das russische Publikum als sehr herzlich, begeisterungsfähig und leidenschaftlich erleben und freue mich darauf, ganz viele freundliche Menschen wiederzutreffen. Und... Meine Güte, können die Russen feiern! Dieses Vorurteil, hat sich bei mir tatsächlich sehr erfreulich bestätigt!

Ihre Konzerte finden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Bleibt es Zeit, um das Moskauer und Petersburger Leben zu genießen und kennenzulernen?

Nein, definitiv nicht! Leider! Orte die sich an einem halben Tag kennenlernen lassen (mehr Zeit haben wir leider nicht), gehören wohl auch eher zu den langweiligeren Orten auf dieser Welt. Eine Kategorie, der Moskau und St. Petersburg ganz bestimmt NICHT zuzurechnen sind.

„Alles klar“ – Songtext


Du beisst dich durch,
Du kämpfst dich vor
Weichst keinen Schritt zurück
Bist voll in Fahrt
und wenn du`s brauchst
Ist noch das kleine
Queantchen Glück dabei
Es ist soweit...
Heut`können Träume
in Erfüllung gehen
Nur im Finale stehen
Ihr werdet sehen,
dann geht`s er richtig los
Ja Alles Klar!

Es kann nur einer
auf dem Gipfel stehen
Ja, Alles Klar!
Und so kann`s jetzt immer,
immer weiter gehen
Der Sieg wird schwer
Der Weg war weit
Wirf keinen Blick zurück
Ganz egal was gestern war
Es zählt nur dieser Augenblick
du weisst
Es ist soweit....
Heut`kann dein Traum
in Efüllung gehen
Nur noch einmal bestehen
Ihr werdet`s sehen,
denn jetzt geht`s richtig los


Ja Alles Klar!
Es kann nur einer
auf dem Gipfel stehen
Ja, Alles Klar!
Und so kann`s immer,
immer weiter gehen



Peter Heppner in Russland:

25. April, Moskau, Klub “Москва HALL” , Triumfalnaja pl., 1
26. April, Sankt Petersburg, Klub "Awrora", Pirogowskaja nab., 7

Gewinne Tickets auf unserer Вконтакте-Seite.

Das Interview führten Tatjana Kijaniza und Andriy Zyatkowskyy

Der Song wurde To4ka-Treff für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Copyright: To4ka-Treff April 2013

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