August 2010: Gravitation

Sakura Gravitation
“Wir müssen nicht vorgestellt werden”, so die erste Zeile des Manifests, welches auf jeder Internetseite der Band Sakura prangt. To4ka-treff präsentiert die Moskauer Fünfer-Formation mit dem Song-des-Monats August trotzdem.
Die Geschichte einer jeden Band beginnt mir ihrer Gründung, wo sonst? Angefangen hat alles mit ein paar Freunden, den gleichen Ideen und der selben Motivation. Sakura suchte zusammen mit ihren engsten Kumpels ein paar Jährchen nach dem eigenen Stil, bis sie 2006 ihr erstes Album in den Händen halten konnten: großspurig, aber passenderweise mit "Greatest hits lo-fi and d.i.y." betitelt. Die großen Hits quasi handgemacht und in Alternative Rock verpackt.
Von da an startete die Band richtig durch. Von Konzerten quer durch Russland und Auftritten bei zahlreichen Fesitvals, von Belgien bis Australien, war bereits alles dabei. Mit der Zeit änderte sich der Stil ein wenig, melodische Stücke wechselten sich nun immer häufiger mit groovigen Tanzstücken ab. 2008 erschien dann ihr zweites Album “Real Magical”, welches von Graeme Durham gemastert wurde – bekannt durch seine Zusammenarbeit mit internationalen Topacts wie U2, Prodigy oder House of Pain.
Fragen verlangen nach vernünftigen Antworten
“Wir können selbstbewusst behaupten, dass dieses Album über aller journalistischen und Fankritik steht, weil es keinerlei stilistische Klischees oder Interpretationsgrenzen erfüllt“ so die Band. Das Album soll die Leute zum nachdenken über die moderne, alltägliche Realität und die inneren und äußeren Probleme eines jeden Einzelnen anregen: „Es werden viele Fragen gestellt, aber es gibt auch vernünftige Antworten…“, so die Band mit einem Augenzwinkern.
Die Liveshows bleiben das, was die Band auszeichnet. Mal überrascht Sakura bei einem Auftritt mitten in der Nacht mit mehreren DJs, ein anderes Mal bringen sie einen „Karneval voller Magie“ auf die Bühne. Durch unsichtbare musikalische Fäden sind das Publikum und die Band eng miteinander verbunden. Diese Einheit, die Sakura schlicht als „Liebe“ bezeichnet, verkörpert „das Glücksgefühl, ein Teil des Ganzen zu sein“, wie die letzte Zeile ihres Manifests versichert.
Es geschieht, dass buchstäblich in jenen Momenten,
wenn Sterne erlöschen und sich augenblicklich in Kometen verwandeln,
alles seinen Sinn verliert und immer noch unverständlich bleibt,
weshalb dies so offensichtlich geschieht und doch so unglaublich ist.
Zwischen Bergen, Wüsten und bis zum Polarkreis,
weshalb haben wir jemals einander gesucht?
Namen und Begebenheiten wiederholen sich doch nicht,
bevor sie im Strudel der Erinnerung erneut zergehen.
Auf dass Worte stets aus dem Funkgerät schallen,
Auf dass die Gravitation sie nicht aufzuhalten vermag,
Auf dass sich unsere Gefühle einen ganzen Monat lang
In den Panzern einer Raumstation versteckt halten.
Alle bedingungslosen Befehle vergessend,
Verloren wir den Verstand, sich erquickend in engen Raumanzügen.
Und damals, als das Herz im Innern schwer wurde,
Wirkte auf uns zur gleichen Zeit ein Gift.
Auf dass Worte immer aus dem Funkgerät schallen,
Auf dass die Gravitation sie nicht aufzuhalten vermag,
Auf dass sich unsere Gefühle einen ganzen Monat lang
In den Panzern einer Raumstation versteckt halten.
Und nun bricht die Zeit der Leidenschaft an
Und wie im Fieberwahn auf der Schneide schlitternd, eilen wir uns die Liebe zu rauben,
Doch Zeit lässt sich nur verlieblichen,
Umzukehren ist nun nicht mehr möglich,
Nicht mehr möglich…nicht mehr möglich…nicht mehr möglich.
Die Band Karp?! - Gesang
Lova - Gitarre
Nedone - Gitarre
Plot - Bass
Biva - Schlagzeug
studiert Politikwissenschaft und Kaukasiologie in Jena
Übersetzung des Songtextes: Elvina Prähofer
Der Song wurde to4ka-treff für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
Copyright: to4ka-treff
August 2010











