Dezember 2011: Der Intergalaktische Datteltransport
Kosmo KoslowskiDer Intergalaktische Datteltransport
Sie benötigen den Flashplayer , um dieses Audio zu hören
Bekannt wurde die Hamburger Band Kosmo Koslowski als Erfinder des Piratenjazz. 2004 hissten sie die Segel und enterten zum ersten Mal die Gewässer der sieben Weltmusikmeere. Hier kaperten sie verschiedenste Stilrichtungen und Genres. Deren Juwelen und Goldmünzen vereinten sie in den vier riesigen Schatztruhen ihrer bisherigen Studio-Alben. To4ka-Treff besuchte die Schatzinseln Kosmo Koslowskis und warf ein Ohr auf ihre erlesenen Reichtümer.

Das Quintett Kosmo Koslowski ist ein Fliegender Holländer unter den schweren Galleonen der Hamburger Musikszene. Käpt'n Tomppu, der sich seine Meriten schon als Schiffsjunge bei The Newts (einer anarchistischen zwölfköpfigen Frank Zappa Coverkapelle) verdiente, spielt (Bass-)Klarinette. Ihm steht als Steuermann Pawel aka Jaques Boom zur Seite, der auch in den Stürmen bei Poetic Jazz als Drummer Kurs hält. Zusammengehalten wird alles von Benny, dessen Basswellen auch Tiefseefische zähmen. Ab und an erscheint im Ausguck auch Klabautermann Jakob, der schon als Multimedia-Komponist spukhaften elektronischen Schabernack betrieb. Navigator und Sternendeuter Gunnar lässt unverdrossen die Kompassnadel über der Klaviatur seiner Kompositionen kreisen und steuert die Gitarre zum Ensemble bei. Nur Geigerin Nora heuerte nach einem Landgang nicht mehr an. Doch zum Glück blieb die Gallionsfigur Mira, die bezaubernde Sirene und Querflöten-Spielerin. Ohne sie betreten die vier anderen Haudegen natürlich nicht das Deck der Bühne.
Dort kreieren sie ein Wurmloch im Hyperspace aus vibrierenden Polka-Wellen, Melodie-Winden, Elektro-Blitzen und den Laser-Salven des Schlagzeugs. Unweigerlich zieht auch der Song des Monats „Der Intergalaktische Datteltransport“ seine Zuhörer in den Bann und reißt selbst ein hölzernes Tanzbein mit in den psychedelischen Sog dieses einzigartigen Piratenjazz. Der Song befindet sich auf dem aktuellen Album Krautschuk und beschreibt den nicht minder abenteuerlichen Nebenverdienst der Piraten, nämlich das Schmuggeln von Konterbande, in diesem Fall des ambrosischen Krautschuks. High im Hyperspace geraten sie dabei in eine intergalaktische Zollkontrolle: werden sie dort nun einfach durchgewunken oder kontrollieren die Wachtmeister mit ihren Spürhunden die Datteln bis auf ihren fehlenden Kern und erschnüffeln das köstliche Krautschuk? Und was wird erst Mohammed Müllers Mutter sagen, wenn sie ihren Sohnemann wieder vom Polizeirevier abholen muss?Obwohl die Songs also inhaltliche Tiefe haben und auch so verspielte Namen wie „Nackt Im Wald“ oder so verträumte wie „Die Küste vor Tadschikistan“ tragen, verzichten Kosmo Koslowski in ihnen auf Wort und Gesang. Rein instrumental erschaffen sie Schatzkarten abwechslungsreichster Klanglandschaften.
Dafür werden sie nicht nur auf, sondern auch neben der Bühne geschätzt. Sie spielten bereits zwei Tourneen durch Deuschlands Clubs und über seine Festivalgelände. Außerdem begleiteten sie im renommierten Hamburger Thalia-Theater musikalisch Michael Endes Stück „Momo“. Auch im Fernsehen untermalten die Künstlerpiraten die verschiedensten Produktionen und traten darüber hinaus bereits zusammen mit den Kosaken von Pakava it (RU), den Wikingern von Analogik (DK) oder Katzenjammer (S) und den Fährtenlesern von A Hawk and a Hacksaw (USA) auf. Als Klang-Dompteure gastierten sie nicht nur im Zirkus, sondern auf Einladung des Goethe-Institus auch beim bulgarischen Beglika-Festival, wo sie südslawische Begeisterung ernteten.Derweil wird fleissig Seemannsgarn gesponnen: Der Mann im Ausguck hat schon wieder eine neue Schatzinsel in Sicht und man munkelt, dass Anfang nächsten Jahres ein Remix-Release auf Vinyl erscheint.
Die Band
Gunnar Wolff - Gitarre
Benjamin Holzapfel - Kontrabass
Pawel Wieleba - Schlagzeug
Mira Kempf - Querflöte
Tuomas Huotari - Klarinette
bei Spezial-Konzerten:
Jacob Sello - Sampler / Effekte
Der Song wurde To4ka-Treff für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt
Text: Tim Jungeblut
Dezember 2011
Text: Tim Jungeblut
Dezember 2011











