Journalismustrends

Sommerschule des „Russischen Reporters“

Willst du dich mit den deinesgleichen treffen, aber denkst dir, dass du „das nicht stemmen kannst“? Solche Treffen bietet dir die Sommerschule des Journals „Russischer Reporter“, in deren Rahmen Wissenschaftler, Journalisten, Mediziner, Ökologen, Studenten, Schüler frei kommunizieren, Erfahrungen austauschen, gemeinsam Studien besprechen und journalistische Beiträge anfertigen. Im Zuge des zehnten Jubiläums der Sommerschule, die in der Region Twer abgehalten wurde, hat sich unsere To4ka-Treff-Korrespondentin umgesehen.

© privat

Alter. Energie. Stereotypen.

Ausgehend von den Erkenntnissen der Chronobiologie ist es für einen Mann unerlässlich, bis zu einem Alter von 35 Jahren eine Karriere aufgebaut zu haben, weil dann seine Instinkte nachlassen, die zur „Jagd“ und „Verteidigung des eigenen Territoriums“ notwendig sind. Falls ein Mann in seiner Lebenszeit auch nur drei Quadratmeter, einen Bierbauch und eine Raucherlunge gewonnen hat, sind diese ein unermesslicher Reichtum für ihn und bringen ihn im Leben weiter. Für Frauen ist es ebenfalls notwendig, sich in diesem Alter darüber klar zu werden, dass einige Bereiche subtiler, aber nicht weniger wichtig werden. Wissen lässt sich in einem Alter bis 25 Jahre oder 27 Jahre besser aneignen, da Menschen in dieser Zeit bereit sind, Entdeckungen zu machen. Circa ab dem 30. Lebensjahr verringert sich die Muskelmasse – um bis zu 2 Prozent pro Jahr – und mit ihr die Fähigkeit und der Wunsch, die Welt zu erkunden. Im Laufe seines Lebens erwirbt der Mensch so fragwürdige Qualitäten wie "Langeweile", "Trägheit", "ein gefestigtes Weltbild", "eine Reihe von Regeln und Normen", "Stereotypen" und "Risikophobie mit einhergehender Bequemlichkeitsmanie".

All dies wäre traurig, wenn es nicht für diese Menschen die Sommerschule des "Russischen Reporters" gäbe. Die Hauptidee des Projekts ist es, einen freien Bildungsraumszu schaffen, in dem Wissenschaftler, Journalisten, Ärzte, Umweltschützer, Studenten und Schüler frei kommunizieren, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam forschen und journalistische Beiträge erstellen können.

Die Sommerschule – das ist ein Raum für Leute ohne Alter, ethnischer Zugehörigkeit und sozialen Status. Deine Eintrittskarte ist das unbändige Lodern in dir. Warum das hier steht? Zur Auflockerung. Die Reaktion der Kernfusion führt zur Produktion von Energie und dem Schein der Himmelskörper, die man als "Stern" bezeichnet. Das Innere der Erde, zum Beispiel, ist keine synthetisierte Energie, sondern erwärmt sich durch die Energie der Kernspaltung und der Sterne - zu Lasten der Synthese. Entdecke, finde einen "Stern" und dein Name wird "Sommerschüler" sein.

Die Tradition der Sommerschule stammt aus den späten 1980er Jahren. Das berühmteste Projekt war die Sommer-Umweltschule (LASH). Im Jahr 2003 wurde dieses von der Sommerschule "Forscher", die später als Sommerschule "Russischer Reporter" bekannt wurde, getrennt. Initiator des Projekts ist der Herausgeber des Wissenschaftsmagazins "Russischer Reporter", Gregory Tarasewitsch. Ein Mann mittleren Alters, fröhliche Augen, ironisch. Ihn zu "verstehen" ist ein vergebliches Unterfangen, denn man braucht einfach nur sofort loszulegen und ist "Sommerschulen" - Student, oder "Sommerschulen" - Dozent oder "Sommerschulen" - Gast.

Für zukünftige Teilnehmer der Schule gibt es keine weiteren Beschränkungen, außer dass man eine Probearbeit anfertigen und an den Workshop senden muss, an dem man teilnehmen möchte.

Intellektuell-kultureller Aspekt

© privat Aus dem Manifest der Sommerschule des Russischen Reporters 2013: "Die Sommerschule ist ein unabhängiges Projekt, das nicht in einem Staat, der Schule oder einem höheren Bildungssystem verankert ist. Wir sind unser eigener Staat. Hinter uns steht keine Partei, keine Firma, niemand von "Naschi" oder sonst jemand. Niemand kann uns sagen, wie man arbeiten und wie man unterrichten soll. Deshalb richten sich unsere Ergebnisse und unsere Einrichtung nur an uns. Das ist übrigens das schwierigere. " "Dies ist ein rein ehrenamtliches Projekt. Niemand erzielt einen Gewinn, im Gegenteil: die Teilnehmer, die Lehrer und die Verwaltung selbst bezahlen Gebühren, die zur Finanzierung der Lager und weiterer Bedürfnisse dienen. Auch wenn wir keine Sponsoren finden, wird das Geld für die Ausrüstung der Schulen ausgegeben werden, nicht für Kosten und Honorare."

"Hier werden verschiedenen Wissenschaften und Bedeutungen vermischt. Dies geschieht in einem gemeinsamen Raum und auf Kosten des Programms. Ärzte lehren Journalisten Erste Hilfe, Philosophen halten gemeinsam mit Biologen ein Ethik-Seminar, Psychologen diskutieren die Kriterien eines Experiments mit Physikern. "

Sozialer Affekt

Es ist eine Prüfung deiner Selbstständigkeit. Die junge russische Gesellschaft ist zwischen Ost und West zerrissen, zwischen Coca-Cola und Yoga, zwischen dem Wunsch, seinen Nächsten zu helfen und tiefer Gleichgültigkeit, zwischen Vegetarismus und Fleischessen.

Die Sommerschule des RR bietet dir Aufenthalt und ein Treffen, was dir selbst und damit auch anderen zugutekommt. Körperliche Arbeit adelt nicht weniger als intellektuelle. Und in der Sommerschule, wo niemand für einen kocht, wäscht und putzt, tut man es selbst und doch nicht nur für sich selbst - öffne dich dir selbst. Du bist nicht nur, wie sich herausstellt, Benutzer im Internet und auf soziale Netzwerken, sondern du bist, wie sich herausstellt, verantwortlich, heiter, aufgeschlossen, widerstandsfähig, mit Charakter, großzügig und ernst.

Die Sommerschule ist ein Experiment für alle. Keine Angst vor persönlich wichtigen Aufgaben der Projektteilnehmer. Besiege die Angst - "es ist zu schwierig für mich", "Wer sind wir, um es zu übernehmen", "es ist zu schwierig", und so weiter. Hier hat jeder ein Recht darauf, Fehler zu machen. Die Sommerschule ist, in vielerlei Hinsicht, eine Plattform für Experimente. Das wichtigste Experiment ist, die gesetzten Ziele zu erreichen, wie du es im gewöhnlichen Leben nicht wagen würdest.

Die Sommerschule ist ein Projekt von Freiwilligen-und Outdoor-Anhängern aus der ganzen Welt.

Vera Kolkutina, 33, Perm
Übersetzung: Tobias Betzin

Copyright: To4ka-Treff
August 2013

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