Party up!Beginn der Festivalsaison

Für eine Woche feierte Moskau den Eurovision Song Contest – in Deutschland fängt die Party erst richtig an - trotz miserablem Ergebnis beim ESC. Denn jetzt beginnt wieder die Festivalsaison.Was das Elektro-Spektakel "Kazantip" mit seinen mehr als 100.000 Besuchern in der Ukraine für Russland und Osteuropa ist, findet in der unglaublichen Anzahl von über 750 Musikfestivals in Deutschland in diesem Jahr seine Entsprechung. Die meisten davon sind klein aber fein. Die riesige Auswahl verdankt Deutschland nicht zuletzt der günstigen geographischen Lage. Nicht leicht, da den Überblick zu behalten.
Von den über 750 Musikfestivals ist nur ein gutes Dutzend richtig bekannt und groß. Dazu gehören die Schwesterfestivals "Rock am Ring" und "Rock im Park", sowie "Southside" und das "Hurricane"-Festival. Andere große Festivals sind unter anderem "Wacken", "Chiemsee Reggae Summer" und "Nature One".
Mit wenigen Ausnahmen sind alle großen Festivals in Deutschland kommerziell ausgerichtet und haben internationale Stars in ihrem Line-Up. Britische, amerikanische und skandinavische Bands kommen gerne nach Deutschland. Bekannte Bands aus dem Osten sieht man sehr selten, der Musikgeschmack in Deutschland ist immer noch sehr westlich orientiert. Doch gerade im Ska fängt ein langsamer Austausch an. Russische Ska-Bands besuchen deutsche Festivals, und umgekehrt finden auch immer mehr deutsche Ska-Bands den Weg nach Russland.
Neben den kommerziellen Festivals existieren auch kleinere nicht-kommerzielle Festivals, die teilweise umsonst sind, wie etwa das von Abiturienten organisierte "Abifestival" oder das von Musikliebhabern veranstaltete "Immergut"-Festival, welche neben kleineren europäischen Bands hauptsächlich deutsche Bands im Line-Up haben. Finanziert werden die kostenlosen Festivals über den Verkauf von Essen und Getränken. Sie könnten ohne die Freiwilligen, die umsonst mithelfen, nicht gelingen.
Im Ausland ist Deutschland berühmt für die Loveparade, ein elektronisches Straßenfestival mit über 1,5 Millionen Besuchern, das mittlerweile von der Hauptstadt Berlin ins Ruhrgebiet umgezogen ist und dieses Jahr leider abgesagt werden musste.Da fällt die Wahl des richtigen Festivals für den Sommer extrem schwer. Wichtigstes Kriterium ist für die meisten Besucher, welche Künstler auftreten, und somit natürlich das musikalische Genre. Andere Kriterien zur Auswahl des richtigen Festivals sind die Größe, die Menschen, die man dort potentiell kennen lernen könnte, das Image und ob Freunde, die im Vorjahr dort waren, es für lohnenswert befanden. Die örtliche Nähe spielt bei den meisten Festivalteilnehmern immer weniger eine Rolle, ist aber insbesondere für die jüngeren deutschen Festivalbesucher trotzdem nicht ganz unwichtig.
Wer sich entschlossen hat auf ein Festival in Deutschland zu fahren, sollte dies am besten mit der Bahn machen, denn oft sind die Parkplätze sehr matschig. Wenn es regnet, was auch im Hochsommer passieren kann, versinken die Autos im Schlamm. Das freut dann höchstens die örtlichen Bauern, die gegen einen kleinen Obolus die Autos wieder aus dem Schlamm schleppen.
Ein Treckingrucksack ist von großem Vorteil, denn vom Auto oder Bahnhof sind die Wege zum Zeltplatz teilweise sehr lang. Getränke und Essen vor Ort sind meistens sehr teuer, deswegen bringen die Festivalbesucher oft ihre Verpflegung selber mit. Wenn das Zelt steht und die mitgebrachten Campingstühle aufgebaut sind, kann die Party losgehen. Doch aufgepasst. Wähle deinen Platz sorgfältig aus. So ist die Gefahr, dass du Nachbarn bekommst, die dich und die ganze Umgebung mit einem mitgebrachten Megafon nerven und jeden Schluck, den du trinkst, kommentieren, gemindert. Es gibt nichts Schlimmeres als Zeltnachbarn mit einem Megafon, glaubt mir! Und es bleibt nur zu hoffen, dass sie die Ersatzbatterien zu Hause vergessen haben.Auf den meisten Festivals ist selbst mitgebrachter Alkohol nur auf dem Zeltplatz erlaubt, jedoch nicht auf dem Festivalgelände. Deswegen füllen viele den Alkohol in Saftpackungen um und basteln sich mit Gewebeband eine Umhängetasche. Bevor es auf das Festivalgelände geht, solltet ihr noch mal prüfen, ob ihr alles dabei habt, da auch diese Wege oft sehr lang sind. Bei der Wahl zwischen Lieblingsband und vergessener Sonnencreme hat sich eine Freundin von mir letzten Sommer für die Lieblingsband entschieden. Ein großer Fehler. Der Auftritt der Band war zwar super, dafür konnte sie sich nachts dank des intensiven Sonnengenusses nicht entscheiden, wie sie vor Schmerzen, Schlaf finden sollte.
Auch Ohropax hat sich als erstaunlich praktisch herausgestellt. Trägt man keine, erspart einem das nach einem ohrenbetäubenden Tag eventuell zwar das Schnarchen seiner Freunde, doch auf lange Sicht lässt sich mit Ohrenstöpseln die Lieblingsmusik auch später noch genießen. Doch Festivals sind natürlich nicht nur zum Musik hören und Feiern da. Es ist auch eine riesige Singlebörse, wo man viele neue nette Leute kennenlernen kann. Auch hier gilt die Devise: je später der Abend (und je mehr man getrunken hat) desto hübscher werden die Mädels/Jungs. Wenn du also deine Traumfrau/-mann siehst, sprich sie beziehungsweise ihn ruhig an. Dass ihr euch ein zweites Mal auf dem riesigen Gelände unter tausenden von Leuten wiederseht, ist nämlich mehr als unwahrscheinlich.
Jeder ist bei Festivals immer auf der Suche nach irgendwas. Egal ob Freunde, Toiletten, Duschen oder einem Getränkestand. Vermutlich deswegen wird auf fast jedem Festival nach "Helga!" gerufen. Ein Running Gag, bei dem viele andere Personen dann "Helga!" zurückrufen. Wie und wann dieses Ritual entstand, ist bis heute nicht geklärt.
Vermeintlich typische deutsche Tugenden wie Sauberkeit, Ordnung und Umweltbewusstsein sucht man auf einem Festival so vergeblich wie "Helga". Die Campingplätze gleichen vielmehr einem UN-Flüchtlingscamp. Die dauerbesoffenen und dreckigen Bewohner sind dafür aber alle sehr freundlich und friedlich. Musikfestivals sind also eher ein Ort, an dem sich die Klischees verkehren. Dass alles im Großen und Ganzen so friedlich verläuft, zeigt, wie Musik jeden Sommer zehntausende harmonisch vereint und verbindet.Dieses Jahr findet ihr mich auf dem Hurricane, Uelzen Open R, Dockville und Lunatic Festival. Vielleicht kommst Du mit und wir verabreden uns über die To4ka-Community.
Wir sehen uns!
Festivalplaner 2009:
Rock am Ring
Ort: Nürburgring in der Eifel
Zeit: 5.-7. Juni
Genre: Rock
Zuschauer: 85.000
Eintrittspreis: 135 Euro
Headliner: The Killers, Placebo, Korn, Marilyn Manson, Slipknot, Limp Bizkit, Billy Talent
Hurricane
Ort: Scheeßel (zwischen Hamburg und Bremen)
Zeit: 19.-21. Juni
Genre: Rock/Indie
Zuschauer: 70.000
Eintrittspreis: 110 Euro
Headliner: Die Ärzte, Kings Of Leon, Nine Inch Nails, Kraftwerk, Franz Ferdinand, Ska-P
M'era Luna
Ort: Hildesheim
Zeit: 8.+9. August
Genre: Gothic/Wave
Zuschauer: 20.000
Eintrittspreis: 74 Euro
Headliner: The Prodigy, Nightwish, Apocalyptica, Subway To Sally, Peter Heppner
Wacken Open Air
Ort: Wacken
Zeit: 30. Juli - 1. August
Genre: Heavy-Metal
Zuschauer: 85.000
Eintrittspreis: 135 Euro
Headliner: Anthrax, Motörhead, In Extremo, Napalm Death, Bullet For My Valentine, Amon Amarth
Nature One
Ort: Kastellaun/ Hunsrück
Zeit: 31. Juli – 2. August
Genre: Electro
Zuschauer: 55.000
Eintrittspreis: 59 Euro
Headliner: Paul van Dyk, Armin van Buuren, Turntablerocker, Paul Kalkbrenner, Lützenkirchen
Chiemsee Reggae Summer
Ort: Übersee/ Chiemsee
Zeit: 14.-16. August
Genre: Reggae/ Hip-Hop
Zuschauer: 25.000
Eintrittspreis: 79 Euro
Headliner: Deichkind, Nosliw, Panteón Rococó, Patrice, Mono & Nikitamann
KaZantip
Ort: Popowka/ Krim, Ukraine
Zeit: 25. Juli- 29.August
Genre: Electro
Zuschauer: 150.000
Eintrittspreis: 250 Dollar (2008) für ein fiktives Visum
Headliner: mehr als 300 DJs in 10 Clubs
Rock am Ring
Ort: Nürburgring in der Eifel
Zeit: 5.-7. Juni
Genre: Rock
Zuschauer: 85.000
Eintrittspreis: 135 Euro
Headliner: The Killers, Placebo, Korn, Marilyn Manson, Slipknot, Limp Bizkit, Billy Talent
Hurricane
Ort: Scheeßel (zwischen Hamburg und Bremen)
Zeit: 19.-21. Juni
Genre: Rock/Indie
Zuschauer: 70.000
Eintrittspreis: 110 Euro
Headliner: Die Ärzte, Kings Of Leon, Nine Inch Nails, Kraftwerk, Franz Ferdinand, Ska-P
M'era Luna
Ort: Hildesheim
Zeit: 8.+9. August
Genre: Gothic/Wave
Zuschauer: 20.000
Eintrittspreis: 74 Euro
Headliner: The Prodigy, Nightwish, Apocalyptica, Subway To Sally, Peter Heppner
Wacken Open Air
Ort: Wacken
Zeit: 30. Juli - 1. August
Genre: Heavy-Metal
Zuschauer: 85.000
Eintrittspreis: 135 Euro
Headliner: Anthrax, Motörhead, In Extremo, Napalm Death, Bullet For My Valentine, Amon Amarth
Nature One
Ort: Kastellaun/ Hunsrück
Zeit: 31. Juli – 2. August
Genre: Electro
Zuschauer: 55.000
Eintrittspreis: 59 Euro
Headliner: Paul van Dyk, Armin van Buuren, Turntablerocker, Paul Kalkbrenner, Lützenkirchen
Chiemsee Reggae Summer
Ort: Übersee/ Chiemsee
Zeit: 14.-16. August
Genre: Reggae/ Hip-Hop
Zuschauer: 25.000
Eintrittspreis: 79 Euro
Headliner: Deichkind, Nosliw, Panteón Rococó, Patrice, Mono & Nikitamann
KaZantip
Ort: Popowka/ Krim, Ukraine
Zeit: 25. Juli- 29.August
Genre: Electro
Zuschauer: 150.000
Eintrittspreis: 250 Dollar (2008) für ein fiktives Visum
Headliner: mehr als 300 DJs in 10 Clubs
Die ultimative Festival-Packliste:
- gute Laune
- gute Freunde (bei Bedarf auch vor Ort zu finden)
- Festivalticket (!!!)
- Zelt und ein kleines Schloss, damit abends noch alles an seinem Platz ist
- Isomatte
- Schlafsack
- Geld
- Personalausweis
- Handy
- Wolldecke
- flüssige Nahrung (Achtung: bei starker Sonneneinstrahlung vorsichtiger genießen)
- feste Nahrung (Dosenravioli oder alternativ viel Fleisch und ein Grill, ein Festival ist kein Gourmet Tempel)
- Kaugummis (damit der nachfolgende Punkt kein unnötiges Gepäck ist)
- Kondome (Festivaltage mal 2)
- Hygieneartikel: Shampoo, Zahnbürste, Zahncreme, Sonnencreme, Mückenspray, Klopapier, Pflaster, Badelatschen und was Mann/Frau sonst noch so braucht
- Taschenmesser mit Dosen- und Flaschenöffner, Korkenzieher
- Taschenlampe
- Kleidung für Regen, Sonnenschein und kalte Momente (aber nicht zu viel, da man sie eh nicht wechselt und alle anderen Festivalteilnehmer auch dreckig sind)
- Fußball (falls die Musik mal nicht so toll ist)
- Edding (für spontane Ganzkörper-Heiratsanträge/ Grüße an die Mutti oder andere wichtige Botschaften, die man den anderen Festivalbesuchern mitteilen will/muss)
- Ohrstöpsel (damit man auch nach 5 Stunden in der ersten Reihe noch etwas hören kann)
- schlechte Laune
- illegale Drogen jeglicher Art (ein Festival ist der schlechteste Ort, um mit so etwas zu experimentieren)
- Waffen jeglicher Art (versteht sich ja von selbst)
- Hunde und andere Haustiere
Jan-Henrik Wiebe, Schüler, Lüneburg
Copyright: to4ka-treff
Mai 2009
Copyright: to4ka-treff
Mai 2009










