Lieblingsbücher


Die Bücher meiner Jugend

Jeder, der einen Text über Bücher für Jugendliche schreibt, riskiert in grenzenloses nostalgisches Gejammer über die verflossene Jugend, à la „früher war alles besser“, zu verfallen. Allerdings können Buchempfehlungen für alle, die jünger sind, als man selbst auch nur so klingen. Doch es gibt so einige Bücher, die mich vielleicht nicht gleich als Persönlichkeit geprägt haben, aber mit Sicherheit mein Erwachsenwerden beeinflusst haben. Und genau diese Bücher möchte ich mit euch teilen und wärmstens empfehlen.

Alexander Dumas „Der Graf von Monte Christo“ und „Die geheimnisvolle Insel“ von Jules Verne haben mir gezeigt, wie Abenteuerromane sein müssen. „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner und „Das geheimnisvolle Paket“ von Gerald Durrell haben mir Türen in andere Welten geöffnet. Und „Die Insel der Riesen“ von Arnold Neggo und „Die Kinder des blauen Flamingos“ von Wladislaw Krapiwin haben mich zum Nachdenken darüber gebracht, wie ich mich wohl anstelle meiner Altersgenossen, der Helden dieser Geschichten, verhalten hätte. Die besten sowjetischen Kinderbücher sind für mich nach wie vor „Internat aus Fell“ von Eduard Uspenski und „Nimmerklugs Reise zum Mond“ von Nikolai Nossow. Selbstverständlich habe ich auch viele andere gelesen, wie den „Bronzeadler“, „Die drei Dicken“, „Zauberer Hottab“ und „Der blaue Pfeil“. Bücher, die mehrere Generationen sowjetischer Kinder und Jugendlicher geprägt haben. Aber ich denke, jeder hat seine eigene, wohl gehütete Liste der wichtigsten Bücher, und ich wette, dass auch der Großteil eurer Bücherliste nicht unbedingt wohl bekannte Titel sind.

Wozu sollten also all die Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren meine Liste mit den wichtigsten Büchern meiner Jugend lesen wollen? Nicht etwa, weil seitdem nichts Besseres geschrieben wurde. Aber es wäre doch irgendwie ungerecht und traurig, wenn die Schriftsteller von heute, so wunderbar sie auch sind, die Bücher von Krapiwin, Verne, Durrell, etc. ganz aus dem Blickfeld russischer Jugendlicher drängen würden. Außerdem bin ich sicher, dass ich ein anderer Mensch geworden wäre, wenn ich z. B. Bücher von Kästner und Neggo nicht gelesen hätte. Bücher, die das Leben wenigstens eines Menschen verändert haben - ein pathetischer Satz ganz im Sinne einer Internetschlagzeile, aber – ich würde drauf klicken.
© Kirill Loginow

Kirill Loginow


hat mit drei Jahren mit Hilfe von Buchstabenwürfeln lesen gelernt, mit fünf hat er seine Biographie geschrieben. Er hat am Institut für Philologie, Medien und Psychologie in Novosibirsk studiert und über zehn Jahren in diversen Medien als Journalist und Redakteur gearbeitet. Jetzt trägt er zur Imageverbesserung der Wissenschaft bei einem Großunternehemen bei, was ihn allerdings nicht daran hindert ab und zu Texte zu schreiben.

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