Bitte zu Tisch


Was isst man in Taschkent: Wochenbericht

Was isst man in Taschkent. Wochenbericht


Die orientalische Gastfreundschaft ist eine der Besonderheiten Usbekistans. Hier tischt man gern auf und versteht viel von guter Kost. Und trotz der Vielfalt der usbekischen Küche ist es ein Irrtum zu glauben, dass hier nur Pilaw mit Laghman gegessen wird. Verschiedene Cafés, Restaurants, Imbissstuben und Bistros bieten die unterschiedlichsten Gerichte zu den unterschiedlichsten Preisen an.

Montag


©Darina Solod
Bistros gibt es in der Hauptstadt schon lange. Von zwei bis vier Uhr nachmittags sind es wohl die meistbesuchten Orte in der Stadt. Hier kann man recht schmackhaft und günstig essen. Meinen ersten Lunch aß ich im neuen „Europäischen Bistro“, das gegenüber der Filiale der Westminster Universität eröffnet wurde. Zwei Gerichte, Salat und Brot kosteten 23.000 Sum, in russische Rubel umgerechnet sind das ca. 230–235 Rubel.

Eine kleine schmackhafte Portion Maultaschen mit Rindfleisch und eine eigentümliche Brühe, die eher an Wasser mit Kräutern und Sahne erinnerte, ein Hühnerkotelett, das meiner Meinung nach, etwas trocken war, aber den anderen geschmeckt hat, mit Reis und Gemüse als Beilage. Ich verstehe nicht, wie man Reis mit Gemüse verderben kann, aber es ist ihnen gelungen. Keine Klagen gab es hingegen über das selbst gebackene Brot und den Salat, den ich und meine Freunde wegen seiner Zutaten einhellig als „Katerfrühstück“ bezeichneten. Im Großen und Ganzen ist das Essen recht gut, aber möglicherweise ist es anderswo schmackhafter. Eindeutig nicht wie zu Hause.

Dienstag


©Darina Solod
Am Dienstag begaben wir uns in ein Café der nationalen Küche. In Taschkent gibt es eine Menge solcher Cafés. Sie heißen alle „Milliy Taomlar“, was wörtlich übersetzt „Nationale Küche“ bedeutet. Das Mittagessen kostete hier im Vergleich zum Essen am Montag die Hälfte. Aber nur weil ich mich entschieden hatte, auf das erste Gericht zu verzichten, da die Fleischtaschen allein schon sehr sättigend sind. Im Grunde genommen werden die Gerichte der usbekischen Küche fast überall gleich gut zubereitet. Deshalb war ich mit dem Mittagessen zufrieden. Eine Portion aus vier Fleischtaschen, Salat und Tee kosteten 11.000 Sum, oder ca. 100–110 Rubel. Der Kefir oder Kajmak, mit dem die Fleischtaschen in der Regel angerichtet werden, ist im Preis enthalten.

Mittwoch


©Darina Solod
Am Mittwoch hatte ich keine Zeit, um irgendwo zu Mittag zu essen. Deshalb fand das Mittagessen im Büro statt. Die diätische Mahlzeit war vergleichbar günstig, da ich sie von zu Hause mitgebracht hatte. Diätische Hühnersuppe zum Selbstkostenpreis ungefähr 3 .000–4.000 Sum (30 – 40 Rubel), und zum Nachtisch Chocopie. Das Essen von zu Hause mitzubringen, ist eine gute Variante, die hilft Geld zu sparen und den Magen zu schonen. Es schmeckt besser und ist billiger. Die Hauptsache ist, dass die Arbeitsbedingungen es erlauben, das Essen problemlos aufzuwärmen und zu verzehren.

Donnerstag


©Darina Solod
Am Donnerstag habe ich mit meinen Freundinnen zu Mittag gegessen. Wir haben uns für eine relativ neue und teure Einrichtung entschieden — die Burger & Lounge Bar. Sie ist berühmt für Steaks, Burger und ihre Musik. Hier gibt es immer ruhige Lounge und Chill-out Musik. Das war der teuerste Lunch in dieser Woche — 19.000 Sum für einen Burger (190 Rubel), 7.000 für Pommes frites (70 Rubel), 18.000 für Salat (180 Rubel) und 6.500 Sum für Ingwertee (65 Rubel).

Der Burger ist relativ sättigend und unterscheidet sich grundsätzlich vom gewöhnlichen Imbiss (Fast Food). Das Kotelett wird anders gebraten, das Hackfleisch ist aus Bonfilet. Statt Ketchup und Majonäse wird Käsesoße gereicht, die von den Köchen eigenhändig zubereitet wird unter Zugabe von frischem Gemüse. Der Salat «Kleingarten» aus Hähnchenbrustfilet, Champignons und Gurken hat mir nicht gefallen. Das Hähnchenbrustfilet war ein gekauftes Fertigprodukt, die Champignons hatten keinen Geschmack, der Gurkengeschmack war stärker als der Geschmack der anderen Zutaten. Nicht jeder Einwohner von Taschkent kann sich ein Mittagessen zu diesem Preis erlauben, aber die Bar und die Küche sind das ausgegebene Geld wert.

Freitag


©Darina Solod
Am Freitag gab es wieder Hauskost. Und zwar erstaunlicherweise Pilaw, der von den Eltern meiner Freundin zubereitet wurde (es ist schwierig, den Selbstkostenpreis zu nennen, aber nicht teurer als 6.000 Sum oder 60 Rubel). Der hausgemachte Pilaw unterscheidet sich vom verkauften Pilaw schon allein deshalb, weil er auf der Herdplatte zubereitet wird. Aber er ist auch sehr, sehr lecker. Zu diesem Gericht werden üblicherweise Tomaten gegessen. In der Regel gehört der Salat „Atschik-Tschutschuk“ aus Zwiebeln und Tomaten auch dazu, aber ich hatte keine Lust, die Zutaten zu schnippeln. Außerdem schmecken die Tomaten in Taschkent auch ohne Zutaten gut.

Für fünf Lunche gab ich 900 Rubel aus. Aber dieses Menü ist sowohl sehr viel teurer als sehr viel billiger zu haben. Wer im Büro arbeitet und das Essen nicht von zu Hause mitbringt, gibt täglich im Durchschnitt 150–200 Rubel für das Essen in der Stadt oder für das ins Büro gelieferte Essen aus. Oder sie bringen das Mittagessen mit ins Büro. Ergebnis: in Taschkent ist das Essen nicht teuer und man kann es sich leisten, jeden Tag in verschiedenen gastronomischen Einrichtungen Gerichte unterschiedlicher Küchen zu bestellen.
© Darina Solod

Darina Solod

Ich wohne in Taschkent und bin 26 Jahre alt. Ich arbeite als Chefredakteurin der Website „Voice of Taschkent“. Ich mag lesen und mich mit den Leuten austauschen.

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