Bitte zu Tisch


Zwischen Mensa und Kaffeehaus: So is(st) Kiew

Was isst man in Kiew. Wochenbericht


Ich muss sagen, dass Kiew relativ klein ist. Der Besitzer der gastronomischen Einrichtung ist oft ein Bekannter und wenn man Ihnen sagt: „Bis zum nächsten Mal“, so meint man wirklich bis zum nächsten Mal. Und das wird sehr bald sein. Ich habe mehrere Lieblingsorte, denen ich immer treu bin. Genauer untreu, aber wer spricht darüber schon in der Öffentlichkeit?

Eier Benedikt mit Lachs


©Olena Skirta

[Indie-Buchladen und Kaffeehaus „Harms“]


Das ist einer meiner Lieblingsorte. Eigentlich ist es ein Buchladen, aber ich esse hier auch gern. Wunderbare Kürbissuppe, Eier Benedikt mit Lachs und "Cheesecake". Diesmal stehen Eier Benedikt auf meinem Tisch. Eine Portion mit Lachs, die andere — mit Schinkenspeck, für meinen Freund. Das ist so köstlich, dass man dem Wunsch nicht widerstehen kann, eine zweite Portion zu bestellen. Aber eigentlich hatte ich mir heute Morgen vorgenommen, nicht zu platzen.

Vor einem Jahr zog „Harms“ aus dem gemütlichen Kellerraum am Platz der Unabhängigkeit in einen großen Raum im Haus der Wissenschaftler am Goldenen Tor um. Dabei wurde alles erneuert. Ich habe die Gründer des Ladens eine Woche vor der Eröffnung kennengelernt. Wir haben uns angefreundet, deshalb habe ich Informationen über die Neueinführungen, und natürlich habe ich die Gerichte aus dem neuen Menü gekostet. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass hier alles sehr schmackhaft ist.

Quarkpfannkuchen und Cappuccino


©Olena Skirta

[Kaffeehaus „Tschaschka“]


Wundern Sie sich nicht, es ist wieder ein Kaffeehaus. Ja, ich mag Kaffeehäuser. Für mich ist das ein Ort für Treffen. Arbeitstreffen und private Treffen. Diesmal hatte ich ein privates Treffen. Ich habe Pfannkuchen aus hausgemachtem Quark bestellt. Traditionell zum Frühstück, köstlich, aber nicht sättigend genug, meiner Meinung nach.

Der Gründer Igor Suchomilin betrachtet das Kaffeehaus als seinen Lieblingsbesitz, er schaut sich um und fragt seine Lieblingsgäste mit der Stimme eines klugen Toastmasters: „Wie gehts?“ Nebenbei gesagt, war er tatsächlich in der Vergangenheit Toastmaster, wie sein Vater.

Eigentlich bestelle ich im „Tschaschka“ auch oft Eier Benedikt, die hier sehr gut sind. Heute habe ich sie nicht bestellt, obwohl die Soße hier wahnsinnig lecker ist. Sogar köstlicher, als im „Harms“. Besser ist die Soße nur bei mir zu Hause. Und nur, wenn ich mir besonders viel Mühe gebe. Ein Minus ist das zu dicke Brötchen. Aber wen interessiert das, wenn Sie im Begriff sind, Ihr Lieblingsgericht zu essen?

Frühstück für $3


©Olena Skirta

[Bar „Kosatka“]


Ich esse häufig Burger, aber heute frühstücke ich hier. Sehr sättigendes, köstliches 3-Dollar Frühstück, an dem mir alles gefällt außer der Mais. Das Coolste daran ist, dass der Geschmack immer gleich ist. Das ist wie bei McDonalds, wo man immer weiß, was man zu erwarten hat, aber mit eigener Atmosphäre.

In „Kosatka“ finden häufig coole Partys statt. Am Vormittag dagegen — wichtige Treffen. Hier gibt es einen langen Tisch für Freunde, ein Regal mit Schallplatten, guten Kaffee und göttliche Quarkpfannkuchen. Dieser Ort ist für jeden, der sich hier wie zu Hause fühlen möchte. Und das ist sehr einfach, glauben Sie mir. Hauptsache – Entspannung.

Falafel, Tomatensalat und Cappuccino


©Olena  Skirta

[Imbissstube Green 13 von Vegano Hooligano / Kaffeehaus „Tramwaj“]


Ich bin zwar überhaupt keine Veganerin, aber nachdem eine vegane Verkaufsstelle auf dem Bessarabischen Markt eröffnet wurde, habe ich ungefähr einen Monat lang Falafel mit Cappuccino bestellt. Später wollte ich natürlich auch mal etwas anderes. Aber ich nehme diese Tradition regelmäßig und gern wieder auf.

Da gutes Wetter ist, gehe ich mit meiner Freundin im Park spazieren. Ich habe Falafel und Tomatensalat mitgenommen. Kaffee kaufe ich im „Tramway“ für 22 Hrywnja. Ich bin zufrieden, sitze vor dem roten Gebäude meiner ehemaligen Universität, genieße die letzten warmen Tage und das „köstliche“ Gespräch mit meiner Freundin. Ok, es ist nicht ganz so köstlich. Den Tomatensalat nehmen Sie lieber nicht, aber die Falafel empfehle ich sehr.

Kartoffelpüree, Fleisch auf französische Art, Pilze in Sahnesoße und Pfannkuchen mit Mohn


©Olena Skirta

[Die Mensa der Kiew-Mohyla-Akademie]


Wenn man die ganze Woche in Kaffeehäusern und Restaurants isst, sollte man sich am Ende der Woche daran erinnern, dass man Journalistin ist und die Mensa besuchen. Insbesondere, weil es sehr angenehm ist. Jeder Löffel Kartoffelpüree versetzt mich zurück in die Kindheit und ich erinnere mich an die Freestyle-Kämpfe, die ich mir damals angeschaut habe. Ja, das ist eine seltsame Mischung.

Die Mensa der Kiew-Mohyla-Akademie ist in Wirklichkeit ein sakraler Ort. Diesen Ort kennen nur Eingeweihte. Hier schmeckt alles und man fühlt sich wie zu Hause. Wenn man anderen die Mensa zeigt, möchten sie gleich ihren Freunden davon erzählen. Deshalb empfiehlt es sich, die Vertrauenswürdigen gut auszuwählen. Diese Informationen müssen geheim bleiben, sonst reicht das Püree nicht für alle.
© Olena Skyrta

Olena Skyrta

Olena hat zunächst am polytechnischen Lyzeum studiert, aber als sie die Möglichkeit bekam eine lokale Zeitung herauszugeben, hat sie ihre Passion für den Journalismus entdeckt. Danach hat sie sich für die Fakultät für Journalismus und Biotechnologien beworben, aber die Liebe zu den Buchstaben war stärker. Im Moment schreibt Ölena für ihr Lieblingsmedium platfor.ma, bereitet verschiedenste tolle Veranstaltungen vor, und backt die leckersten Kuchen.

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