Bitte zu Tisch


Fernöstliches Wladiwostok: is(s)t das noch Russland?

Dienstag


©Jana Gaponenko
Der Arbeitstag verlief zu Hause bei ruhiger „Fernarbeit“. Deshalb wurde das Mittagessen auch zu Hause gekocht und wie zu erwarten ohne Fleisch oder etwas Besonderes. Beim Geschmack der geschmorten Aubergine kann nichts schiefgehen. Sie verlieh diesem einfachen Mittagessen für eine Person die wichtigste Geschmacksnote.

Mittwoch


©Jana Gaponenko
Der lange Unterrichtstag des Philosophie-Masterstudiums ließ keine Zeit für eine Pause zwischen den Vorlesungen. Deshalb habe ich es nicht geschafft, in der Mensa zu essen und war den ganzen Tag hungrig, bis mich am Abend der berühmte Imbiss rettete. Die Verkaufsstelle mit gutem Wok hatte unerwartet früher geschlossen, deshalb war der gute alte Döner Kebab am Imbissstand meine letzte Rettung. Und vor einem langweiligen Abend haben mich die Freunde gerettet, die ich zufällig auf dem Weg traf und mit denen ich diesen Döner Kebab an der Meeresküste nach dem Sonnenuntergang gemeinsam verzehrt habe.

Donnerstag


©Jana Gaponenko
Wieder Hauskost, deren Häufigkeit zeigt, dass ich das Masterstudium bisher nur zwei Mal pro Woche besuche. An allen anderen Tagen arbeite ich zu Hause. Diesmal bestand das Mittagessen aus gewöhnlichen Makfa-Nudeln und geschmortem Schweinefleisch.

Freitag


©Jana Gaponenko
Ich bin zu meiner Freundin nach Emar (abgelegene Küstenregion von Wladiwostok) gefahren und konnte ihr das nahrhafte Mittagessen nicht abschlagen. Wir aßen gemeinsam mit ihrem dreijährigen Sohn Leon, dem der Spargel nicht besonders gefallen hat. Der Spargel war sehr zart und ich habe mir gleich das Rezept von meiner Freundin geben lassen.

Samstag


©Jana Gaponenko
Seit langem wieder ein romantischer Ausflug auf die Russische Insel, in einen abgelegenen Wald, durch den allerdings viele Touristen flanierten. Würstchen mit Ketschup auf offenem Holzfeuer, roter trockener Wein und Fladenbrot – das ist die Garantie für einen wunderschönen Sonnabend in besonders angenehmer Gesellschaft.

Sonntag


©Jana Gaponenko
Ein schwerer Tag, der gut beginnt und schlecht endet. Abgesehen vom Mittagessen, das langsam zum Abendessen wurde, das war fabelhaft. Die örtliche Bar „Kontrabanda“ erfreut die Besucher mit eigener Küche und köstlichem saftigen Grillfleisch. Beim gemeinsamen Essen tröstete mich meine Freundin wegen des Dates heute, das im Vergleich zu gestern ein Misserfolg war. Sie rettete mich mit einem zufällig aufgenommenen Foto vom Essen, weil ich das einfach vergessen hatte.

Montag


©Jana Gaponenko
Das Sandwich, das einem Toast oder Röstbrot ähnlich war und mir von einer fürsorglichen Kommilitonin geschenkt wurde, habe ich gemeinsam mit dem ziemlich guten studentischen Amerikano mit Milch augenblicklich vertilgt, als ich in der der Vorlesung über onkologische Krankheiten als starkem Evolutionsfaktor saß. Aufgrund des großen Hungers wurden keine Widersprüche im Thema festgestellt.

Dienstag


©Jana Gaponenko
Viele Arbeitsaufgaben außer Haus haben mir nicht erlaubt, normal zu Mittag zu essen. Deshalb bestand der alte gute Imbiss aus den in Wladiwostok berühmten Wawa-Kuchen. Wie immer unterwegs, im Bus, ohne Getränk, mit einer unbeschreiblichen Sahnesoße. Wahrscheinlich stammen diese Kuchen wie auch Pyan-Se (Pigodi) aus Korea. Ihr zarter Geschmack ist mit den Spaziergängen im Stadtzentrum in meiner Kindheit verbunden.
© Jana Gaponenko

Jana Gaponenko


Leiterin der Schule für Gegenwartskunst in Wladiwostok, Betreuerin der Ausstellungsprojekte, Organisatorin von Veranstaltungen im Kulturbereich, Mitglied des Kunstwissenschaftlerverbandes der Primorsker Abteilung, Expertin für Öffentlichkeitsarbeit, Studentin im Magisterstudium an der Fernöstlichen föderalen Universität in der Fachrichtung „Politik, Wirtschaft, Philosophie“. 

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