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Wechselkurs: Hrywnja – Promille

Alina Schubska, Ukraine

  • © Alina Schubska
    ein Hrywnja
    Dafür kriegt man zwar keinen Alkohol, aber einen Plastikbecher, mit dem man nette Leute suchen kann, die ihren Alkohol teilen. Und wenn man Glück hat, findet man sogar Herren in Anzügen im Park, die ihre Flasche Hennessy gerade genießen und schon so gut drauf sind, dass sie einem was abgeben.

    Außerdem kann man auch kostenlose Wein- oder Whiskeyproben besuchen. In Kiew finden im Sommer täglich welche statt. Für 1 Hrywnja kann man im Voraus Aktivkohle kaufen, die vor dem Kater am Morgen schützt.
  • zwei Hrywni
    Also erstens sind das schon zwei Plastikbecher und zwei Packungen Aktivkohle. Außerdem könnte man auch einen Briefumschlag mit Briefmarke kaufen und jemandem eine Postkarte schreiben (allerdings reicht es nur für einen Brief innerhalb der Ukraine). Man könnte jemandem in die Westukraine, ins Hinterland der Karpaten schreiben: Die haben da viel eigenen Wein und Cognac und schätzen auch echte, handgeschriebene Briefe mehr als Mails. Als Antwort könnte man mit ein bisschen Glück ein Fläschchen zur Probe bekommen.
  • © Alina Schubska
    fünf Hrywni
    Das ist jetzt wirklich schwer. Alles, was man für wenig Geld bekommt, ist schon genannt und für diesen Schein mit Bohdan Chmelnyzkyj (ukrainischer Kosakenhetman und Gründer des ersten Kosakenstaates) kriegt man auch nicht viel mehr.

    Höchstens eine Metrofahrt zur Weinprobe. Zurück muss man allerdings laufen, was vielleicht gar keine schlechte Idee ist.
  • © Alina Schubska
    zehn Hrywni
    Ab hier kann man trinken gehen, wie es sich gehört. Abenteuerlustige können für diesen Preis in einer sehr authentischen, etwas wilden Stehkneipe mit lokalem Charme 50 Gramm Vodka bekommen. Für anspruchsvollere Trinker kriegt man in einer trendigen Bar selbst gemachten Likör oder den Shot der Woche.

    An Wochenenden bekommt man außerdem für den Preis im Weinhandel "Polyana" ein Glas guten Wein.
  • © Alina Schubska
    zwanzig Hrywni
    In den Kneipen "Porter" und "Mochnatiy Hmelj" (aber nur mittwochs, da gibt es Bier für den halben Preis) kann man selbst gebrautes Bier genießen. In einigen anderen Bars, wie zum Beispiel bei "Banki" bekommt man sogar einen Cocktail. Keinen großen, aber trotzdem alkoholhaltigen.

    50 Gramm Vodka bekommt man für den Zwanziger in einer etwas gepflegteren Kneipe mit allerdings weniger authentischem Publikum.
  • © Alina Schubska
    fünfzig Hrywni
    Für den Preis muss man sich nicht mehr besonders anstrengen, um etwas Geeignetes zu finden. Ukrainische trockene Weine bekommt man ab 50 Hrywnja. Man kann sich trotzdem ein bisschen nach Rabatten umschauen, obwohl es für das Geld auch schon einen guten Chardonnay von Villa Krim oder ukrainischen Cabernet von Koblevo gibt. Eine kleine Flasche Brandy von "Koktebelj" oder "Greenwich" kann man sich auch schon für den Fünfziger leisten.

    In der "Banka-Bar" kriegt man für den Preis fünf Shots, zwei Porter oder einen Cocktail. In Weinbars, wie “Like a local” und "Malevich" kriegt man ein Glas guten ukrainischen Wein.
  • © Alina Schubska
    hundert Hrywni
    Der Hunderter öffnet viele Türen. In fast jeder Kneipe gibt’s dafür einen Longdrink oder sogar zwei Gläser Wein: ukrainischen Chabot, "Trubezkoj" oder sogar italienischen, spanischen oder chilenischen Wein aus dem Angebot.
  • © Alina Schubska
    zweihundert Hrywni
    Hierfür kann man eine Flasche Hauswein im Restaurant oder eine gute Flasche Wein aus dem Supermarkt genießen: den ukrainischen "Kolonist" oder aber auch guten italienischen Chianti oder spanischen Rioja.

    Shots für 200 reichen, um betrunken unter den Tisch zu rutschen. Man kann sich aber auch guten Absolut-Vodka, Finnlandia-Vodka oder einen sehr guten Cocktail in einer coolen Bar leisten.

    Ab 200 Hrywnja kann man auch an einer Weinprobe inklusive Snacks teilnehmen, an der man 5-7 teure Weine ab 1000 Hrywni pro Flasche probiert.
  • © Alina Schubska
    fünfhundert Hrywni
    Mit dem größten ukrainischen Geldschein fühlt man sich schon ein bisschen wie ein König.

    Dafür kriegt man 5 Liter Vodka in der authentischen Stehkneipe, 10 Flaschen heimischen Wein, zwei teure Weinproben und eine halbe Flasche "Veuve Clicquot". Allerdings kann man sich bislang keine halbe Flasche Cliquot kaufen, deswegen widmen wir uns doch lieber wieder den realen Möglichkeiten.

    Für 500 bekommt man eine gute Flasche Burgunder, Chablis, Sira oder Malbec.

    In vielen Restaurants gibt es das Angebot: Abendessen für zwei plus eine Flasche der aufgezählten Weine für genau 500 Hrywnja.

    Eine Weinprobe für dieses Geld bedeutet auch Wein plus ein gutes Abendessen.

    Was auch geht: Gleich mehrere Flaschen guten Wein im Supermarkt kaufen und ab zu Freunden nach Hause. Weißwein aus Chile oder ein Pinot Noir zu einem guten Steak und als Nachtisch noch ein bisschen Käse — was gibt es Besseres für einen entspannten Sommerabend zu zweit?

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