Serotonin


Neuroinspiration

Das GRM — Archiv


Das Zentrum für Experimentalmusik Le Groupe de recherches musicales wurde von Pierre Schaeffer Ende der Fünfziger Jahre in Paris gegründet. Hier haben meine absoluten Lieblingskomponisten der Avantgarde gearbeitet: Bernard Parmegiani, Luc Ferrari und weitere. Mich inspiriert sowohl ihre Musik, als auch die Musiktheorie: Die GRM-Mitglieder haben viele Texte über ihre Ideen und Konzepte geschrieben, über die Arbeit mit Sound und verschiedene technische Mittel. Interessant ist, dass sie das alles vor einem halben Jahrhundert gemacht haben, es aber für die heutige, grob gesagt, Popmusik, immer noch sehr aktuell ist. Auch für mich und Musik, die ich schreibe.

E-Pianomodule von Mutable Instruments


Das ist ein kleines Unternehmen aus Paris, hinter dem der talentierte Informatiker und Erfinder Olivier Gillet steht. Er macht solche Module, wie z.B. «Elements» — ein E-Piano mit Modulen, die pseudorealen Sound generieren: Seiten, Percussion u s.w. Sie klingen fast wie echte, nicht elektronische Sounds. Und dieses «fast» ist das, was mich am Meisten anzieht: Die Möglichkeit mit der menschlichen, unbewussten Wahrnehmung spielen zu können.

Software-Umgebung Pure Data


Die Sprache visueller Programmierung, mit deren Hilfe du kein Code schreibst, sondern Objekte erschaffen kannst, also Module, die du miteinander verbinden kannst. Ist so ähnlich, wie das E-Piano, nur mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten. Ich stehe damit noch am Anfang, aber das, was mir mit Hilfe von Videotutorials gelingt, fasziniert mich jetzt schon.

Natürlich-ausgerichtete Ontologie


Das ist ein kulturphilosophisches Paradigma, im Grunde die logische Fortsetzung der Moderne, der Postmoderne und des spekulativen Realismus. Diese Fachrichtung ist in Russland entstanden und wird weiter entwickelt (der Gründer ist S. Kostjuschkin; seine wichtigsten Schüler sind Absolventen des Gorki-Literaturinstitus). Im Grunde ist das so etwas wie die neue, russische Avantgarde und das inspiriert natürlich. Vor Kurzem habe ich angefangen, Programmtexte von Kostjuschkin vom Russischen ins Englische zu übersetzen. Es wäre toll, wenn man im Westen auch von ihm und seinen Ideen erfährt.

Serie “Küche”


Ein hervorragendes Produkt des russischen Films, groß und genial. Ein Drama in geschlossenen Räumen, was durchaus etwas von Fassbinder hat. Die Schönheit der Bilder erinnert dagegen an Sorrentino. Und die Dialoge — da würde selbst Shakespeare neidisch werden. Am liebsten schaue ich mir diese Serie auf Zugreisen an, von der Strecke her passt der Zug «Moskau-St.Petersburg» gut.
© Stanislaw Scharifullin

Stas HMOT


Musiker, Kurator, Journalist und Chef des Labels Klammklang, Maestro der sibirischen Elektroszene. Seine Werke sind eine Art Neuinterpretation von alter Elektro- und elektroakustischer Musik der Szenenpioniere mithilfe moderner Technologien: Modulen von E-Pianos und visueller Programmiersprache.

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