Serotonin


Groteske

Viele Dinge inspirieren mich. Manche sind riesig, manche winzig. Ich habe die im Moment fünf Wichtigsten ausgewählt.


© Konstantin Mordowin

1. Groteske. Ich liebe übertriebene, ins Absolute erhobene Dinge. Groteske bedeutet für mich „das Maximum des Maximums». Z.B. Architektur muss ihren Stil maximal ausdrücken: wenn Jugendstil oder Neugotik, dann bitteschön höher als irgendetwas anderes, wie z.B. die Hyperboloidkonstruktionen der Sagrada Família in Barcelona; wenn Konstruktivismus und sozialistischer Realismus, dann verrückt, in seinem Wahnsinn an die Spitze getrieben, wie die riesige Betonwand des Kiewer Krematoriums, deren seltsame, neuheidnische Basreliefe 25 Jahren lang gebaut, und dann, an nur einem Tag, mit Beton übergossen wurden. © Konstantin Mordowin

2. Punkt zwei ergibt sich aus Punkt eins. „JoJo's Bizarre Adventures“ ist ein Comic, das mich in letzter Zeit inspiriert. Darin gibt es eine Vielzahl seltsamer und grotesker Dinge. Ein ungewöhnliches, exzentrisches Design und eine ausgezeichnete grafische Darstellung können mich natürlich nicht gleichgültig lassen. © Konstantin Mordowin

3. Videospiele nehmen einen großen Teil meines Tagesablaufs in Anspruch. Exzellentes Design, interessante Themen, ein fesselnder Spielablauf und die mitreißende Musik der Videospiele ziehen mich magisch an. Wahrscheinlich ist dabei der Gameplay genau das, was mich am meisten anzieht, den alles andere gibt es nicht nur in Videospielen. Ich steh sowohl auf solch sehr populäre Spiele, wie „Bloodborne“ und „World of Warcraft“, als auch auf Indie-Spiele, wie „Killer is Dead“ und „The Binding of Isaac“. Besonders möchte ich die Arbeiten des japanischen Game-Designers Hideo Kodzima in dieser Hinsicht hervorheben. © Konstantin Mordowin

4. Werke von verschiedenen Künstlern und kreativen Menschen sind eine riesige Inspirationsquelle. Das ist vielleicht die banalste Antwort. Man kann eigene Arbeiten mit Werken anderer vergleichen, etwas daraus schöpfen. In dieser Hinsicht sind für mich Bosch und Goya besonders bedeutsam. © Konstantin Mordowin

5. Einfache Lebenssituationen, Reisen. Jeden Tag geschieht etwas auf der Welt, irgendein absurdes Ereignis, was man sich selbst niemals hätte ausdenken können. Verschiedene Begebenheiten und ganz einfach die Lebenserfahrung vervollkommnen den Menschen als Persönlichkeit und verbessern damit auch seine Kreativität. Von allen europäischen Städten, die ich zum Glück besuchen konnte, mag ich Budapest und Verona am liebsten. In Verona hat mich der Scaligerbogen stark beeindruckt — die gotische Grabstätte der einstigen Herrscher dieser Stadt, die sich direkt über der
© Konstantin Mordowin

Konstantin Mordowin


Grafiker, Zeichner, Concept-Artist aus Kiew.

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