Zukunftslabor 2016

Ilka Hallmann und die Zentrale Kinderbibliothek des Newskij-Bezirks
Ilka Hallmann und die Zentrale Kinderbibliothek des Newskij-Bezirks

Projekt „Kascha Malascha“

Die gastgebende Organisation der Kulturmanagerin Ilka Hallmann war die Zentrale Kinderbibliothek des Newskij-Bezirks. Die Zielgruppe des Projekts bestand aus Kindern, aus den umliegenden Schulen. Im Herbst 2016 fanden in der Bibliothek über den Zeitraum von drei Wochen hinweg Workshops zu den Themen Journalismus, Comics und Kreatives Schreiben statt, die von Expertinnen geleitet wurden. Oberthema aller drei Workshops - an denen Kinder der 3. und 4. Klasse teilnahmen - war „Helden unserer Zeit und Vorbilder“.

Nach den Workshops bot die Bibliothek noch einen „Tag der offenen Tür“ an. An diesem Tag waren alle Kinder ab sieben Jahren eingeladen, die drei Workshops „Kreatives Schreiben“, „Comics“ und „Journalismus“ einmal selbst auszuprobieren.

Wichtiges Ergebnis des Projekts ist die Herausgabe der bibliothekseigenen Zeitschrift „Kascha-Malascha“, an deren Erstellung die Kinder unter professioneller Anleitung selbst aktiven Anteil nahmen. Neu daran ist für die beteiligten Schulen das Format der offenen Projektarbeit, in der z.B. alle Texte und Bilder ohne Korrektur durch ihre Lehrer bleiben durften. Die Ergebnisse der Workshops wurden im Magazin „Kascha Malascha“ abgedruckt und an verschiedenen Einrichtungen in Sankt Petersburg ausgelegt.

Mehr über Verlauf des Projekts...

Workshop für Comics. © Ilka Hallmann

Gastgebende Kultureinrichtung

Zentrale Kinderbibliothek in dem Newski-Stadtbezirk nimmt neben ihrer unmittelbaren Bibliotheks-Tätigkeit aktiven Anteil an städtischen und internationalen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Mehr...

Workshop für Journalismus. © Ilka Hallmann

Ilka Hallmann teilt seine Eindrücke hinsichtlich der ersten Projektphase:

Ich mache ein gemeinsames Projekt mit der Zentralen Kinderbibliothek des Newski Bezirks. Meine Kolleginnen sind sehr offen. Mehr...

Workshop für Kreatives Schreiben. © Ilka Hallmann
Sankt Petersburger Staatliche Budget-Einrichtung "Zentralisiertes Bibliothekensystem Newski" ist ein Zusammenschluss aus 14 öffentlichen Bibliotheken in der Newskij-Region in Sankt Petersburg mit der Zielsetzung strukturell-ganzheitlicher Bildung auf der Grundlage eines gemeinsamen Fonds, Mitarbeiterstabs und einer sowohl organisatorischen wie technologischen Einheit.

Zentrale Kinderbibliothek in dem Newski-Stadtbezirk nimmt neben ihrer unmittelbaren Bibliotheks-Tätigkeit aktiven Anteil an städtischen und internationalen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Regelmäßig finden dort Wettbewerbe und Festivals für Kinder statt. Seit 1997 hat die Bibliothek auch eine Fremdsprachenabteilung. Außerdem finden in den Räumlichkeiten der Bibliothek die Nachmittagsaktivitäten für Kinder statt.

Die Bibliothek hat zudem erfolgreich eine Reihe eigener Projekte realisiert, deren Ziel es war, das Leseinteresse bei Jugendlichen zu wecken. Im Oktober 2015 ging außerdem das originelle Ethno-Projekt "Schule der Wunder" an den Start. Es ist eine ungewöhnliche Schule, eine eigenständige Reflektion des berühmten Hogwarts, aber quasi im "Russenstyle". So, wie sich eine ganze Reihe an Wissenschaftlern mit dem Bereich der Fantasy als einer Spielart des literarischen Märchens auseinandersetzt, wurde bei der Begründung des "Bildungsprozesses" an dieser Schule der Schwerpunkt auf Mythen, Märchen und slawische Legenden gelegt, wobei man sich hierbei auf die Kultur und die Traditionen der alten Rus stützt.

Motivation zur Teilnahme und Erwartungen an das Projekt:
Das künstlerische Team der Bibliothek ist ständig auf der Suche nach neuen, kreativen Arbeitsformen. Experimenten steht es ebenso positiv gegenüber, wie es offen für jegliche Art des Austauschs ist. Daher ist es auch bereit, die Erfahrungen und Arbeitsformen der deutschen Kollegen zu übernehmen. Ein Ausbau von Kontakten zu gesellschaftlichen Organisationen und Kultureinrichtungen ist ebenso angestrebt. Auch will man Kinder dazu animieren, sich auf einen Prozess der intensiven Beschäftigung mit der Kultur und Kunst in Russland und Deutschland einzulassen.

Ilka Hallmann

Ilka Hallmann kommt gebürtig aus Hamburg und hat in Berlin Literaturwissenschaft und Französische Philologie studiert. Sie war in verschiedenen Verlagen tätig und hat bei zwei Literaturfestivals mitgewirkt. Nach ihrem Master war sie für ein Jahr als Sprachassistentin am Goethe Sprachlernzentrum in Samara tätig. Sie arbeitet freiberuflich in Berlin.

Ihre Leidenschaft für den russischsprachigen Raum packte sie, als sie ein Buch von Tolstoi im Original in die Hände bekam – seitdem lässt sie die Faszination für alles Russische nicht mehr los.
Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Ihrer Gastgeber-Organisation ergeben?
Ich mache ein gemeinsames Projekt mit der Zentralen Kinderbibliothek des Newski Bezirks. Meine Kolleginnen sind sehr offen. Mit zwei von ihnen arbeite ich eng zusammen. Sie haben bereits Erfahrungen bei der Organisation von Veranstaltungen für Kinder. Aber, wie auch für die anderen Teilnehmer des Projekts war es für mich nicht einfach, den Kolleginnen nahe zu bringen, was der Kern des Projekts ist und was Partizipation bedeutet. Mein Problem war auch ein bisschen, dass ich nicht so gut Russisch kann, wie andere Projektteilnehmer. Aber wir haben mit den Bibliothekskolleginnen alles detailliert besprochen. Man spürt natürlich einen großen kulturellen Unterschied, auch im Verhältnis zu Kindern. Aber ich glaube, dass das Ergebnis interessant sein wird.

Welche Eindrücke haben Sie von Ihrem Aufenthalt in St. Petersburg?
- Ich habe in Moskau und in Samara gewohnt, aber Petersburg ist meine Lieblingsstadt in Russland. Das ist eine ideale Kombination von dem Land, das wir lieben und kennen und Europa. Hier steht jedem Einwohner ein riesiges Kulturangebot zur Verfügung. Nie war ich so oft im Theater oder in der Oper wie hier. Und die Architektur ist großartig. Schade, dass ich jetzt weg muss und die weißen Nächte nicht sehen werde. Aber ich bin sehr gespannt auf die nächste Phase.

Wie stellen Sie sich das Publikum Ihres Projekts vor? Für wen ist es vorgesehen?
- Die Zielgruppe meines Projekts sind Kinder, die im Newski Bezirk von St. Petersburg wohnen. Vielleicht besuchen sie die Bibliothek oder auch nicht. Es gibt drei Schulklassen, mit denen wir Workshops machen werden und einen Tag der offenen Tür, an dem alle Interessierten in die Bibliothek kommen können. Und es wird ein Magazin herausgegeben werden, das dann von den Eltern und Freunden der Kinder und anderen Schülern gelesen werden kann. Somit werden auch sie zum Projektpublikum.