Zukunftslabor 2016


"Woche der Veränderungen"

Die Kulturmanagerin Natalia Raaben arbeitete gleich mit zwei Partnerorganisationen zusammen: mit dem Museumsfestival „Kindertage in Petersburg“ und der Sankt Petersburger Akademie für Lehrerfortbildung (APPO). Das Projekt wurde im Golizyn-Gymnasium Nr. 278, einer Schule in einem normalen Wohngebiet durchgeführt. Im Herbst 2016 fand dort eine "Woche der Veränderungen" statt, in deren Verlauf SchülerInnen aller zehnten Klassen gemeinsam mit eingeladenen DesignerInnen, RegisseurInnen, UrbanistInnen und SoziologInnen untersucht haben, welche Möglichkeiten und Mittel ihnen offenstehen, um selbständig und eigenständig Veränderungen herbeizuführen.
Mehr über Verlauf des Projekts...



Die Schüler und Schülerinnen haben sich eingehend mit der Frage „Was kann ich an meiner Schule verändern?“ beschäftigt und aktiven Anteil an der Umsetzung von Ideen genommen, die im Laufe der Diskussionen entwickelt wurden. Sechs Workshops zu den Themen Architektur, Innenarchitektur, Forumtheater, Bewegungstheater, Ökologie und soziale Initiativen haben verschiedene Perspektiven und Zugänge zum schulischen Raum als Untersuchungsgegenstand und Plattform für Veränderungen und Experimente eröffnet.

Workshop Forumtheater

Gastgebende Kultureinrichtungen:

Festival "Kindertage in St. Petersburg" ist ein groß angelegtes Partnerschaftsprojekt, das alljährlich mehr als 40 Museen der Stadt vereint. Festival bietet Familien aus St. Petersburg die Möglichkeit, ihre Ferien auf interessante und nützliche Weise zu verbringen, während Museumsfachleute Erfahrungen austauschen, ihre Qualifikationen verbessern und Kontakte herstellen können. Mehr...

St. Petersburger Akademie für Lehrerfortbildung(APPO) ist eine wissenschaftlich-methodische Einrichtung, die eine zusätzliche, professionelle Ausbildung auf dem Gebiet der Pädagogik vermittelt sowie Fragen der Weiterbildung, Vorbereitung, Umschulung von pädagogischen Fachkräften, aber auch grundlegende und praxisorientierte Forschung im Bereich der Bildung umfassend angeht. Mehr...

Workshop Architektur

Natalia Raaben teilt ihre Eindrücke hinsichtlich der ersten Projektphase:

Es ist das einzige Projekt mit gleich zwei Partnern. Der erste von beiden ist das Museumsfestival „Kindertage in St. Petersburg“, der zweite ist die St. Petersburger Akademie für Lehrerfortbildung.Mehr...

Workshop Ökologie und soziale Initiativen
Workshop Bewegungstheater
Festival "Kindertage in St. Petersburg" ist ein groß angelegtes Partnerschaftsprojekt, das alljährlich mehr als 40 Museen der Stadt vereint (2015 beteiligten sich 50 Museen, aber auch drei Bibliotheken, zwei Messehallen, das Mariinski-Theater, die Staatliche Akademische Kapelle, ein Hostel, eine historische Werft, ein Loft, ein Ministreichelzoo und ein Ausflugsverein).

Festival bietet Familien aus St. Petersburg die Möglichkeit, ihre Ferien auf interessante und nützliche Weise zu verbringen, während Museumsfachleute Erfahrungen austauschen, ihre Qualifikationen verbessern und Kontakte herstellen können. Das Projekt ist längst zu einem Modell für andere Städte geworden, ähnliche intermuseale Festivals finden in Moskau ("Familienreise") und Perm ("Auf die Plätze, fertig…Ins Museum!") statt.

Die Organisatoren des Festivals: Das Zentrum für Museumsentwicklung mit Unterstützung des Ausschusses für Kultur in St. Petersburg. Informationell unterstützt wird das Projekt von dem Ausschuss für Bildung und dem Ausschuss für Sozialpolitik in St. Petersburg.

Das Reisespiel "12345 – ICH KOMME DICH SUCHEN!" ist die "Visitenkarte" im Hauptprogramm des Festivals. 20 Museen entwickeln dafür jedes Jahr eine neue Serie von Reiseführern. Mit diesen Reiseführern als Geschenk, erkunden die Besucher die Museumsausstellungen und lösen dabei die Aufgaben des Helden und Festivalmaskottchens "Löwe Ponaroschku". Die Teilnahme an diesem Spiel verwandelt den Gang ins Museum in ein Abenteuer, sie gibt Kindern und Erwachsenen die Gelegenheit zum kreativen Austausch, fördert die Wahrnehmungsfähigkeit und Selbstständigkeit des Kindes. Das Programm ist für Familienbesuche konzipiert; Jugendlichen können in Begleitung ihrer Altersgenossen ins Museum kommen.

Das Parallelprogramm bietet jedes Jahr mehr als vierzig neue Ereignisse: interaktive Ausstellungen, Workshops, Spiele, Quests, Theaterstücke, interaktive Ausflüge, kreative Workshops.

St. Petersburger Akademie für Lehrerfortbildung(APPO) ist eine wissenschaftlich-methodische Einrichtung, die eine zusätzliche, professionelle Ausbildung auf dem Gebiet der Pädagogik vermittelt sowie Fragen der Weiterbildung, Vorbereitung, Umschulung von pädagogischen Fachkräften, aber auch grundlegende und praxisorientierte Forschung im Bereich der Bildung umfassend angeht.

Die APPO ist die koordinierende Hauptzentrale des Systems der beruflichen Weiterbildung im Nordwesten Russlands. Sie unterhält wissenschaftliche und methodische Beziehungen zu Partnern in vielen Regionen Russlands sowie des Auslands und ist ein regionaler Akteur bei der Umsetzung von Wettbewerben, die von Bildungseinrichtungen und kreativen Lehrern veranstaltet werden.

Natalia Raaben

Natalia Raaben lebt zurzeit in Berlin. Sie hat in Hamburg, Wien und Berlin Kunstgeschichte (Magister) und in Riga Medien- und Kulturmanagement (Master) studiert. Ihre Erfahrungen umfassen Tätigkeiten in der Kunst- und Kulturvermittlung im Museums- und Ausstellungsbereich. Im Zentrum ihres Interesses stehen in erster Linie partizipative Vermittlungsformate.
Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Ihrer Gastgeber-Organisation ergeben?
Es ist das einzige Projekt mit gleich zwei Partnern. Der erste von beiden ist das Museumsfestival „Kindertage in St. Petersburg“, der zweite ist die St. Petersburger Akademie für Lehrerfortbildung. Es hat sich herausgestellt, dass hier in Russland viele Entscheidungen ziemlich spontan gefällt werden.

Das ist zwar ein lebendiger und interessanter Prozess, doch für Ausländer auch ein ungewohnter und nicht immer nachvollziehbarer. Wir haben viel Zeit mit Diskussionen verbracht. Ich habe mindestens anderthalb Monate gebraucht, um zu verstehen, wie man hier arbeitet und welche Erwartungen man an mich und das Projekt hat. Aber meine Kollegen sind sehr nett und unsere Zusammenarbeit hat sich gut entwickelt. Vielleicht war es auch besser, dass wir eine so lange und intensive Phase der Besprechungen durchlaufen haben. Jetzt kommt es mir so vor, als hätten wir uns aneinander angenähert und ich sehe dem Gelingen unserer Pläne mit Zuversicht entgegen.

Welche Eindrücke haben Sie von Ihrem Aufenthalt in St. Petersburg?
Ich bin sehr gern hier. Es ist die Stadt meiner Kindheit, aber als Erwachsene habe ich nie in St. Petersburg gelebt. Ich konnte nun Orte besuchen, an die ich mich erinnerte, und auch Neues entdecken. Mir scheint, dass die Stadt sich nicht stark verändert hat.

Wie stellen Sie sich das Publikum Ihres Projekts vor? Für wen ist es vorgesehen?
Mein Projekt ist für Jugendliche vorgesehen. Es wird an einer staatlichen Schule stattfinden. Bei diesem Projekt geht es um kulturelle Partizipation. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, neue, bisher unbekannte Erfahrungen zu sammeln. Ich kann sagen, dass ich hier mehrere Bildungseinrichtungen besucht habe und mir die SchülerInnen anfangs braver vorkamen, als an deutschen Schulen. Doch später haben wir eine Übung durchgeführt, bei der wir die SchülerInnen fragten, was sie an ihrer Schule verändern möchten. Die Jugendlichen haben sich sehr rege an der Diskussion beteiligt und ihre eigenen Ideen vorgeschlagen. Mich hat das sehr gefreut und meinen ersten Eindruck komplett widerlegt.