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"Das Museum als Universität: Langeweile ade!"

Festival Kindertage in Sankt Petersburg. Foto: Natascha Bulkina

Was kann die Museumspädagogik heutzutage leisten? Beschränkt sie sich auf ästhetische Bildung und Erziehung des Geschmacks? Wir erzählen von der Entwicklung der Museumspädagogik in Russland und von ihrer Rolle im modernen Museum.


Wie bekannt, diskutieren alle gern über Fußball und Schulbildung. Über Museumspädagogik jedoch – obwohl jeder zumindest während der Schulzeit Bekanntschaft mit ihr schließt – wird in Russland aus irgendeinem Grund nicht gern geredet. Möglicherweise liegt das an der Scheu gegenüber dem Museum, die bei einem Großteil des Publikums im Unterbewusstsein verankert ist, oder an intellektuellen Traumata, die man sich infolge nicht gerade mitreißender Museumsexkursionen zugezogen hat – davon gab es in der Sowjetzeit zur Genüge. Aber Museumspädagogik ist nicht mit Vorträgen gleichzusetzen, sondern sie ist ein Dialog, das beste Mittel zur Entfaltung.

In Russland begann sich die Museumspädagogik im 19. Jahrhundert zu entwickeln. Eine Blüte erreichte sie in den Jahren der Sowjetmacht, die unter Erziehung meist Propaganda verstand. Die neue Kulturpolitik machte den Arbeitern und Bauern das Angebot, schnellstens die Schule der Museen zu durchlaufen. So wurde unter den neuen Bedingungen der Traum von Alfred Lichtwark (1852–1914), des legendären Direktors der Hamburger Kunsthalle, in die Wirklichkeit umgesetzt, dessen Arbeiten in Russland noch vor der Revolution übersetzt wurden. Seine Ideen bilden die Grundlage für das heutige Verständnis vom Museum als Bildungszentrum.

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