Über das Projekt

Kulturelle Bildung in Russland und Deutschland im Dialog

Wer geht in 50 Jahren noch ins Theater? Wie lockt man Digital Natives ins Museum? Wie macht man zeitgenössische Kunst für Schüler verständlich? Diese Fragen stellt man sich sowohl in Russland als auch in Deutschland.

Kulturelle Bildung erlebt im neuen Jahrhundert eine globale Transformation und macht sich rasant neue Formen und Kommunikationsmodelle zueigen. Klassische Ansätze, die sich an offiziellen Einrichtungen bewährt haben, erreichen vor allem Eliten. Es gibt einen spürbaren Bedarf an innovativen und zugänglichen Formaten der Kulturellen Bildung.

Zum Auftakt des Projektes „Kulturelle Bildung in Russland und Deutschland im Dialog“ kamen bei einer öffentlichen dreitägigen Konferenz vom 12. bis zum 14. Mai 2015 die Bremer Kammerphilharmonie und das Mariinski Theater, die Ruhrtriennale und das Bolschoj Drama Theater, die Lermontov-Bibliothek sowie weitere Kultureinrichtungen aus Deutschland und Russland zusammen, um Wege für eine zeitgemäße und zugängliche Kunstvermittlung zu finden und über Verbindungen zwischen Bildung und Kultur, zwischen Schule und Kunst nachzudenken.

Vom 4. bis 10. Oktober fand eine Informationstour durch deutsche Städte statt. An der Reise nahmen Vertreter von bekannten Kultur- und Bildungseinrichtungen in St. Petersburg teil. Es wurden Impulse und Erfahrungen ausgetauscht und Verbesserungsvorschläge formuliert. Die Ergebnisse dieser Begegnung werden in neuen deutsch-russischen Projekten erprobt, die 2016 von 5 jungen deutschen Kulturvermittlern an 5 Kulturinstitutionen in St. Petersburg entwickelt und umgesetzt wurden.

Im "Zukunftslabor" brachte das Projekt „Kulturelle Bildung in Russland und Deutschland im Dialog“ die Szenen miteinander ins Gespräch und ermöglichte es, Erfahrungen und Anregungen aus der Kooperation von Bildungs- und Kultureinrichtungen in Deutschland durch Pilotprojekte in St. Petersburg langfristig wirken zu lassen. Die „Woche der Veränderungen“, eines der fünf Petersburger Kulturagenten-Pilotprojekte, wird 2017 in 8 Städten im Nordwesten Russlands weitergeführt.

Im Rahmen des Projektes wurde das zweisprachige Webportal geschaffen, das als Erfahrungsaustauschplattform und Ideenpool zum Thema Kulturelle Bildung für russische und deutsche Fachexperten dienen soll. Das Online-Magazin auf dem Webportal informiert seit Februar 2016 über aktuelle deutsche und russische Projekte. Heutzutage ist das die einzige Internet-Ressource auf Russisch und Deutsch, die sich fachübergreifend mit dem Thema auseinandersetzt.

Das Projekt will Impulse kultureller Bildung aus Deutschland nach Russland bringen, Reflektion über die bisherigen Modelle in Russland und Deutschland ermöglichen, die Akteure kultureller Bildung in St. Petersburg vernetzen und durch das Modell deutscher „Kulturagenten“ in russischen Institutionen Projekte ermöglichen, die weiterwirken.

Kulturmanager

Natalia Raaben

Natalia Raaben lebt zurzeit in Berlin. Sie hat in Hamburg, Wien und Berlin Kunstgeschichte (Magister) und in Riga Medien- und Kulturmanagement (Master) studiert. Ihre Erfahrungen umfassen Tätigkeiten in der Kunst- und Kulturvermittlung im Museums- und Ausstellungsbereich. Im Zentrum ihres Interesses stehen in erster Linie partizipative Vermittlungsformate.

Ilka Hallmann

Ilka Hallmann kommt gebürtig aus Hamburg und hat in Berlin Literaturwissenschaft und Französische Philologie studiert. Sie war in verschiedenen Verlagen tätig und hat bei zwei Literaturfestivals mitgewirkt. Nach ihrem Master war sie für ein Jahr als Sprachassistentin am Goethe Sprachlernzentrum in Samara tätig. Sie arbeitet freiberuflich in Berlin.

Ihre Leidenschaft für den russischsprachigen Raum packte sie, als sie ein Buch von Tolstoi im Original in die Hände bekam – seitdem lässt sie die Faszination für alles Russische nicht mehr los.

Anne-Kathrin Topp

Anne-Kathrin Topp studierte Russische und Osteuropäische Kultur und Literatur und Management von Kultur- und Non-Profit-Organisationen in Bremen, London und Kaiserslautern. Nach Ihrem Studium war sie von 2011 bis 2013 als Robert Bosch Kulturmanagerin in Wolgograd tätig, wo sie vornehmlich deutsch-russische Kulturprojekte in den Bereichen Musik, Film und interkulturelle Bildung leitete. Im Rahmen des Deutschlandjahres in Russland 2013 realisierte sie in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Moskau diverse internationale Projekte. Als Elternzeitvertretung arbeitete sie in der Spielzeit 2014/2015 als Leiterin des Musikbüros und persönliche Referentin des Generalmusikdirektors des Osnabrücker Symphonieorchesters am Theater Osnabrück. Anlässlich des 70. Jahrestages seit Ende des Zweiten Weltkrieges begab sich das Osnabrücker Symphonieorchester unter der Leitung von GMD Andreas Hotz im Mai 2015 auf Konzertreise nach Moskau, Wolgograd, Kiew und Minsk. Die Konzertreise wurde von Anne-Kathrin Topp organisiert und vom Auswärtigen Amt gefördert. Seit Juni 2015 ist Anne-Kathrin Topp Geschäftsführerin des DAVOS FESTIVAL.

Franziska Reymann

Als studierte Slawistin widmet sich Franziska Reymann vor allem dem kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Osteuropa, vorrangig im Rahmen von kreativen Jugendprojekten oder Projekten zur Pflege jüdischer Friedhöfe. Neben ihrer Projekttätigkeit ist sie seit Jahren in der Stiftung EVZ im Bereich der Verwendungsnachweisprüfung tätig gewesen. Zudem arbeitet sie seit dem Studium als freiberufliche Übersetzerin oder führt seit neustem als Referentin englischsprachige Besucher durch das ehemalige Stasigefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. Neben ihren beruflichen Interessen kümmert sich die gebürtige Berlinerin um ihre zwei Katzen, spielt Gitarre, lernt Sprachen, schreibt Poetry Slams oder reist mit dem Rucksack um die Welt.

Alexander Felch

Alexander Felch, geboren und aufgewachsen in Wien als Sohn einer russischen Mutter und eines österreichischen Vaters. Studium der bildenden Kunst mit Schwerpunkt Kunst im Öffentlichen Raum an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Arbeit für Theater, TV und in der Lehre. Beschäftigung mit Kultur- und Kunstvermittlungskonzepten im Rahmen seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler und Kurator. 2013 - 2015 künstlerischer Leiter und Programmverantwortlicher im mo.e Vienna, dem größten antidisziplinären, unabhängigen Kunstraum Wiens. Lebt in Wien und seit 2006 nach Möglichkeit auch in St. Petersburg.

www.alexanderfelch.net

    Konferenzteilnehmer

    Cathrin Rose

    Cathrin Rose ist Dramaturgin der Ruhrtriennale und leitet die Vermittlungsabteilung seit 2002. Die Programmreihe „Junge Kollaborationen“ unter der Intendanz von Johan Simons wird von ihr entwickelt und in der praktischen Umsetzung begleitet. Unter der künstlerischen Leitung von Heiner Goebbels 2012-2014 ist sie Projektleiterin von No Education. Ihre Theaterarbeit als Dramaturgin beginnt sie 1995 am Schauspielhaus Bochum unter der Intendanz von Leander Haussmann. Seit vielen Jahren arbeitet sie ehrenamtlich für das Jugend-Projekt Theater Total in Bochum. Cathrin ist Mutter von drei Kindern und lebt in Bochum.

    Die Ruhrtriennale ist ein internationales Festival der Künste, das in ehemaligen Industriehallen des Ruhrgebiets stattfindet. Die Grundhaltung der Ruhrtriennale in den letzten drei Jahren ist die Gleichstellung der Kinder und Jugendlichen als gleichberechtigte und gleichwertige Mitspieler in unserer Gesellschaft, die einen Beitrag im privaten und öffentlichen Raum leisten können und wollen. Mit der Haltungen wurden die Projekte „No Education“, „Junge Kollaborationen“ und „The Children's Choice“ Awards realisiert.

    Lea Fink

    Lea Fink studierte Klavier und Musiktheorie in Rostock, Boston und Wien. Sie leitete Musiktheaterprojekte in der freien Szene und kam 2013 als Musikvermittlerin ans Gewandhaus zu Leipzig. Seit 2014 ist sie künstlerisch-pädagogische Leiterin des "Zukunftslabors" der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Ihr besonderes Interesse gilt großangelegten partizipativen Projekten und der Vermittlung zeitgenössischer Musik. Lea Fink war Stipendiatin der 2. Masterclass on Music Education der Körber-Stiftung Hamburg.

    Hinter der Erfolgsgeschichte der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen steht eine Haltung, die Gegensätze toleriert und dadurch spannungsvolle, ganzheitliche Lösungen ermöglicht. Exemplarisch dafür sind die Probenräume des Orchesters im Gebäude der Gesamtschule Bremen-Ost - inmitten eines Stadtteils mit besonderen sozialen Herausforderungen. In diesem ›Zukunftslabor‹ etabliert das Weltklasse-Orchester neue, gesamtgesellschaftlich ausgerichtete Wirkungsweisen von klassischer Musik. Die großangelegte Idee der › Stadtteil-Oper‹ bringt Menschen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen und Kulturen zusammen: knapp 500 Mitwirkende auf und hinter der Bühne gestalten dieses Großerlebnis gemeinsam mit „ihrem“ Orchester. Jedes Jahr entsteht ein neues Stück und verleiht den Menschen im Stadtteil ein Gesicht und eine Stimme.

    Janine Burger

    Janine Burger ist Magistra Artium der Kunstwissenschaft, geboren in Freiburg im Breisgau. Sie studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie sowie Malerei, Photographie und Philosophie (Nebenfächer) an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Grund- und Hauptschullehramt an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Von 1992 bis 2005 arbeitete sie als freie Mitarbeiterin im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe für das Institut für Bildmedien, die Mediathek und die Museumskommunikation. Sie gilt als Spezialistin für Medienkunstvermittlung und blickt auf eine langjährige Tätigkeit als freie Kunstvermittlerin zurück u.a. an der Neuen Nationalgalerie Berlin, der Sammlung Burda Baden-Baden und dem ZKM Karlsruhe.

    Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe gilt weltweit als einzigartige Kulturinstitution, die für die Verflechtung von Produktion und Forschung, Ausstellung und Aufführung, Vermittlung und Verbreitung sowie Konservierung und Restaurierung steht. Seit 2006 leitet Janine Burger im ZKM die Abteilung Museumskommunikation, welche führend in der interdisziplinären und partizipativen Kunst- und Kulturvermittlung für alle Altersgruppen ist.

    Max Fuchs

    Max Fuchs, geboren in 1948 in Dudweiler (Saarland), studierte Mathematik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Köln, Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Fernuniversität Hagen (Magister) und an der Universität Kiel (Promotion). Nach der Promotion war er von 1981 bis 1984 als Dozent für Mathematik an der Volkshochschule Düsseldorf und von 1984 bis 1987 als Leiter des Instituts für Bildung und Kultur an der Akademie Remscheid tätig. Von 1988 bis 2013 war er Direktor der Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung. Max Fuchs unterrichtete Kulturpädagogik, Allgemeine Erziehungswissenschaft, Kultur-und Kunsttheorie, Kulturpolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Politik (später Universität) Hamburg, an der Gesamthochschule Essen (heute Universität Duisburg-Essen) und an der Universität Basel. Seit 1997 ist er Honorarprofessor für Erziehungswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.

    Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Seit 2013 ist er Vorsitzender des Redaktionsbeirates des online-Handbuches Kulturelle Bildung. Die Arbeitsschwerpunkte von Max Fuchs sind „Die Kulturschule“ (kulturelle Schulentwicklung) und Fragen der Entwicklung starker Subjekte.

    Vortrag von Max Fuchs "Kulturelle Bildung in Deutschland. Zwischen Hype und Marginalisierung"

    Alexej Bojko

    Bojko Alexej Grigorievich - Kunstwissenschaftler, Museumspädagoge. Doktor für Kunstwissenschaften, Dozent, Methodiker für Zusatzausbildung, Experte des Rates für Bildungspolitik von St. Petersburg, Leiter der zwischenbehördlichen Arbeitsgruppe zur Erweiterung von Einsatzmöglichkeiten der Museen im Bildungsbereich. Träger des Russischen Nationalpreises im Bereich der Literatur und im Bereich der bildenden Kunst. Leiter des Bereichs Museumspädagogische Technologien der Abteilung „Des russischen Zentrums für Museumspädagogik und schöpferische Arbeit mit Kindern“ des Russischen Museums, Dozent der St. Petersburger Staatlichen Universität.

    Autor von museumspädagogischen Programmen und Lernhilfen für Schüler und Studenten im Bereich der Erkundung von dem klassischen Kunsterbe, der modernen Kunst und der Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien in der künstlerischen Bildung, Publikationen zu Theorie der methodischen und praktischen Museumspädagogik.

    Anna Kutscherowa

    Kutscherowa Anna Albertowna ist stellvertretende künstlerische Leiterin und Direktorin des Mariinski-Theaters und koordiniert dessen Kultur- und Bildungsarbeit. Vor ihrer Hinwendung zum Theater hat sie lange Zeit im Komitee für Kultur und Jugendpolitik St. Petersburgs gearbeitet.

    Die „Theaterstunde im Mariinski“ ist ein nach dem Maßstab seiner Abdeckung und der Intensität seines Inhalts einzigartiges Projekt, das mit der Unterstützung der Regierung Sankt Petersburg durchgeführt wird und sich an die Zehntklässler aller Schulen der Stadt richtet. In jedem Jahr verzeichnet das Projekt zwischen 22.000-26.000 Teilnehmer. Die "Theaterstunde" besteht aus einem Vortrag zur jeweiligen Abendvorstellung, einer Backstage-Führung durch "Mariinski 2", das Leitungs- und Künstlergebäude, der Erstellung eines eigenen Modells für eine Theaterinszenierung und dem Besuch einer Oper- oder Ballettvorführung auf einer der drei szenischen Bühnen des Mariinski-Theaters.

    Julija Poceluewa

    Poceluewa Julija hat 2010 die Sankt Petersburger Staatliche Universität für Kultur und Kunst abgeschlossen. Sie ist Absolventin der Schule für Führungskräfte im Theater am Meyerhold-Zentrum (Moskau, 2014) und Teilnehmerin des "Peer-to-Peer Dialogue", New York / Boston (CEC ArtsLink, 2015). Von 2010 bis 2014 ist sie ausführende Direktorin des Internationalen Theaterzentrums "Leichte Leute". Seit 2014 arbeitet sie zudem an diversen Projekten in den Bereichen Museum und modernes Theater. Derzeit ist sie Direktorin für die Entwicklung des Museumsfestivals "Kindertage in Petersburg" sowie für die Entwicklung des Producer-Zentrums "ContArt Family".

    Die "Kindertage in Petersburg" sind ein groß angelegtes Partnerprojekt, das jährlich mehr als 30 Museen der Stadt miteinander verbindet. Das Festival richtet sich an zwei hauptsächliche Zielgruppen: an die Mitarbeiter der Museen und an Familien mit Kindern. Den ersteren bietet das Festival eine Chance zum Erfahrungsaustausch, zur Weiterbildung und Vernetzung. Die zweite Gruppe bekommt die Möglichkeit, auf interessante und nützliche Weise Zeit im Museum zu verbringen, wobei sich die Besucher untereinander und mit den Experten der Museen austauschen können.

    Larisa Afanasjewa

    Afanasjewa Larisa Wasiljewna – Zirkuspädagogin, Direktorin von "Zirkus Upsala". Sie wurde 1975 geboren und hat die Ostsibirische Staatliche Akademie der Künste mit dem Schwerpunkt Theaterregie abgeschlossen. Seit 2000 und bis heute ist sie künstlerische Leiterin und Vorsitzende der NGO "Zirkus Upsala". Ebenfalls war sie als Pädagogin für ergänzende Bildung in der Förderschule Nr. 25 tätig. Sie hat Praktika in der zivilgesellschaftlichen Organisation "Zirkus Cabuwazi" für Kinder und Jugendliche aus Risikogruppen (2002) und im "Ramba-Zamba"-Theater für Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten (2005) in Deutschland absolviert.

    Larisa über "Zirkus Upsala": "Der Zirkus war für mich eine ganz zufällige Wahl. Da ich Theaterregie gelernt hatte, hätte ich niemals gedacht, dass ich einmal Direktorin eines Zirkusses für Straßenkinder werde. Und überhaupt bin ich gar nicht gerne in den Zirkus gegangen, weil das in Russland gleichwertig ist mit armen gequälten Tiere und nicht besonders schlauen Artisten. Aber da ich eben auch Russin bin und die Russen an das Schicksal glauben, ist mir eben so eine schicksalsträchtige Sache passiert. Im Jahr 2000 habe ich Astrid Schorn kennengelernt, die mit der absolut genialen Idee nach Sankt Petersburg kam, einen Zirkus für Straßenkinder zu gründen. Ich dachte mir also, dass diese Idee genial ist, und die Erfahrung dieser Leute und ihre wahnsinnige Energie haben uns dabei geholfen, eine bunte und ganz erstaunliche Welt aufzubauen, in der ich mich bis heute mit großem Vergnügen aufhalte."
    Über Projekt "Tochka" von "Zirkus-Upsala"

    Cornelia Lüttgau

    Cornelia Lüttgau studierte Musik, Germanistik, Mathematik und Padagogik an der heutigen Universitat der Kunste und an der Technischen Universitat in Berlin. Sie ist sowohl staatlich geprufte Instrumentallehrerin, als auch Gymnasiallehrerin fur die Facher Musik, Deutsch und mittlerweile auch fur das Fach Theater. Sie ist daruber hinaus Beraterin fur Demokratiepadagogik mit einem besonderen Schwerpunkt auf den kunstlerischen Fachern und auf kunstlerisch-kultureller Schulentwicklung.

    Zur Zeit arbeitet sie als Fachreferentin fur Kulturelle Bildung und als Projektleiterin des Programms "Kulturagenten fur kreative Schulen" (Hamburg 2011-2019) in der Behorde fur Schule und Berufsbildung Hamburg. Das Modellprogramm "Kulturagenten fur kreative Schulen" hat zum Ziel, moglichst viele Kinder und Jugendliche, nachhaltig fur Kunst und Kultur zu begeistern. Die Teilhabe an Kunst und Kultur soll fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen werden. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kunst Wertschatzung erfahrt und sich langfristig entfalten kann.

    Olga Vlasova

    Vlasova Olga Wladimirowna - Kuratorin der Bildungsprojekte. Sie hat die Sankt Petersburger Staatliche Akademie für Theaterkunst mit dem Schwerpunkt Theaterwissenschaft abgeschlossen. Sie hat mit dem Alexandrinskij-Theater und dem Theaterfestival "Baltisches Haus" zusammengearbeitet. Mitarbeit am Kunstraum "Bye-Bye Ballet", Ausrichtung performativer Seminare im Bereich moderne Regie. Sie hat Kunstgeschichte unterrichtet und war Leiterin des Bereichs Literatur und Drama am Puppentheater "Der streunende Hund". Aktuell arbeitet sie gemeinsam mit dem Regisseuer Boris Pawlowitsch an der Gründung eines Projekts im Rahmen der "Aufklärungszeit" am Großen Towstonogow-Dramentheater.

    "Aufklärungszeit"ist ein soziales Bildungsprogramm am Großen Towstonogow-Dramentheater, das vom Theater seit 2013 mit dem Ziel der Popularisierung des modernen Theaters und der Generierung von Aufmerksamkeit bei den Bürgern der Stadt betrieben wird. „Aufklärungszeit“ ist ein mehrstufiges Projekt, das Workshops für Theater-Experten, pädagogische Theaterlabors, fakultative Unterrichtsstunden in Schulen („Wie schaut man sich ein modernes Stück an?“), das Repertoire begleitende Projekte (das Dramen-Theaterlabor „Neue Leute“), den „Dialog nach der Aufführung“ und die Arbeit mit dem Zentrum für soziale Teilhabe für erwachsene Menschen mit Autismus „Anton ist hier irgendwo in der Nähe“ unter einem Dach vereint.

    Georg Weinand

    Der gebürtige Belgier Georg Weinand ist künstlerischer und geschäftsführender Leiter der Dampfzentrale Bern, der grössten freien Bühnenspielstätte der Schweizer Hauptstadt-Region. Er studierte zunächst Philosophie in Neu-Löwen (B) und anschließend Theaterwissenschaften/Germanistik in Köln (D). Mit dem Agora-Ensemble entwickelte er in unterschiedlichen Aufgabenbereichen rund zehn Theaterproduktion. Sein spartenübergreifendes Kunstinteresse äußerte sich darüber hinaus im Kuratieren unkonventionneller Performance-Abenden im öffentlichen Raum. Bei Ultima Vez arbeitete Georg Weinand viele Jahre als Dramaturg mit dem Tanztheaterchoreographen Wim Vandekebuys und ist Mitbegründer der Ballets du Grand Maghreb, das vom KunstenFESTIVALdesArts Brüssel ko-produziert wurde.

    Nach der künstlerischen Leitung eines Theater-Produktionshauses im flämischen Genk stieß Georg Weinand 2006 zu DasArts, wo er bis 2012 Mitglied des Ausbildungsteams war. Er entwickelte in dieser Zeit den neuen DasArts Master-Studiengang und spezifische Feedback-Techniken für kreative Prozesse, die er autonom weiterentwickelt und für die Bedürfnisse eines Kulturzentrums mit Publikum anpasst. Nebenberuflich ist er als freier Journalist, künstlerischer Berater und Dramaturg tätig.

    Aljona Jurtaewa

    Jurtaewa Aljona Dmitriewna - Bibliothekarin und Kuratorin des Ausstellungsraums. 2013 absolvierte sie die Fakultät für Soziologie mit dem Schwerpunkt Journalismus an der Samarer Staatlichen Universität. Sie arbeitete als Korrespondentin für das Periodikum „Frische Zeitung. Kultur“ und für die Zeitschrift „Performance“. 2012/2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Gorki-Literaturmuseums am Tolstoj-Anwesen. Seit 2014 ist sie Assistentin des Direktors am „Borej-Kunstzentrum“. Seit 2013 arbeitet sie als Bibliothekarin und Kuratorin des Ausstellungsraums der Lermontow-Bibliotheken.

    Die „Offenen Werkstätten“ sind ein Ausbildungs- und Produktionszentrum im Bereich der gestaltenden Kunst, das seit Dezember 2013 an die Ligowskaja-Bibliothek angeschlossen ist. Das Projekt ergänzt die hauptsächlichen Funktionen der Bibliothek, indem es den Besuchern die unterschiedlichsten Möglichkeiten künstlerischer Entwicklung bietet: Kurse und Workshops, Ausstellungen und Vorträge. In den „Offenen Werkstätten“ sind permanent Experten aus verschiedenen Bereichen der gestaltenden Kunst tätig – von Modedesign und Fotografie bis hin zu Siebdruck, Schreinern und Floristik. Die enge Zusammenarbeit zwischen Werkstätten und Mitarbeiten erlaubt es den Kuratoren der Bibliothek, eigene Ausstellungsprojekte zu realisieren und zudem einzigartige Kunstobjekte und andere Elemente für diese Ausstellungen herzustellen.

    Nikita Agranowskij

    Agranowskij Nikita ist Absolvent der Fakultaten fur Philosophie und Freie Kunst und Wissenschaft an der Sankt Petersburger Staatlichen Universitat. Seine schwerpunktma?ige Tatigkeit konzentriert sich auf die Bereiche "Geschichte und Kultur Nordamerikas“ sowie „technisches und literarisches Ubersetzen“. Er hat eine Reihe von wissenschaftlichen Aufsatzen zur Theorie und Geschichte der Bildenden Kunst und zum Film in den USA veroffentlicht. Aktuell ist er Co-Kurator des Ausstellungsprogramms und des Projekts „Offene Werkstatten“ in der Ligowskaja-Bibliothek.

    Die „Offenen Werkstätten“ sind ein Ausbildungs- und Produktionszentrum im Bereich der gestaltenden Kunst, das seit Dezember 2013 an die Ligowskaja-Bibliothek angeschlossen ist. Das Projekt erganzt die hauptsachlichen Funktionen der Bibliothek, indem es den Besuchern die unterschiedlichsten Moglichkeiten kunstlerischer Entwicklung bietet: Kurse und Workshops, Ausstellungen und Vortrage. In den „Offenen Werkstatten“ sind permanent Experten aus verschiedenen Bereichen der gestaltenden Kunst tatig – von Modedesign und Fotografie bis hin zu Siebdruck, Schreinern und Floristik. Die enge Zusammenarbeit mit zwischen Werkstatten und Mitarbeiten erlaubt es den Kuratoren der Bibliothek, eigene Ausstellungsprojekte zu realisieren und zudem einzigartige Kunstobjekte und andere Elemente fur diese Ausstellungen herzustellen.

    Angelina Dawydowa

    Angelina Dawydowa ist Journalistin.Sie wurde 1978 in Sankt Petersburg geboren und hat dort die Staatliche Universität für Wirtschaft und Finanzwesen absolviert. Sie ist seit mehr als zehn Jahren für russische und internationale Medien tätig. 2006 Stipendiatin der Agentur Reuters in Oxford (Reuters Institute for the Study of Journalism). 2012 Teilnahme am Environmental Leadership Program (ELP) für junge Führungskräfte im Bereich Ökologie an der Universität Berkeley, Kalifornien. Seit 2006 Projektleiterin für den Deutsch-Russischen Austausch in Sankt Petersburg und Berlin, Direktorin des Russisch-Deutschen Büros für Umweltinformation.

    Sie ist Organisatorin von Workshops und Seminaren für russische Medienvertreter und Journalistenaustausche. Seit Dezember 2008 nimmt Angelina Dawydowa als russische UN-Beobachterin an den Verhandlungen zum Problem des Klimawandels teil. Sie lehrt an der Fakultät für Journalistik der Sankt Petersburger Staatlichen Universität.

    Erika Jäggi

    Erika Jäggi, Büro für Bildungsprojekte, Basel/Schweiz. Organisiert Fortbildungen zum Thema „Deutsch lernen im Museum“. Konzepte- und Lehrmittelentwicklung mit den Schwerpunkten Migration, Integration, interkulturelles Lernen, DaZ/DaF. Unterricht an einer Integrations- und in Basel/Schweiz.

    Ada Mukhina

    Mukhina Ada ist Regisseurin, Kunstkuratorin, Gründerin des Theaterprojekts "Vmeste". Sie hat die Sankt Petersburger Theaterakademie am Alexandrinkskij-Theater (Klasse W. Fokina und A. Mogutschij) abgeschlossen, ein Praktikum mit dem Schwerpunkt „Soziales Theater“ in Hamburg absolviert und wird durch ein Praktikums-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung unterstützt, im Rahmen dessen sie ein Jahr in Deutschland lebt und dort an ihrem Sozial-Theaterprojekt arbeitet. Sie ist Regisseurin der Dokumentar-Stücke „Einen Kühlschrank für das Sahneeis!“, „Das 18. Tagebuch in blauem Umschlag mit Teekessel“ (auf der Bühne des Theaterlabors „On.teatr“), „Eine menschliche Geschichte“ (im Haus der jüdischen Kultur „ESOD“), "______________“ (das Projekt „Neue Leute“ auf der Bühne des Großen Towstonogow-Dramentheaters, gemeinsam mit der Dramaturgin Natascha Borenko).

    Seit mehr als sieben Jahren führt sie Workshops zur informellen Weiterbildung für Schüler und Studierende durch. Sie ist Gründerin des Projekts „Schule für Dokumentartheater“ für Jugendliche, in dem das Dokumentartheater als Lehrmethodik eingesetzt wird.

    Artikel über Petersburger Theaterprojekt mit Jugendlichen/für Jugendliche - "Zemlja ONE" DE
    Artikel über Petersburger Theaterprojekt mit Jugendlichen/für Jugendliche - "Das 18. Tagebuch in blauem Umschlag mit Teekessel" DE

    Galina Schdanowa

    Schdanowa Galina ist Schauspielerin, Regisseurin und Pädagogin an der Sankt Petersburger Staatlichen Akademie für Theaterkunst und am internationalen Theaterzentrum „Leichte Leute“. 2006 hat sie bei W. Filschtinskij an der Sankt Petersburger Staatlichen Akademie für Theaterkunst einen Schauspiel- und 2009 einen Theaterregie-Kurs abgeschlossen. Als Schauspielerin arbeitete sie im russisch-deutschen Theaterlabor „teatr05- ALS wir...“. Sie hat im russischen Team am weltweit ersten Improtheater-Wettbewerb in Berlin teilgenommen. Schauspielerische Projekte mit dem Studio ASB, dem Theater „An der Litejnyj-Straße“, dem „Takom-Theater“ und dem Theater „Zwei Hauptstädte“. Regisseurin für „Marino Polje“, „Romeo und Julia“ und „Carmen“ im Theater „An der Litejnyj-Straße“, „Der Nußknacker“ am Großen Dramentheater in Tjumen, „Ein wunderbarer Sonntag für ein Picknick“ am Omsker Dramentheater. Künstlerische Leitung des Theaterlabors „Zygil. Improdrama“ im „Takom-Theater“. Seit 2012 Pädagogin für Schauspielkunst an der Petersburger Staatlichen Akademie für Theaterkunst.

    Das internationale Theaterzentrum „Leichte Leute“ wurde in erster Linie als ein soziales Projekt gegründet – mit dem Ziel, das Gegenwartstheater zu entwickeln und zu modernisieren. „Leichte Leute“ ist die in Sankt Petersburg größte Schule für Theaterkunst mit einer großen Auswahl an unterschiedlichen Weiterbildungsprogrammen.

    Natascha Borenko

    Natascha Borenko ist Dramaturgin. Sie hat 2013 die Sankt Petersburger Akademie für Theaterkunst (Klasse H. Skorochod) abgeschlossen und ist außerdem Absolventin der Schule für Führungskräfte im Theater am Meyerhold-Zentrum (2014, Moskau). Seit 2012 Teilnahme an vielen Theater-Festivals, Theater-Labors und Workshops. Ihre originellen Stücke und Inszenierungen wurden in Theatern in Sankt Petersburg, Perm, Kemerowo, Irkutsk und anderen Städten gezeigt. Sie ist Skript-Autorin für die Adaption der "Geschichte von Kalif Storch" von Wilhelm Hauff für ein blindes Publikum. Die Premiere des Stücks wurde am 14. März 2015 im Irkutsker Puppentheater "Störchlein" als Co-Produktion mit dem Unternehmen "Kultprojekt" (Moskau) und der Regisseurin Karolina Schwernitje (Litauen) gefeiert.

    Seit 2014 Dramaturgin und Pädagogin an der "Schule für Dokumentartheater" für Jugendliche (Theaterprojekt "Vmeste"). Aufgeführt wurden die Stücke "Ludejskaja Istorija", "Das 18. Tagebuch in blauem Umschlag mit Teekessel" und "Zemlja ONE". Natascha Borenko ist außerdem Regisseurin und Kuratorin der Projekte von Ada Mukhina. Weiter ist sie Dramaturgin im Dokumentar-Projekt "Neue Leute" für Jugendliche, ein Projekt des Großen Towstonogow-Dramentheaters gemeinsam mit dem Theaterprojekt "Vmeste", dessen Premiere im Mai 2015 stattgefunden hat.

    Boris Pavlovich

    Boris Pavlovich – Regisseur, Dramatiker, Pädagoge. Geboren 1980 in Leningrad. Im Jahre 2004 absolvierte er die Staatliche Akademie für Theaterkunst in St. Petersburg. Als Regisseur inszenierte er Theaterstücke in St. Petersburg, Saratow, Tallinn, Chabarowsk, Juschno-Sachalinsk, Scharypowo und Kirow.
    2003 – 2006: Regisseur am Staatlichen Puschkin-Theaterzentrum in St. Petersburg unter der Leitung des russischen Volkskünstlers W. E. Rezepter. 2004 – 2006: Dozent für die Grundlagen der Schauspielkunst im Fachbereich für Regiearbeit an der Staatlichen Akademie für Theaterkunst in St. Petersburg. 2006 – 2013: Künstlerischer Leiter am Staatlichen „Theater an der Spasskaja“ in Kirow. 2012 – 2013: Kulturberater des Gouverneurs der Oblast Kirow. Aktuell: Regieleiter und Kurator von Bildungsprogrammen am Großen Towstogonow-Dramentheater.

    Das "Pädagogische Laboratorium" ist ein langfristiges Projekt, das das Große Towstogonow-Dramentheater im Rahmen des „Zeitalters der Aufklärung“, eines allgemeinen künstlerischen Programms für die Entwicklung des Theaters, realisiert. Ziel des Laboratoriums: Schaffung eines Musterbeispiels für den Pädagogen der Zukunft, der sich aktiv in das moderne Kulturleben einbringt; Schaffung eines Raums für experimentelle Entwicklung im Bereich der Zusammenarbeit von Pädagogik und Theater.