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Besucherreise nach Deutschland

Besucherreise
04.10 – 10.10.2015
Hamburg, Bochum, Essen, Karlsruhe
Zeche Zollverein. Foto: Julia Poceluewa
Zeche Zollverein. Foto: Julia Poceluewa

Wie funktioniert "kulturelle Bildung"?


Vom 4. bis 10. Oktober fand auf Einladung des Goethe-Instituts St. Petersburg im Rahmen des Programms "Kulturelle Bildung. Russland und Deutschland im Dialog" eine Informationstour durch deutsche Städte statt. An der Reise nahmen Vertreter von bekannten Kultur- und Bildungseinrichtungen in St. Petersburg teil: das Mariinski-Theater, das Russische Museum, das Tovstonogov Bolshoi Drama Theater, die St. Petersburger Akademie für postgraduale Lehrerausbildung, der Sankt Petersburg Stadtpalast für die Jugendkreativität, das Festival „Kindertage in St. Petersburg und das Anna-Achmatowa-Museum im Fontänenhaus.

Was bedeutet kulturelle Bildung in Deutschland? Wie sieht in den verschiedenen Bundesländern die Arbeit derjenigen aus, die als "Kulturagenten" bezeichnet werden? Wie funktioniert die Zusammenarbeit von Schulen und Kultureinrichtungen? Diese Schlüsselfragen standen im Mittelpunkt der gesamten Reise.

Was haben wir gesehen? In Hamburg: das Kulturzentrum "Motte" in Altona, eine alte Schule in einer der abgelegenen Gegenden der Stadt, wo "Kulturagenten" tätig sind, das Museum für Kunst und Gewerbe sowie die kleine Bühne des "Thalia-Theaters und die Abteilung "Theater und Schule". In Bochum: die "Zukunftsakademie", die in den Räumlichkeiten des ehemaligen Hauses der Katholischen Jugend eingerichtet wurde. Hier diskutierten wir über die Zukunft der städtischen Gemeinschaft und die interkulturelle Interaktion.

Danach machten wir uns auf den Weg nach Essen, um das UNESCO-Weltkulturerbe und ein einzigartiges Denkmal der Industriearchitektur, die Zeche Zollverein, zu besichtigen und zu erfahren, wie in diesem einmaligen Denkmal Bildungsprogramme umgesetzt werden. Dei Zeche Zollverein ist ein riesiger Komplex. Er erzählt nicht nur die Geschichte der glorreichen Vergangenheit des industriellen Ruhrgebiets. Hier wurden auch das Design-Museum "Red Dot" und die Künstlerbrutstätte "PACT Zollverein" eingerichtet. Letztere hat ihren Sitz in dem Gebäude, in dem sich einst die Grubenarbeiter für die Arbeit umzogen. Heute befinden sich hier die Quartiere der Darsteller und Choreographen, die an ihren Projekten arbeiten.

Die letzte "Station" unserer Reise war das Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe. "Wir haben eine Waffenfabrik in eine Kulturfabrik verwandelt" - diese Worte sind direkt auf dem Boden des Zentrums für Kunst und Medientechnologie zu lesen. Und tatsächlich befand sich hier eine Waffenfabrik, in der während des Zweiten Weltkriegs so genannte "Ostarbeiter" beschäftigt waren. Daran erinnert eine Gedenktafel an der Wand des Gebäudes, eines denkmalgeschützten Baus, der an die moderne Nutzung derart angepasst ist, dass die ursprüngliche architektonische Konzeption nicht gestört wird. Das Zentrum beeindruckt durch seine Möglichkeiten: Ausstellungsräume, Studios, Bibliothek.

Die Teilnehmer der Reise hatten Mühe, aus all dem, was sie in diesen Tagen gesehen haben, etwas Bestimmtes in der Wichtigkeit hervorzuheben, denn es ist ihnen gelungen, sich ein ganzheitliches Bild davon zu machen, wie "kulturelle Bildung" in Deutschland funktioniert: sie konnten Arbeitsverfahren und Projekte kennen lernen und vor allem Menschen treffen, die dies alles zum Leben erwecken.

Galina Artemenko
Journalistin, Teilnehmerin der Besucherreise

Copyright: Goethe-Institut Sankt Petersburg
November 2015