Eva Khachatryan: Praktikum in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst

Die Zeit meines Praktikums begann für mich bereits in Moskau, als ich Wibke Behrens kennen lernte. Sie hatte bereits Gelegenheit gehabt, sich mit meiner Arbeit vertraut zu machen, und lud mich zur Zusammenarbeit im Rahmen eines Projektes ein, das vor Kurzem in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) realisiert wurde: „Other Possible Worlds“. Auf der Grundlage dieses Projektes schuf ich mein eigenes Projekt, an dem ich während meines Aufenthalts in der NGBK arbeitete. Während dieser Zeit wurde ich ein fester Bestandteil des Teams und wurde nicht nur mit allen Besuchern der NGBK bekannt gemacht, sondern auch mit Kuratoren und Künstlern, die mit dieser Institution zusammenarbeiten.
Außer dem Kuratorenteam des Projekts „Other Possible Worlds“,
mit dem ich in Verbindung stand, lernte ich auch Catriona Shaw kennen, eine Künstlerin aus Schottland, die in der NGBK ihr Projekt „Kombiticket – Clubroom“ durchgeführt hat. Es gelang mir, an einer ihrer Vorstellungen teilzunehmen und auch eine ihrer Präsentationen zu besuchen, die mit der Ausstellung „Snoring in the USA“, die zu jenem Zeitpunkt gerade in der NGBK lief, verbunden war.
Während des gesamten Monats meines Aufenthalts in der NGBK konnte ich mich von der absoluten Offenheit dieser Institution überzeugen und wurde Zeuge ihrer Bereitschaft, mit allen zusammenzuarbeiten, die Interesse bekundeten und Anträge für Projekte einreichten.
Es gelang mir, bei der alljährlichen Versammlung der NGBK dabei zu sein, an der Antragsteller (für etwa 13 verschiedene Projekte) und Mitglieder der NGBK (ca. 100 an der Anzahl) teilnahmen. Im Anschluss an die Präsentation aller Projekte kam
es zur Diskussion, bei der auf dem Wege der Abstimmung die vier besten Projekte ausgewählt wurden. Diese sollen nun in der NGBK realisiert werden. Während dieser Versammlung wurde ich Zeuge eines charakteristischen Wesensmerkmals der NGBK. Es besteht darin, dass die Gesellschaft (auch wenn es sich nur um einen kleinen Teil davon handelt) eine aktive Rolle bei der Auswahl der Projekte spielt. Das wiederum zeigt, dass eines der Ziele dieser Institution darin besteht, die zeitgenössische Kunst mit der Gesellschaft zu verbinden (was ihr meiner Meinung nach vollauf gelingt). Gerade diese Tatsache erklärt, warum die NGBK hauptsächlich sozial-politische Projekte führt. Was den Demokratismus dieser Institution in Hinsicht auf den Mechanismus der Projektauswahl anbelangt, so fällt es mir schwer, eine zweite Struktur zu nennen, bei der das im ähnlichen Maße der Fall wäre. So gesehen ist die NGBK wirklich eine einzigartige Institution, und ich bin sehr froh, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, mein Praktikum grade dort zu durchlaufen.
Ich bin Wibke Behrens sehr dankbar, denn trotz ihrer knappen Zeit hat sie mir stets gebührend Aufmerksamkeit gewidmet, so dass wir regelmäßig über mein künftiges Projekt sprechen konnten. Gerade unseren Gesprächen und Diskussionen ist es zu verdanken, dass das Projekt eine konkrete Form angenommen hat.
Insgesamt bin ich mit meinem Aufenthalt bei der NGBK sehr zufrieden und kann verkünden, dass ich einen sehr zuverlässigen und interessanten Partner gefunden habe, mit dem ich auch weiterhin zusammenarbeiten möchte.









