„Grenzübergänge“

Neue Publikationen im Rahmen der Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts: Im Herbst 2009 sind gleich drei Publikationen von Texten deutschsprachiger Autoren und Autorinnen der Gegenwart mit finanzieller Unterstützung des Goethe-Instituts Moskau erschienen. Beide Ausgaben wurden anlässlich des zwanzigsten Jahrestags des Mauerfalls herausgegeben.
1989 ist die Mauer gefallen – das Symbol der Angst, des Hasses und der Feindschaft einer ganzen Generation. 20 Jahre später vereinigten sich Autoren aus mehreren Ländern in einem Buch „1989 - Zehn Mauergeschichten“. In kleineren Essays erzählt jeder der Autoren von der Mauer, die er sieht. Verschiedene Schriftsteller – unterschiedliche Visionen. Die Mauern sind jedoch ähnlich. Sie sind aus derselben Mischung von Hass und Angst errichtet. Die Mauern können noch Dutzende oder sogar hunderte Jahre stehen. Aber könnte man die Gründe dafür nicht aus der Welt schaffen?! Das Buch wurde mit Unterstützung des Goethe-Instituts und der Deutschen Botschaft in Moskau veröffentlicht.
Autoren: Elia Barcelò, Andrea Camilleri, Didier Daeninckx, Jiři Kratochvil, Miklós Vámos, Heinrich Böll, Ljudmila Petrusevskaya, Ingo Schulze, Max Frisch, Olga Tokarczuk Herausgeber: Michael Reynolds, Illustrator: Henning Wagenbreth 1989: Десять историй, которые прошли сквозь стены – Zehn Mauergeschichten Verl. KompasGig, 2009 40 Seiten, illustrierte Ausgabe ISBN 978-5-904561-02-4
In die Anthologie „Grenzübergänge“ sind persönliche Erinnerungen und Essays von deutschsprachigen ProsaautorInnen der Gegenwart eingegangen, die dem Thema ‚Mauerfall’ und der deutschen Wiedervereinigung gewidmet sind. Zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls hat Julia Franck namhafte Autoren aus Ost und West eingeladen, sich an die Grenze zu erinnern: Entstanden sind Geschichten, die an ehemalige Grenzorte erinnern, die von Angst und Ohnmacht erzählen, aber auch von Hoffnung und dem Gelingen, diese Grenze zu überwinden. "Die höchst unterschiedlichen Beiträge, die in diesem Band aufeinander treffen, öffnen jenen Raum, die Grenze - den Grenzraum, der trennend wirken sollte und zu dem doch beide Seiten gehören. Im Dazwischen, auf der Schwelle, hier befindet sich die Grenze; ihre Überwindung wie ihre Öffnung liegt im Erzählen", - so Julia Franck.
Eine überaus lesenswerte Publikation ist auch das Themenheft der Zeitschrift „Inostrannaja literatura“ (№ 10 / 2009), das ausschließlich der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gewidmet ist. Eingegangen in das Themenheft sind Auszüge aus dem Roman von Uwe Tellkamp „Der Turm“, der im Jahr 2008 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, Auszüge aus dem Roman von Ingo Schulze „Neue Leben“, Auszüge aus dem Roman von Annett Gröschner „Moskauer Eis“, Gedichte von Heiner Müller und Durs Grünbein sowie viele andere Texte, die mit dem Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung thematisch verbunden sind. Eingegangen in das Themenheft ist auch ein poetologischer Essay von Herta Müller, der Nobelpreisträgerin des Jahres 2009.
Die Anthologie „Grenzübergänge“ sowie das Themenheft der Zeitschrift „Inostrannaja literatura“ zum Mauerfall sind im Rahmen der Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts Moskau erschienen. Die Publikationen werden kostenlos an die deutschen Lesesäle der russischen Bibliotheken verschickt und an die Goethe-Institute in St. Petersburg, Nowosibirsk und in den GUS-Ländern versandt.
Das Themenheft der Zeitschrift „Inostrannaja literatura“ ist ab sofort in der Redaktion der Zeitschrift erhältlich (Moskau, Pjatnizkaja uliza 41, Tel. + 7 495 9535147). Die Anthologie Grenzübergänge ist im Buchhandel erhältlich und kann auch direkt beim Verlag „Text“ angefordert werden (die Telefonnummer des Verlags: + 7 499 150 04 72): Minuja Granizy. Pisateli iz Vostočnoj i Zapadnoj Germanii vspominajut. Moskva: Tekst 2009.
Kontakt:
Dr. Ekaterina Iwanowa
Projektassistentin für Literatur- und Übersetzungsförderung
iwanowa@moskau.goethe.org



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