Historie

Copyright: DIN – Deutsches Institut für Normung e.V.
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Als 1922 die DIN 476 „Papierformate“ veröffentlicht wurde, ersetzte sie eine unüberschaubare Zahl von Formaten. Im Deutschen Kaiserreich schrieb man seine Briefe auf Reichsformat, Super-Royal oder auf Groß Patria. Die Korrespondenz passte dann oft nicht in Briefumschläge, Mappen und Archivkästen. Das Ergebnis war viel Abfall - ein Zehntel allen produzierten Papiers in Deutschland ging durch die verschiedenen Formate verloren.

Der älteste Beleg für Papierherstellung in Deutschland ist von 1228. Die Papierbögen, deren Größe je nach Schöpfwerkstatt variierte, wurden bedruckt und dann zu Büchern gebunden. Halbierte man den Bogen zweimal bekam man vier Blätter (acht Seiten) – Quart-Format. Halbierte man den Bogen noch einmal bekam man acht Blätter (sechzehn Seiten) – Oktav-Format, eine Größe, die den heutigen Taschenbüchern sehr ähnlich ist. Noch kleiner war das Duodez-Format mit 12 Blättern und 24 Seiten.

Schon in früheren Jahrhunderten hatte man versucht ein einheitliches Papierformat zu finden. 1389 wurden in Bologna durch die „Statui dei Popolo“ vier verschiedene Papiergrößen eingeführt: Imperialle, Realle, Meçana und Reçute, letzteres dem DIN A3 größenmäßig sehr ähnlich.

Der Physikprofessor Georg Christoph Lichtenberg aus Göttingen wird als einer der Entdecker des noch nicht genormten A-Formats angesehen. 1786 beschreibt er in einem Brief an einen Kollegen die ästhetischen und praktischen Vorteile eines Formats mit einem Seitenverhältnis 1:√2. Der Brief selbst war auf einem solchen Briefbogen geschrieben.

Nach der Revolution 1789 wollte die neu gegründete französische Republik alte unmoderne Maße durch neue, zusammenhängende, auf Naturgesetzen aufgebaute Systeme ersetzen. 1798 wurden mit „Loi sur le Timbre“ neue Formate für Urkunden und Stempelpapiere mit sechs Papierformaten eingeführt. Die Seitenverhältnisse des Formats war 1:√2, genau wie im A-Format. Das Moyen papier entspricht z.B. DIN A3, das Grand register dem DIN A2. Seltsamerweise gerieten die Papierformate des „Loi sur le Timbre“ in Vergessenheit, wurden aber 120 Jahre später von Dr. Walter Porstmann aufs Neue erfunden.

Im frühen zwanzigsten Jahrhundert gab es viele Bestrebungen nach Einheitlichkeit. In München wurde 1910 Die Brücke gegründet. Ihr Ziel war die Organisation geistigen Arbeit der Welt nach einheitlichen Prinzipien. Der Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald einwickelte die Weltformreihe für Druckwerke, welche auf dem Seitenlängenverhältnis 1:√2 aufgebaut war. Die Brücke musste 1913 liquidiert werden, Walter Porstmann, der 1912 bis 1914 Ostwalds Assistent war, entwickelte das Weltformat weiter.