Freij, Lars W.

Zum Jahreswechsel 1972/73 wurde Lars W. Freij Doktor der Philosophie und Dozent für Deutsch an der Universität Stockholm. Während seines Studiums übersetzte er Günter Grass' gewaltigen Roman Hundejahre, nahm an den spannenden Treffen der Gruppe 47 in Sigtuna und Stockholm teil und übersetze selbst seine Dissertation. Ein Vierteljahrhundert lang war er Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch. Seiner Übersetzungsarbeit ging er in den Sommerferien und in seiner Freizeit nach. Diese Arbeit nahm aber immer mehr Zeit in Anspruch, so dass er seinen Schuldienst auf eine halbe Stelle reduzierte. Von 1999-2005 betreute Freij das Seminar für literarisches Übersetzen an der Södertorns Högskola in Stockholm. Als Günter Grass den Nobelpreis erhielt, war er gerade mitten in den Übersetzungsarbeiten zu dessen Buch Mein Jahrhundert. Lars W. Freij erhielt den Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie und das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Auswahl an übersetzten Titeln:
  • Pascal Mercier: Nattåg till Lissabon (Nachtzug nach Lissabon). Bonniers, 2009
  • Günter Grass: När man skalar lök (Beim Häuten der Zwiebel). Bonniers, 2007
  • Rafik Schami: Kärlekens mörka sida (Die dunkle Seite der Liebe). Bonniers, 2009
  • Daniel Kehlmann: Världens mått (Die Vermessung der Welt). Bonniers, 2007
  • Günter Grass: Krabbans gång (Im Krebsgang), Bonniers 2003
  • Juli Zeh: Örn och ängel (Adler und Engel). Norstedts, 2003
  • Peter Schneider: Eduards hemkomst (Eduards Heimkehr). Norstedts, 2001
  • Günter Grass: Mitt århundrade (Mein Jahrhunder). Bonniers, 2000
  • Günter Grass: En invecklad historia (Ein weites Feld). Bonniers, 1997 Robert Schneider: Sömnens broder (Schlafes Bruder). Bonniers Alba, 1993
  • Peter Schneider: Efter muren (Extreme Mittellage), Norstedts, 1992
  • Thomas Bernhard: Ett barn (Ein Kind). Bonniers Alba, 1990
  • Thomas Bernhard: Andhämtningen (Der Atem). Bonniers Alba, 1988
  • Robert Musil: Mannen utan egenskaper, vol. IV (Der Mann ohne Eigenschaften, Band 4). Bonniers, 1983
  • Günter Kunert: Begravningen äger rum i stillhet (Das Begräbnis findet in aller Stille statt). Norstedts, 1980
  • Robert Musil: Den unge Törless´förvillelser (Die Verwirrungen des Zöglings Törless). Bonniers, 1969
  • Günter Grass: Hundår (Hundejahre). Bonniers, 1965

Drei Fragen an Lars W. Freij:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?
Mein Traumberuf nach dem ersten größeren Übersetzungsauftrag (dem Roman, den Günter Grass unter seinen eigenen Büchern selbst am meisten schätzt) war es, Belletristik abwechselnd zu unterrichten und zu übersetzen.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?
Mein deutsches Lieblingsbuch ist wohl Musils Der Mann ohne Eigenschaften – ein unerhört reiches Werk, sowohl stilistisch als auch inhaltlich.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt gerne übersetzen würden?
Etwas von Goethe oder Thomas Mann.

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Fünfzig Bücher sind nominiert für den Preis Übersetzung des Jahres 2012, den der Schwedische Schrifstellerverband vergibt, darunter auch vier Übersetzungen aus dem Deutschen. Mehr...

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Deutschland hat viel mehr zu bieten als nur Klischees – ein Blog über die kulturelle Vielfalt des Landes.