Vorschläge für den Deutschunterricht in der Primar- und Sekundarstufe
Man kann sich Gedichten auf vielen Wegen nähern. Der klassische Ratschlag ist so einfach wie unfehlbar: sie lesen, mehrfach lesen, auch laut und sie anderen zeigen. Deren Fragen helfen wiederum dem eigenen Adrenalin auf die Beine. Das Tolle bei Gedichten ist: sie halten alle Fragen aus, ja, sie passen nie. Gedichte, diese fremde Sprache in der Fremdsprache, sind sperrig. Im Fremdsprachenunterricht der Primarstufe sind sie lange nur als Fingerspiele, Kinderliedchen und Abzählreime aufgetaucht. Der frühe Fremdsprachenunterricht braucht aber mehr. Gedichte wollen als Gespräch verstanden werden, als Gespräch mit den Dingen, den Menschen, den Zeiten, der Sprache, dem Leben, dem Selbst. Als Gespräch zeigen Gedichte den instrumentalen Charakter der Sprache, ihre Verfügbarkeit, das Machbare. Das Gespräch, auch als Selbstgespräch, zeigt aber auch die emotionale Besetzung der Sprache, ihre Magie. Und das ist ja auch ein Ziel frühen Sprachlernens, vielleicht sogar das entscheidende für eine lebenslange Bindung an sie und an das Land, in dem sie gesprochen wird.
Im Folgenden also sechs Modelle, sich Gedichten zu nähern. Jedes der sechs Modelle ist als Inszenierung von Unterricht gedacht. Das darin in jeweils zehn Schritten praktizierte szenische Lernen führt zu einem ganzheitlichen, am Kind orientierten Lernen. Und zu einem attraktiven frühen Fremdsprachenunterricht.
Zwei der Modelle („Das Schaf“ und „Wann“) finden Sie umgesetzt und mit vielen Fotos dokumentiert unter den Unterrichtsbeispielen:
Die Kuh
Wann (Das Schaf).
Dr. Dieter Kirsch










