Workshop in Bratislava, Slowakei

Summerschool

Fakultät für Architektur STU Bratislava, 17.9.-21.9.2012


Die Workshops befassen sich mit der Neubelebung des „Námestie slobody“ (Platz der Freiheit) in Bratislava. Die Frage des öffentlichen Raums ist eines der meist diskutierten Themen, wenn es um Stadtentwicklung und die Schaffung einer qualitativ hochwertigen Umgebung für das Leben seiner Bewohner und Besucher geht.

Kontext:

Die Lage des „Namestie Slobody“ im Stadtzentrum, an der Kreuzung wichtiger Fußgänger- und Verkehrswege, die Verbindung zu wichtigen Regierungseinrichtungen (Ministerpräsident, Ministerium für Verkehr, Bau und regionale Entwicklung der Slowakischen Republik) und einigen Einrichtungen der Slowakischen Technischen Universität (Fakultät für Architektur, Fakultät für Bauwesen, Fakultät für Maschinenbau, Fakultät für Chemie- und Ernährungstechnologie) macht ihn zu einem der wichtigsten Plätze der Stadt. Die momentane Nutzung des Platzes, seine Form und sein Aussehen deuten jedoch nicht darauf hin.

Namestie slobody in der Vergangenheit © Goethe-Institut Bratislava Abhängig von der Funktion der umliegenden Gebäude, seiner Lage in der wachsenden Stadt und seiner historisch bedingten großen Ausmaße blickt der Platz auf eine unterschiedliche Nutzungsgeschiche zurück und spielte in seinem lokalen Kontext – sowohl in Beziehung zu seiner näheren Umgebung als auch zur Stadt in ihrer Gesamtheit - jeweils unterschiedliche Rollen. So war er auch Teil wichtiger historischer Ereignisse in der Slowakei. Nach seiner Anlage im 17. Jahrhundert hatte er die Form eines Parks mit einer Allee vor dem Sommerpalast des Erzbischofs. Später diente er als Exerzierplatz für die angrenzenden Kasernen, als Versammlungsort, Sportarena und Platz für öffentliche Veranstaltungen, Parkplatz und seit 1980 als Platz. Heute finden hier Demonstrationen, Streiks und gelegentliche Konzerte statt. Sein schlechter baulicher Zustand, die ihn umgebenden abweisenden Gebäude sowie Kriminalität machen ihn zu einem abweisenden Platz ohne jeglichen Ausdruck.

Das Raumangebot des Platzes und seine Fehlfunktion andererseits entfachen öffentliche Diskussionen und Polemiken aber auch Initiativen von Bürgern, jungen Künstlern, Architekten und Architekturstudenten, die nach einfachen, teils aber auch konzeptuell komplizierteren Lösungen suchen, um dem Platz wieder zu Leben zu verhelfen. Auch manche Bauunternehmer haben ihre eigene Vision für seine Umgestaltung. Das Hauptziel dieses Workshops ist es, Wege für eine Neubelebung des Platzes zu suchen.

Ziele:

Das Ziel dieser Workshops ist es, das Potential dieses Platzes entsprechend seiner Größe und seines Stellenwertes aufzuzeigen indem wir den Problemkomplex interdisziplinär unter Einbeziehung der breiten Öffentlichkeit sowie Vertretern der Stadtverwaltung angehen werden.

Die Teilnehmer der Workshops werden nach einfachen, aber auch komplexeren Wegen für eine Neubelebung des „Námestie slobody“ suchen, um einen öffentlichen Raum für Treffen, Aktivitäten und Erholung für die Bewohner der Umgebung und die Studenten der angrenzenden Fakultäten zu schaffen. Ziel ist auch, eine kreative und inspirierende Umgebung für die Präsentation der Ergebnisse und Errungenschaften der Slowakischen Technischen Universität bereitzustellen, aber auch eine Umgebung, die zum Austausch von Informationen dient und inspirierend wirkt.

Eine weitere Herausforderung ist es, eine Verbindung zwischen dem Ideenpotential der Slowakischen Technischen Universität und den Vertretern der öffentlichen Verwaltung durch die Arbeit am „Námestie slobody“ herzustellen.

Architekten und Experten

Kerstin Schultz, Darmstadt, Deutschland, Gintaras Čaikauskas, Vilnius, Litauen, Roman Rutkowski, Breslau, Polen


Download SymbolProgramm der Workshops: Námestie slobody - Bratislava (PDF-Datei, 37 kB)

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